Pres­se­mit­tei­lung zum Tag der Kri­mi­na­li­täts­op­fer am 22.03.2011

Der Tag der Kri­mi­na­li­täts­op­fer erin­nert all­jähr­lich am 22. März an die Situa­ti­on der durch Kri­mi­na­li­tät und Gewalt geschä­dig­ten Men­schen, die auf Schutz, prak­ti­sche Hil­fe und Soli­da­ri­tät unse­res Gemein­we­sens ange­wie­sen sind. Opfer von Ver­bre­chen erlei­den häu­fig kör­per­li­che und wirt­schaft­li­che Beein­träch­ti­gun­gen. Da die Scha­dens­er­satz­an­sprü­che gegen den Schä­di­ger in den sel­ten­sten Fäl­len zu einem Aus­gleich des Scha­dens füh­ren, hat der Deut­sche Bun­des­tag im Jahr 1976 das Opfer­ent­schä­di­gungs­ge­setz (OEG) beschlos­sen. In Bay­ern wird das OEG durch das Zen­trum Bay­ern Fami­lie und Sozia­les (ZBFS) in Bay­reuth vollzogen.

Im Jahr 2010 wur­den im Regie­rungs­be­zirk Ober­fran­ken 201 Anträ­ge nach dem OEG gestellt. Fol­gen­de Tat­be­stän­de wur­den gel­tend gemacht: Gewalt­tat all­ge­mein 117 Sexu­el­ler Miss­brauch eines Kin­des oder Her­an­wach­sen­den 45 Sexu­el­ler Miss­brauch eines Erwach­se­nen 26 Schä­di­gung eines Drit­ten (Schock­scha­den) 13

Traumaam­bu­lan­zen

Seit Anfang 2010 haben die Traumaam­bu­lan­zen für Gewalt­op­fer im Kin­desund Jugend­al­ter ihre Arbeit auf­ge­nom­men. Bereits unmit­tel­bar nach der Tat kön­nen Jugend­li­che eine erste Bera­tung und umfang­rei­che Hil­fe erhal­ten. Die Traumaam­bu­lan­zen wur­den an aus­ge­wähl­ten psych­ia­tri­schen Kli­ni­ken in allen Regio­nen Bay­erns ein­ge­rich­tet. Die betei­lig­ten Kli­ni­ken ver­fü­gen nicht nur über eine gro­ße Erfah­rung mit der Pro­ble­ma­tik, son­dern auch über umfas­sen­de dia­gno­sti­sche und the­ra­peu­ti­sche Möglichkeiten.

Hil­fen wer­den auf Antrag als per­sön­li­che Hil­fe, Sach- und Geld­lei­stun­gen gewährt. Die Gewalt­op­fer­ver­sor­gung umfasst ins­be­son­de­re die Heil- und Kran­ken­be­hand­lung, Beschä­dig­ten­ren­te bei einem Grad der Schä­di­gungs­fol­gen (GdS) ab 30, Ster­be- bzw. Bestat­tungs­geld und die Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung. Zudem haben Opfer von Gewalt­ta­ten Anspruch auf indi­vi­du­el­le ergän­zen­de Ver­sor­gungs­lei­stun­gen der Gewalt­op­fer­für­sor­ge, wenn der gesund­heit­li­che Scha­den auch zu einer wirt­schaft­li­chen Beein­träch­ti­gung geführt hat. Zur Gewalt­op­fer­für­sor­ge zäh­len u. a. Lei­stun­gen zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben, Hil­fe zur Wei­ter­füh­rung des Haus­halts, Erzie­hungs­bei­hil­fe oder ergän­zen­de Hil­fe zum Lebensunterhalt.

Schmer­zens­geld oder einen Aus­gleich für rei­ne Ver­mö­gens­schä­den sieht das Opfer­ent­schä­di­gungs­ge­setz nicht vor.

Die Gewäh­rung von Hil­fe erfolgt in enger Zusam­men­ar­beit mit der Poli­zei und dem WEI­SSEN RING. Schon bei der Poli­zei wer­den die Opfer, ins­be­son­de­re von schwe­ren Gewalt­ta­ten wie Tötungs­de­lik­ten und Sexu­al­de­lik­ten, auf die Mög­lich­keit des Opfer­ent­schä­di­gungs­ge­set­zes auf­merk­sam gemacht. Hier­zu besteht in Ober­fran­ken eine „Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung zur Ver­bes­se­rung der Hil­fe für Opfer von Gewalt­ta­ten“ zwi­schen dem Poli­zei­prä­si­di­um und der Regio­nal­stel­le Ober­fran­ken des ZBFS. Ziel ist es, die Opfer von Gewalt­ta­ten bereits durch die Poli­zei als ersten Ansprech­part­ner über die Ansprü­che nach dem OEG umfas­send zu informieren.

Um der Not­wen­dig­keit nach einer schnel­len und effek­ti­ven Hil­fe­lei­stung für die Opfer Rech­nung zu tra­gen, erteilt das ZBFS bei bestimm­ten Fall­ge­stal­tun­gen vor­läu­fi­ge Beschei­de. Dadurch ergibt sich sofort ein vor­läu­fi­ger Anspruch auf Heil­be­hand­lung und eine Grund­ren­ten­zah­lung nach einem GdS von 30.

Durch die Son­der­be­treu­er des Zen­trums Bay­ern Fami­lie und Sozia­les wird indi­vi­du­el­le Hil­fe geleistet.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum The­ma fin­den Sie im Inter­net unter http://​www​.zbfs​.bay​ern​.de

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