Stu­die­ren­de in Not: Dop­pel­ter Abitur­jahr­gang lässt Wohn­raum knapp wer­den

Bam­ber­ger OB Star­ke und Land­rat Denz­ler appel­lie­ren an Ver­mie­ter

Der dop­pel­te Abitur­jahr­gang stellt die Regi­on vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen: 1020 Stu­die­ren­de haben sich bis gestern in der Stu­den­ten­kanz­lei der Uni­ver­si­tät für das Som­mer­se­me­ster ange­mel­det – das sind bereits jetzt knapp 800 mehr als vor einem Jahr. Die Uni­ver­si­tät hat sich gemein­sam mit Stadt und Land­kreis Bam­berg den­noch das Ziel gesetzt, mög­lichst jedem neu­en Stu­die­ren­den eine Unter­kunft zu ver­mit­teln. Bei einem Pres­se­ge­spräch appel­lier­ten Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke und Land­rat Dr. Gün­ther Denz­ler an die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger.

Dop­pel­ter Abitur­jahr­gang, Weg­fall der Wehr­pflicht, unter­schied­li­che Seme­ster­zei­ten, die Stu­die­ren­de aus ande­ren Bun­des­län­dern in die­sem Som­mer nach Bay­ern füh­ren – Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Gode­hard Rup­pert führ­te zahl­rei­che Grün­de für das enor­me Wachs­tum der Stu­die­ren­den­zah­len an. Dadurch wächst der Druck auf Stadt und Regi­on, denn allein für das aktu­el­le Som­mer­se­me­ster wer­den annä­hernd 500 zusätz­li­che Woh­nun­gen benö­tigt. Für die Stadt Bam­berg sei die Situa­ti­on beson­ders schwie­rig, so Rup­pert, da die Bevöl­ke­rung, im Gegen­satz zu ande­ren Hoch­schul­städ­ten, nicht im sel­ben Maße wach­se wie die Uni­ver­si­tät. „Der Gesamt­woh­nungs­markt müss­te in Schwung gebracht wer­den“, äußer­te sich der Uni­ver­si­täts­prä­si­dent, der die Initia­ti­ve „Wohn­raum schaf­fen für Stu­die­ren­de“ von Stadt und Land­kreis sehr begrüßt. Die Initia­ti­ve sei auch des­we­gen so wich­tig, da die Schul­ab­gän­ger des dop­pel­ten Jahr­gangs in jedem Fall die näch­sten Jah­re blei­ben wer­den.

Wie viel bereits gesche­hen sei, stell­te Ober­bür­ger­mei­ster Star­ke über­blicks­ar­tig dar: Der Groß­teil der Stu­die­ren­den kommt nach wie vor am frei­en Woh­nungs­markt unter. Fer­ner gebe es 1.680 Wohn­heim­plät­ze, von denen 832 Woh­nun­gen vom Stu­den­ten­werk Würz­burg ange­bo­ten wer­den. Die Stadt­bau GmbH bie­te wei­te­re 322 Appar­te­ments, die Joseph-Stif­tung 250 Ein­zel- und Dop­pel­ap­par­te­ments und das Col­le­gi­um Oeco­me­ni­cum 213 Wohn­plät­ze an. Wei­te­re 400 Ein­hei­ten sei­en auf der Erba-Insel der­zeit im Bau, wovon 63 Stu­den­ten­woh­nun­gen in der Schlich­te­rei bereits weit­ge­hend fer­tig gestellt und über­ge­ben wur­den.

Doch das sei nicht genug. Des­halb appel­lier­te Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke erneut an alle poten­zi­el­len Ver­mie­ter in Bam­berg, frei­en und zusätz­li­chen Wohn­raum zu „stu­den­ten­freund­li­chen“ Prei­sen anzu­bie­ten. „Manch­mal ver­fü­gen gera­de die älte­ren Mit­bür­ger über freie Räu­me in gro­ßen Woh­nun­gen in der Innen­stadt und könn­ten, sofern sie dazu bereit wären, idea­len Wohn­raum für Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten zur Ver­fü­gung stel­len“, so Star­ke. Ver­mie­ter und Eigen­tü­mer sol­cher Woh­nun­gen kön­nen sich auch im Rat­haus (Frau Rie­gel­bau­er, Tele­fon 0951/87–1010) mel­den, um bera­ten zu wer­den. Dar­über hin­aus wür­de die Stadt Bam­berg dem Stu­den­ten­werk unent­gelt­lich ein Grund­stück an der Wei­ßen­bur­ger­stra­ße zur Ver­fü­gung stel­len, um dort kurz­fri­stig 50 Con­tai­ner­wohn­heim­plät­ze zu errich­ten.

Auch Land­rat Dr. Gün­ther Denz­ler unter­stützt die Uni­ver­si­tät mit einem nach­drück­li­chen Apell. Die Gemein­den des Land­krei­ses sei­en bereits schrift­lich auf­ge­ru­fen wor­den, freie Unter­künf­te zur Ver­fü­gung zu stel­len. Auch über die Home­page des Land­rats­am­tes wer­de für stu­den­ti­schen Wohn­raum gewor­ben. „Wir müs­sen alle zusam­men dar­an arbei­ten, dass die jun­gen Leu­te, die hier bei uns stu­die­ren wol­len, ein Dach über dem Kopf haben“, so Land­rat Dr. Gün­ther Denz­ler. Vor allem Woh­nun­gen und Zim­mer in stadt­na­hen Gemein­den und Gemein­den mit Stadt­bus­an­bin­dung bzw. Bahn­an­schluss sei­en hier­bei von Inter­es­se.

Wer Wohn­raum für Stu­den­ten zur Ver­fü­gung stel­len möch­te oder wei­te­re Fra­gen dazu hat, kann sich direkt mit dem zustän­di­gen Stu­den­ten­werk Würz­burg in Ver­bin­dung set­zen. Ansprech­part­ner hier ist Micha­el Ull­rich, Geschäfts­füh­rer des Stu­den­ten­werks, (Tel.: 0931/8005–0, E‑Mail: info@​studentenwerk-​wuerzburg.​de).

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