Fit für die Zukunft? Kri­sen­fe­stig­keit im Land­kreis Forch­heim im Mit­tel­feld

Pres­se­mit­tei­lung des Pestel-Insti­tuts

Eine erst­mals durch­ge­führ­te bun­des­wei­te Unter­su­chung des Pestel Insti­tuts zur regio­na­len Kri­sen­fe­stig­keit zeigt den Land­kreis Forch­heim auf Rang 269 von 412 gete­ste­ten Regio­nen.

Ob Ban­ken kol­la­bie­ren, Roh­stof­fe knapp wer­den oder der Kli­ma­wan­del die Ernäh­rungs­si­cher­heit bedroht, mag offen blei­ben. Sicher ist: Die näch­ste Kri­se kommt bestimmt!

Eine bewuss­te Vor­be­rei­tung der Regio­nen dar­auf ist bis­her eher die Aus­nah­me. In die Stu­die wur­den 18 Indi­ka­to­ren aus den Berei­chen „Sozia­les“, „Woh­nen“, „Ver­kehr“, „Flä­chen­nut­zung“, „Ener­gie“ und „Wirt­schaft“ ein­be­zo­gen. Die Indi­ka­to­ren beschrei­ben die Ver­letz­bar­keit einer Regi­on. Sie zei­gen wei­ter­hin, wie gut auch im Kri­sen­fall die Hand­lungs­fä­hig­keit einer Regi­on oder Stadt durch Fle­xi­bi­li­tät, Res­sour­cen­aus­stat­tung und Sozi­al­ka­pi­tal erhal­ten bleibt.

Bei fünf Indi­ka­to­ren liegt der Land­kreis Forch­heim im Spit­zen­be­reich, acht­mal wur­de ein Mit­tel­platz erreicht und bei fünf Indi­ka­to­ren reich­te es nur für einen Rang am Ende der Tabel­le.

Über­ra­schend mag die Bewer­tung ein­zel­ner Indi­ka­to­ren erschei­nen. So wur­de im Hin­blick auf die Kri­sen­fe­stig­keit ein hoher Anteil an Indu­strie­be­schäf­tig­ten nega­tiv beur­teilt. Die Grün­de lie­gen in der hohen und unmit­tel­ba­ren Betrof­fen­heit ins­be­son­de­re der export­ori­en­tier­ten deut­schen Indu­strie von glo­ba­len Wirt­schafts­kri­sen. Die­se wur­de durch die Finanz­kri­se des Jah­res 2008 gera­de bestä­tigt.

Ins­ge­samt zeigt die Stu­die, dass nicht unbe­dingt inter­na­tio­na­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit Sicher­heit für die Zukunft signa­li­siert. Gera­de in der öffent­li­chen Dis­kus­si­on eher ver­nach­läs­sig­te Berei­che bie­ten Schutz vor den Aus­wir­kun­gen von Kri­sen. Dezen­tra­le Ener­gie­er­zeu­gung, sozia­le Sta­bi­li­tät, Ver­füg­bar­keit von land- und forst­wirt­schaft­li­chen Flä­chen und Arbeits­plät­ze vor Ort hel­fen bei der regio­na­len Abfe­de­rung weit mehr.
In einer kom­ple­xen und glo­bal ver­netz­ten Welt kön­nen ent­fernt ent­ste­hen­de Kri­sen unmit­tel­bar die Ver­sor­gung von Bevöl­ke­rung und Unter­neh­men bedro­hen. Selbst eine glo­ba­le Kri­se wird tat­säch­lich erst durch die Kon­se­quen­zen vor Ort und in der Regi­on spür­bar.

Den Krei­sen und Städ­ten kann nur emp­foh­len wer­den, sich mit mög­li­chen Kri­sen­sze­na­ri­en wesent­lich inten­si­ver zu befas­sen als bis­her. Star­ke Regio­nen sind wich­tig als Rück­fall­po­si­tio­nen und als prä­ven­ti­ver Hand­lungs­raum für mehr Kri­sen­fe­stig­keit.

Die voll­stän­di­ge Liste der Indi­ka­to­ren fin­den Sie unter www​.pestel​-insti​tut​.de.

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