UNESCO-Aus­zeich­nung für Bay­reu­ther Umwelt­bil­dung

Lern­zir­kel der Bio­en­er­gie­re­gi­on Bay­reuth als offi­zi­el­les Welt­de­ka­de­pro­jekt der Ver­ein­ten Natio­nen aus­ge­zeich­net

Teilnehmerinnen eines Bioenergie-Kunstworkshops. L.: Leiter Wolfgang Pietschmann

Teil­neh­me­rin­nen eines Bio­en­er­gie-Kunst­work­shops. L.: Lei­ter Wolf­gang Piet­sch­mann

Die Deut­sche UNESCO-Kom­mis­si­on zeich­net heu­te bei der Bil­dungs­mes­se didac­ta in Stutt­gart das Bay­reu­ther Bil­dungs­pro­jekt „Ent­flammt für Ener­gie: Bio­en­er­gie-Edu­tain­ment“ als Pro­jekt der UN-Deka­de „Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung“ aus. Die Aus­zeich­nung erhal­ten Aktio­nen, die die Anlie­gen die­ser welt­wei­ten Bil­dungs­of­fen­si­ve der Ver­ein­ten Natio­nen vor­bild­lich umset­zen: Sie ver­mit­teln Kin­dern und Erwach­se­nen nach­hal­ti­ges Den­ken und Han­deln.

„Das Bay­reu­ther Pro­jekt zeigt ein­drucks­voll, wie zukunfts­fä­hi­ge Bil­dung aus­se­hen kann. Das Votum der Jury wür­digt das Ange­bot, weil es ver­ständ­lich ver­mit­telt, wie Men­schen nach­hal­tig han­deln“, so Prof. Ger­hard de Haan, Vor­sit­zen­der des Natio­nal­ko­mi­tees der UN-Deka­de in Deutsch­land und Mit­glied der Jury.

Initia­tor der Bil­dungs­in­itia­ti­ve war die Bio­en­er­gie­re­gi­on Bay­reuth in Koope­ra­ti­on mit der Uni­ver­si­tät Bay­reuth. Ent­wickelt wur­den zwei Lern­zir­kel, die unter­halt­sam und hand­lungs­ori­en­tiert Wis­sen zu den The­men „Erneu­er­ba­re Ener­gien“ und „Nach­wach­sen­de Roh­stof­fe“ ver­mit­teln. Wäh­rend der Lern­zir­kel „Bio­en­er­gie-Edu­tain­ment“ dabei einen Schwer­punkt auf Expe­ri­men­te und neue Medi­en setzt, steht bei „Ent­flammt für Ener­gie“ ein kunst­päd­ago­gi­scher Ansatz im Mit­tel­punkt.

Die bei­den Lern­zir­kel und die im Rah­men des Pro­jek­tes gefer­tig­ten Kunst­wer­ke wer­den vom 29. März bis 15. April 2011 im Land­rats­amt Bay­reuth aus­ge­stellt und damit erst­ma­lig der all­ge­mei­nen Öffent­lich­keit prä­sen­tiert. Anschlie­ßend kön­nen die Lern­sta­tio­nen von Schu­len und ande­ren Bil­dungs­ein­rich­tun­gen beim Regio­nal­ma­nage­ment Stadt und Land­kreis Bay­reuth aus­ge­lie­hen wer­den.

Das Pro­jekt wur­de von Regio­nal­ma­na­ger Bernd Rot­ham­mel (Regio­nal­ma­nage­ment der Stadt und Land­kreis Bay­reuth) koor­di­niert. Die Kon­zep­ti­on erar­bei­te­te die Dipl.-Biologin Yel­va Lar­sen im Rah­men ihrer Pro­mo­ti­on am Lehr­stuhl Didak­tik der Bio­lo­gie (Uni­ver­si­tät Bay­reuth). Mit der Sta­ti­on „Ener­gy Race“ steu­er­ten die Medi­en­wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­si­tät Bay­reuth (Prof. Dr. Jochen Kou­bek) ein beson­de­res High­light bei. Ent­schei­dend für den Erfolg war auch, dass neben der wis­sen­schaft­li­chen Kom­pe­tenz auch die Erfah­run­gen von Prak­ti­kern aus Schu­len und außer­schu­li­schen Umwelt­bil­dungs­ein­rich­tun­gen ein­flos­sen. Ins­be­son­de­re Tho­mas Kapp­auf, Umwelt­be­auf­trag­ter des Umwelt­in­for­ma­ti­ons­zen­trums Lin­den­hof in Bay­reuth und Karo­li­ne Scholl, Fach­leh­re­rin an der Albert-Schweit­zer-Mit­tel­schu­le in Bay­reuth waren maß­geb­lich an der Umset­zung betei­ligt. Wich­ti­ge Unter­stüt­zung lie­fer­ten auch das Staat­li­che Schul­amt, die Fach­be­ra­tung für Umwelt­er­zie­hung der Regie­rung von Ober­fran­ken, der Künst­ler und Kunst­er­zie­her Wolf­gang Piet­sch­mann sowie zahl­rei­che Schu­len der Regi­on.

Die erfor­der­li­chen Mit­tel für die Pro­jekt­rea­li­sie­rung stell­ten der Baye­ri­sche Umwelt­fonds, der Kul­tur­fonds Bay­ern, das Bun­des­mi­ni­ste­ri­ums für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Ver­brau­cher­schutz, die Euro­päi­sche Uni­on sowie Stadt und Land­kreis Bay­reuth zur Ver­fü­gung.

Da die ein­zel­nen Lern­sta­tio­nen – ins­ge­samt vier­zehn – bewusst hand­lungs­ori­en­tiert aus­ge­legt sind, kön­nen sich Schü­ler eigen­in­itia­tiv, selb­stän­dig und expe­ri­men­tell mit der The­ma­tik Bio­en­er­gie aus­ein­an­der­set­zen. Obwohl die Sta­tio­nen in erster Linie auf die Ziel­grup­pe der Haupt­schü­ler aus­ge­rich­tet sind, kön­nen sie auch an ande­ren Schul­ar­ten oder außer­schu­li­schen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen ver­wen­det wer­den.
Wäh­rend der Erpro­bungs­pha­se wur­den Pro­to­ty­pen der Sta­tio­nen in ca. 60 Schul­klas­sen aus ins­ge­samt 14 Schu­len der Regi­on gete­stet. Zusätz­lich fan­den zwei umwelt- und kunst­päd­ago­gi­sche Pro­jekt­wo­chen statt. Dabei durch­lie­fen Schü­ler der Albert-Schweit­zer-Mit­tel­schu­le zunächst in der Schu­le die Lern­zir­kel und beschäf­tig­ten sich dann im Umwelt­in­for­ma­ti­ons­zen­trum Lin­den­hof auch künst­le­risch mit dem The­ma. Einen ähn­li­chen Ansatz ver­folg­te ein Bio­en­er­gie-Kunst­work­shop unter der Lei­tung des Hollfel­der Künst­lers und Päd­ago­gen Wolf­gang Piet­sch­mann.

Die Deut­sche UNESCO-Kom­mis­si­on hat in Deutsch­land bereits über 1.000 Pro­jek­te aus­ge­zeich­net: In Schü­ler­fir­men ler­nen Kin­der, öko­no­misch sinn­voll wie umwelt­ver­träg­lich und sozi­al gerecht zu han­deln; Kin­der­gär­ten und Schu­len rich­ten ihr Kon­zept an den Prin­zi­pi­en der Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung aus, bau­en Solar­an­la­gen oder enga­gie­ren sich für fai­ren Han­del; außer­schu­li­sche Trä­ger orga­ni­sie­ren Bil­dungs­an­ge­bo­te rund um nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung.

Mit der UN-Deka­de haben sich die Staa­ten der Ver­ein­ten Natio­nen ver­pflich­tet, die­se Art des Ler­nens in ihren Bil­dungs­sy­ste­men zu ver­an­kern. Auf Grund­la­ge eines ein­stim­mi­gen Bun­des­tags­be­schlus­ses koor­di­niert die Deut­sche UNESCO-Kom­mis­si­on die deut­schen Akti­vi­tä­ten zur UN-Deka­de “Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung”. Sie hat ein Natio­nal­ko­mi­tee beru­fen und mit Mit­teln des Bun­des­mi­ni­ste­ri­ums für Bil­dung und For­schung eine Deka­de-Koor­di­nie­rungs­stel­le ein­ge­rich­tet.

Eine Jury aus Exper­ten ent­schei­det über die Aus­zeich­nung der Bil­dungs­pro­jek­te. Vor­aus­set­zung ist die Aus­rich­tung der Arbeit an den Grund­sät­zen der Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung. So müs­sen Wis­sen und Kom­pe­ten­zen aus min­de­stens zwei der drei Nach­hal­tig­keits-Dimen­sio­nen Wirt­schaft, Sozia­les und Umwelt ver­mit­telt wer­den. Außer­dem wich­tig: Die Pro­jek­te haben inno­va­ti­ven Cha­rak­ter, wir­ken in die Brei­te und bemü­hen sich um die Zusam­men­ar­beit mit ande­ren Pro­jek­ten.

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