Sonn­tags­ge­dan­ken: Gedan­ken zum Fasching

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs

Pro­fes­sor Hel­mut Thielicke hielt einst eine Vor­trags­rei­he in Kali­for­ni­en. Zum Abschluss des Seme­sters ver­an­stal­te­ten die Ame­ri­ka­ner eine Faschings­par­ty. Jeder ver­klei­de­te sich nach Lust und Lau­ne. Da lach­te, johl­te und trom­mel­te man, ver­al­ber­te das Lehr­per­so­nal. Als sich die Stu­die­ren­den in ihrer Kostü­mie­rung zum Essen ver­sam­mel­ten, sprach jemand ein Tisch­ge­bet und alle hör­ten gesenk­ten Haup­tes andäch­tig zu. Als der deut­sche Pro­fes­sor hier­über sicht­lich erstaun­te, frag­ten ihn die Ame­ri­ka­ner: Sol­len wir den HERRN nicht auch dabei sein las­sen, wenn wir Spaß mit­ein­an­der haben?”

Wie ver­ein­ba­ren sich bei uns Glau­be und Gesel­lig­keit, Glau­be und Spaß? Schlie­ßen sich bei­de gegen­sei­tig aus? Guter Humor ist jeden­falls eine Gabe Got­tes, frei­lich eine sel­te­ne. Zu mei­ner Zeit haben wir an einer kirch­li­chen Hoch­schu­le Bay­erns das Tisch­ge­bet durch ein paar Sekun­den der Stil­le ersetzt, damit nie­mand zum Gebet gezwun­gen wird. Wir wären nie auf die Idee gekom­men, unse­re Stu­den­ten­bäl­le mit einem Gebet zu eröff­nen oder zu beschlie­ßen. Wir in Deutsch­land drän­gen den Glau­ben gern ins Pri­va­te ab, schlie­ßen ihn oft aus dem Bereich von Poli­tik, Sport und Wirt­schaft aus. Aber Got­tes Hei­li­ger Geist will unser gan­zes Leben tie­fer, rei­cher, aus­ge­gli­che­ner, fröh­li­cher machen. Wir soll­ten uns nicht für die Fro­he Bot­schaft genie­ren.

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs, www​.neu​stadt​-aisch​-evan​ge​lisch​.de

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