Sonn­tags­ge­dan­ken: Valen­tins­tag am 14. Febru­ar

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs

Lie­bes­paa­re und Freun­de schen­ken ein­an­der am 14. Febru­ar Blu­men, denn Bezie­hun­gen brau­chen Pfle­ge, um nicht abzu­ster­ben. Hier­zu­lan­de hat sich die­ser Brauch erst vor weni­gen Jah­ren ein­ge­bür­gert und wird eben­so wie das selt­sa­me Hal­lo­ween von der Wer­be­in­du­strie mas­siv geför­dert. Die Römer fei­er­ten am 15. Febru­ar das Fest der Luper­ka­li­en, wo Lie­bes­ora­kel und Lie­bes­lot­te­rien statt­fan­den: Jun­ge Bur­schen zogen Lose mit den Namen der unver­hei­ra­te­ten Mäd­chen und durf­ten mit ihnen aus­ge­hen.

Bischof Valen­tin von Terni(Oberitalien) wider­setz­te sich dem manch­mal recht bru­ta­len heid­ni­schen Brauch­tum, indem er heim­lich Paa­re trau­te, die sich lieb­ten und nicht durch Los ver­kup­pelt wer­den woll­ten. Auch ver­hei­ra­te­te er Sol­da­ten, die sich eigent­lich erst nach ihrer Pen­sio­nie­rung, also im fort­ge­schrit­te­nen Alter ver­ehe­li­chen durf­ten. Im Namen der Barm­her­zig­keit, aus Mit­ge­fühl mit den Lie­ben­den brach der Bischof das staat­li­che Recht und beschenk­te die Hoch­zeit­er noch mit Blu­men aus dem eige­nen Gar­ten. Das brach­te ihm am 14. Febru­ar 269 den Mär­ty­rer­tod ein.

Im Namen der Mit­mensch­lich­keit darf gera­de der Christ, der von der abso­lu­ten Lie­be Got­tes lebt, auch noch heu­te dem Staat Wider­stand lei­sten. Auch der demo­kra­tisch durch Wah­len kon­trol­lier­te Staat ver­hält sich nicht immer human. So lie­ßen Kir­chen­ge­mein­den von der Abschie­bung bedroh­te Asyl­be­wer­ber in ihren Räu­men woh­nen und Chri­sten betei­lig­ten sich an Sitz­blocka­den vor US-Kaser­nen, wo Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen auf­ge­stellt wer­den soll­ten. Uner­wähnt darf auch nicht blei­ben, dass gera­de Chri­sten durch fried­li­che Pro­te­ste den Sturz der kom­mu­ni­sti­schen Régime in Herbst 1989 bewirk­ten.

Die Lie­be zum Mit­mensch soll stets das Maß unse­res per­sön­li­chen christ­li­chen Han­delns sein, nicht das Schie­len auf die Mehr­heit, nicht die stu­re Befol­gung von Vor­schrif­ten.

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs, www​.neu​stadt​-aisch​-evan​ge​lisch​.de

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