MdB Anet­te Kram­me: „Ober­fran­ken soll nun auch einen Wahl­kreis zur Bun­des­tags­wahl verlieren“

Gra­vie­ren­de Umstruk­tu­rie­run­gen geplant

Kaum ist der Schock des wahr­schein­li­chen Ver­lu­stes eines Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten in Ober­fran­ken – und somit auch einer wich­ti­gen poli­ti­schen Stim­me – ver­daut, rollt schon die näch­ste Hiobs­bot­schaft auf Ober­fran­ken zu. Wie die schwarz-gel­be Bun­des­re­gie­rung in einem Bericht der Wahl­kreis­kom­mis­si­on des Deut­schen Bun­des­ta­ges mit­teilt, schlägt die­se in einem Gut­ach­ten vor, die Anzahl der ober­frän­ki­schen Wahl­krei­se bei der Wahl zum Deut­schen Bun­des­tag von fünf auf vier zu ver­klei­nern, um einen wei­te­ren Wahl­kreis in Ober­bay­ern bil­den zu können.

„Die Wahl­kreis­kom­mis­si­on begrün­det dies damit, dass so der demo­gra­phi­schen Ent­wick­lung durch Bevöl­ke­rungs­ab­nah­me in Ober­fran­ken und der Zunah­me in Ober­bay­ern Rech­nung getra­gen wer­den kön­ne. Nüch­tern betrach­tet haben sie ja Recht. Wer jedoch nur Poli­tik auf dem Reiß­brett macht und kei­nen sen­si­blen Blick für die Ent­wick­lun­gen und Bedürf­nis­se von Regio­nen wie Ober­fran­ken hat, braucht sich über auf­kom­men­den Unmut nicht zu wun­dern“, so die ober­frän­ki­sche SPD-Vor­sit­zen­de Anet­te Kramme.

„Das Gut­ach­ten weißt auch dar­auf hin, dass das Bun­des­wahl­ge­setz, anders als bei der Ver­tei­lung der Wahl­krei­se zwi­schen den Län­dern, inner­halb eines Bun­des­lan­des kei­ne der Bevöl­ke­rungs­zahl ent­spre­chen­de Ver­tei­lung zwi­schen den Regie­rungs­be­zir­ken verlangt.

Hier sind die Bun­des­re­gie­rung und die Regie­rung des Frei­staats Bay­ern in der Pflicht dafür zu sor­gen, dass Ober­fran­ken nicht noch wei­ter abge­hängt wird. Ich for­de­re daher alle ober­frän­ki­schen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten egal wel­cher Par­tei auf, mit mir gemein­sam dage­gen vor­zu­ge­hen. Hier geht es nicht um die Siche­rung von Man­da­ten, son­dern um die Zukunft unse­rer Hei­mat. Ich fin­de es ein loh­nen­des Ziel, dar­um zu kämp­fen“, erklärt die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te aus Bay­reuth weiter.

Nach Auf­fas­sung der Wahl­kreis­kom­mis­si­on kön­ne der Wahl­kreis Hof unver­än­dert bestehen blei­ben. Die Land­krei­se Coburg und Kro­nach sowie der Land­kreis Kulm­bach sol­len gemein­sam mit der kreis­frei­en Stadt Coburg den neu­en Wahl­kreis Coburg-Kulm­bach bilden.

Der Land­kreis Bam­berg und der Land­kreis Lich­ten­fels sol­len gemein­sam mit der kreis­frei­en Stadt Bam­berg zum Wahl­kreis Bam­berg zusam­men­ge­fasst wer­den. Der Land­kreis Bay­reuth und der Land­kreis Forch­heim wür­den dann gemein­sam mit der kreis­frei­en Stadt Bay­reuth den Wahl­kreis Bay­reuth bilden.

„Mein Ein­druck ist, dass sich die Wahl­kreis­kom­mis­si­on nicht von die­sen Plä­nen abbrin­gen lässt. Das letz­te Wort dazu hat jedoch der Bun­des­tag. Wir wer­den sehen, wer dann Far­be für sei­ne Hei­mat bekennt“, meint Kramme.

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