2. Bay­reu­ther Ener­gie­rechts­ta­ge: Macht Euro­pa die Ener­gie bil­li­ger?

Am 17. und 18. März 2011 ver­an­stal­tet die For­schungs­stel­le für deut­sches und euro­päi­sches Ener­gie­recht (FER) an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth die zwei­ten Bay­reu­ther Ener­gie­rechts­ta­ge. The­ma dabei: die Umset­zung des 3. Ener­gie­bin­nen­markt­pa­kets.

Ein funk­tio­nie­ren­der Ener­gie­bin­nen­markt ist bereits seit Mit­te der 90er Jah­re Ziel der Ener­gie­po­li­tik der Euro­päi­schen Uni­on – und doch kam man damit bis­her nur schlep­pend vor­an. Nach Mei­nung der Kom­mis­si­on gibt es in der Euro­päi­schen Uni­on bis­lang kei­nen gemein­sa­men Markt für Strom und Gas, die natio­na­len Ener­gie­märk­te sind nach wie vor weit­ge­hend von­ein­an­der abge­schot­tet. Das soll sich mit dem 3. Ener­gie­bin­nen­markt­pa­ket ändern, sagt Pro­fes­sor Dr. Knut Wer­ner Lan­ge, Direk­tor der For­schungs­stel­le für deut­sches und euro­päi­sches Ener­gie­recht (FER) an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth.

Die Zie­le die­ser Initia­ti­ve sind für Unter­neh­men wie Ver­brau­cher glei­cher­ma­ßen wich­tig: Es geht um den Aspekt der Ver­sor­gungs­si­cher­heit mit Strom und Gas, bedingt durch eine enge­re Ver­knüp­fung der natio­na­len Net­ze. Und dane­ben hat die Kom­mis­si­on die Ener­gie­ko­sten im Blick, die sie durch Regu­lie­rung und eine Inten­si­vie­rung des Wett­be­werbs zu sen­ken hofft.

„Mit der Ver­ab­schie­dung des 3. Ener­gie­bin­nen­markt­pa­kets wur­de zwar der jüng­ste Bau­stein der Euro­päi­schen Bin­nen­markt­ar­chi­tek­tur geschaf­fen“, erklärt Pro­fes­sor Lan­ge. „Die Umset­zung wird den deut­schen Gesetz­ge­ber aber vor erheb­li­che Her­aus­for­de­run­gen stel­len.“ Denn der sei gera­de damit beschäf­tigt, ein eige­nes Ener­gie­kon­zept zu erar­bei­ten.

Das neue euro­päi­sche Paket besteht aus zwei Elek­tri­zi­täts- und Erd­gas­bin­nen­markt­richt­li­ni­en sowie Ver­ord­nun­gen zum Strom- und Gas­netz­zu­gang und zur Errich­tung der neu­en Agen­tur für die Zusam­men­ar­beit der natio­na­len Regu­lie­rungs­be­hör­den (ACER). Dane­ben tre­ten neue Vor­ga­ben zum Ver­brau­cher­schutz und zur Unab­hän­gig­keit der Regu­lie­rungs­be­hör­den in Kraft. „Das Herz­stück der neu­en Richt­li­ni­en­vor­ga­ben dürf­te aber die Ver­schär­fung des bis­he­ri­gen Unbund­ling-Regimes bil­den“, so Pro­fes­sor Lan­ge. Damit wer­den Ener­gie­ver­sor­gung, ‑trans­port und ‑ver­trieb in selbst­stän­di­ge Unter­neh­men auf­ge­teilt. Die­se Tren­nung soll den Wett­be­werb auf den ver­schie­de­nen Stu­fen bele­ben, was am Ende auch dem End­ver­brau­cher zugu­te kom­men soll.

Die For­schungs­stel­le für deut­sches und euro­päi­sches Ener­gie­recht an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth nimmt die­ses umfang­rei­che Bin­nen­markt­pa­ket zum Anlass, des­sen Aus­wir­kun­gen einer genau­en Ana­ly­se zu unter­zie­hen. „Im Aus­tausch zwi­schen Wis­sen­schaft und Pra­xis sol­len die Neue­run­gen auf euro­päi­scher und natio­na­ler Ebe­ne unter­sucht und kri­tisch hin­ter­fragt wer­den“, erläu­tert FER-Direk­tor Lan­ge. „Letzt­lich muss es um die Zukunfts­fä­hig­keit der euro­päi­schen Ener­gie­ver­sor­gung gehen.“

Zu der Tagung wer­den nam­haf­te Ver­tre­ter aus der Rechts­wis­sen­schaft (Pro­fes­sor Dr. Dr. Peter Sal­je, Leib­niz Uni­ver­si­tät Han­no­ver; Pro­fes­sor Dr. Mar­kus Möstl, Uni­ver­si­tät Bay­reuth), aus der Wirt­schaft (Dr. Chri­sti­an Schnel­ler, Ten­neT TSO GmbH, Bay­reuth; Dr. Gise­la Böhnel, Vat­ten­fall Euro­pe AG, Ber­lin), von inter­na­tio­na­len Groß­kanz­lei­en (Dr. Petra Lins­mei­er, Kanz­lei Gleiss Lutz, Mün­chen; Dr. Diet­mar O. Reich, Kanz­lei Bei­ten Burk­hardt, Brüs­sel) sowie von Behör­den (Tan­ja Held, Bun­des­netz­agen­tur) erwar­tet.

INFO:
Die Vor­trä­ge der Ener­gie­rechts­ta­ge ste­hen Uni­ver­si­täts­an­ge­hö­ri­gen, Stu­die­ren­den und der Öffent­lich­keit offen. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter www​.fer​.uni​-bay​reuth​.de, die Orga­ni­sa­to­ren bit­ten zur bes­se­ren Vor­pla­nung um Anmel­dun­gen unter die­ser Inter­net­adres­se.

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