CSU – Orts­ver­band Reuth dis­ku­tiert die Forch­hei­mer Süd­um­ge­hung

Der Reu­ther CSU – Orts­vor­sit­zen­de Dr. Micha­el Schu­ster hat die Mit­glie­der des Orts­ver­ban­des und den Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Edu­ard Nöth ins Sport­heim ein­ge­la­den, um über den Bau der Ost­span­ge der Süd­um­ge­hung Forch­heim zu dis­ku­tie­ren. Dr. Micha­el Schu­ster, aber auch die anwe­sen­den Stadt­rä­te Lie­sel Schmitt und Tho­mas Schu­ster mach­ten dabei deut­lich, dass sich die Bür­ger Reuths, ins­be­son­de­re die Anlie­ger der Reu­ther- und der Bay­reu­ther­sta­ße eine deut­li­che Ver­kehrs­ent­la­stung und damit eine erheb­li­che Lärm­min­de­rung erwar­ten. Des­halb tre­te der CSU – Orts­ver­band für den Bau der rund 9 km lan­gen Ost­span­ge der B 470 Süd­um­ge­hung ein, die vom Ker­s­ba­cher Kreuz in die Frän­ki­sche Schweiz füh­re, um öst­lich von Reuth wie­der auf die B 470 zu mün­den. Der Mensch als Krö­nung der Schöp­fung müs­se bei aller Abwä­gung gegen­über den Belan­gen der Natur im Vor­der­grund ste­hen.

MdL Edu­ard Nöth ging zunächst auf die Histo­rie der B 470 Süd­um­ge­hung ein und berich­te­te, dass die Orts­um­ge­hung Forch­heim mit der Ost­span­ge bereits von 1971 bis 1985 mit der Dring­lich­keits­stu­fe I b im Bedarfs­plan des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­pla­nes ent­hal­ten war. Bei der Fort­schrei­bung 1985 war die­se Orts­um­ge­hung nicht mehr ent­hal­ten. Nach der The­ma­ti­sie­rung die­ser Strecke im Kom­mu­nal­wahl­kampf 1990 wur­de dann die gesam­te Strecke 1993 als neu­es Vor­ha­ben in den vor­dring­li­chen Bedarf des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­pla­nes auf­ge­nom­men, konn­te jedoch auf­grund der Dt. Ein­heit und den sich dar­aus erge­ben­dem Bedarf an Bun­des­stra­ßen nicht ange­gan­gen werden.Bei der letz­ten Ver­ab­schie­dung des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­pla­nes im Jah­re 2003 wur­de schließ­lich die ca. 3,1 km lan­ge West­tan­gen­te von Wim­mel­bach kom­mend bis zum Ker­s­ba­cher Kreuz in den vor­dring­li­chen Bedarf auf­ge­nom­men wer­den, die Ost­tan­gen­te wur­de im wei­te­ren Bedarf als neu­es Vor­ha­ben mit Pla­nungs­recht und beson­de­rem natur­schutz­fach­li­chen Pla­nungs­auf­trag aus­ge­wie­sen.

Der Abge­ord­ne­te Edu­ard Nöth ver­wies dar­auf, dass der wei­te­re Bedarf Vor­ha­ben ent­hält, deren gesamt­wirt­schaft­li­che Vor­teil­haf­tig­keit nach­ge­wie­sen ist, deren Inve­sti­ti­ons­vo­lu­men aber den Finanz­rah­men bis 2015 über­schrei­ten. Edu­ard Nöth lob­te die gute Zusam­men­ar­beit der Stadt Forch­heim und der Gemein­de Hau­sen und den über­ein­stim­men­den Ein­satz der Bun­des- und Lan­des­po­li­ti­ker bei der Rea­li­sie­rung der West­span­ge, die der­zeit im Bau ist. Ohne die­se vor­bild­li­che Stra­te­gie wäre der Bau­be­ginn am 31.7.2009 nicht mög­lich gewe­sen.

Für den Bau der Ost­span­ge wur­de nach Erstel­lung einer Umwelt­ver­träg­lich­keits­stu­die im Jah­re 1999 eine Raum­wi­der­stands­kar­te mit mög­li­chen Kor­ri­do­ren für eine Tras­se vor­ge­legt und dis­ku­tiert. Eben­so ent­stand 1999 ein Ver­kehrs­gut­ach­ten mit dem Ergeb­nis, dass die West- und Ost­span­ge unab­hän­gig von­ein­an­der rea­li­siert wer­den kön­nen. Auf­grund der nahe­lie­gen­den Fer­tig­stel­lung der West­span­ge, der mas­si­ven For­de­run­gen der drei Bür­ger­mei­ster von Pinz­berg ( 31.7.2009 : Kei­ne hal­ben Sachen – Ost­span­ge jetzt !) am Tag des Spa­ten­sti­ches, aber auch auf­grund stän­di­ger Vor­spra­chen von besorg­ten Bür­gern aus Gos­berg und Reuth habe er sich für eine Wie­der­auf­nah­me der Dis­kus­si­on über mög­li­che Ost­li­ni­en ein­ge­setzt. Dabei sei rasch klar gewor­den, dass allein schon wegen der gestie­ge­nen natur­schutz­recht­li­chen Anfor­de­run­gen die Raum­wi­der­stands­kar­te ver­al­tet ist. Seit 1999 haben sich, so Nöth, wei­te­re raum­wirk­sa­me Anfor­de­run­gen erge­ben. Er erin­ner­te z.B. an Was­ser- und Hoch­was­ser­schutz, an die FFH- und SPA – Richt­li­ni­en. Des­halb sei­nen wei­te­re Unter­su­chun­gen nötig. Das Staat­li­che Bau­amt habe daher bereits 2009 eine FFH- und SPA-Ver­träg­lich­keits­stu­die in Auf­trag gege­ben. Ende die­ses Jah­res sol­len erste Ergeb­nis­se vor­lie­gen, auf deren Grund­la­ge eine Lini­en­dis­kus­si­on für mög­li­che Ost­tra­s­sen statt­fin­den kann.

Edu­ard Nöth berich­te­te, dass sich auf sei­ne Initia­ti­ve hin am 11.6.2010 die Bür­ger­mei­ster der betrof­fe­nen Gemein­den in Wie­sent­hau mit Innen­staats­se­kre­tär Eck und Land­rat Glau­ber getrof­fen haben. Dabei wur­de ver­ein­bart, dass alle wei­te­ren Pla­nungs­schrit­te offen und trans­pa­rent mit den Kom­mu­nen und nicht über die Köp­fe der Bür­ger hin­weg erfol­gen wer­den. Das Staat­li­che Bau­amt wird auf­bau­end auf den Erkennt­nis­sen der natur­schutz­fach­li­chen Unter­su­chun­gen Tras­sen­va­ri­an­ten erar­bei­ten, die danach mit den Natur­schutz­be­hör­den und den Gemein­den dis­ku­tiert und bewer­tet wer­den. Aus­drück­lich wur­de ver­ein­bart, dass die gemeind­li­chen Vor­stel­lun­gen berück­sich­tigt wer­den, soweit sie nicht den natur­schutz­recht­li­chen Vor­ga­ben wider­spre­chen.

Auf Nach­fra­ge teil­te MdL Edu­ard Nöth mit, dass auf­grund der Ein­stu­fung „Wei­te­rer Bedarf“ die kon­kre­te Pla­nung einer Linie für den Ost­ab­schnitt der Orts­um­fah­rung Forch­heim erst dann auf­ge­nom­men wer­den kann, wenn die­se Ost­span­ge im Bedarfs­plan des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­pla­nes in den vor­dring­li­chen Bedarf ein­ge­stuft ist. Dies wird nicht vor dem Jah­re 2014 erfol­gen kön­nen. Edu­ard Nöth begrün­de­te abschlie­ßend die Not­wen­dig­keit der Ost­span­ge auch mit der Zukunft der Städ­te und Gemein­den im Land­kreis Forch­heim. Die Ost­span­ge eröff­ne die Mög­lich­keit, dass die Arbeit­neh­mer aus der Frän­ki­schen Schweiz nicht abge­hängt, son­dern schnel­ler an die Arbeits­plät­ze in der Reg­nitz­ach­se her­an­ge­führt wer­den.

Nöth mahn­te in der Dis­kus­si­on über die­se Bau­maß­nah­me zur Sach­lich­keit und Fair­neß und warn­te vor Bes­ser­wis­se­rei und fal­schen Behaup­tun­gen. Es gehe hier auch nicht um einen Kon­flikt zwi­schen Pinz­berg und Forch­heim. Allein die Ent­wick­lung der Regi­on, die Erhö­hung der Lebens­qua­li­tät und die Bedürf­nis­se der Men­schen ste­hen im Vor­der­grund.

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