Schneebruch im Forst, Glatteis am Hof

LBG Franken und Oberbayern rät: Besondere Vorsicht bei der Holzaufarbeitung im Wald! Wege und Betriebsstätten räumen und streuen!

Die extremen Schneefälle – begleitet von Tauwetter und überfrierender Nässe – sorgen nicht nur auf den Straßen für anhaltendes Chaos; auch Waldbesitzer stehen jetzt vor großen Herausforderungen, beispielsweise wenn umgestürzte Bäume beseitigt oder aber Brennholz gemacht werden soll. Generell rät die Land- und Forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Franken und Oberbayern: Wer nicht unbedingt in den Wald muss, sollte besseres Wetter abwarten! Durch die Schneelast und die winterlichen Stürme besteht extreme Gefahr von herabstürzenden Ästen und auch das Aufarbeiten von unter Spannung stehendem Holz ist sehr gefährlich und nur für Profis mit dem geeigneten Gerät zulässig.

Einmal mehr gilt auch hier: Maschineneinsatz geht vor der motormanuellen Aufarbeitung! Das ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern vor allem auch sicherer. Beauftragen Sie Forstprofis mit dieser gefährlichen Tätigkeit – diese verfügen über geeignete Maschinen wie Harvester, Seilwinden und die nötige Routine und Erfahrung. Eine Liste finden Sie in unserer Datenbank forstwirtschaftliche Dienstleister unter www.fob.lsv.de

Gehen Sie doch selbst in den Wald, dann nur mit der kompletten Schutzausrüstung und dem passenden Gerät. Liegende Stämme, die unter Spannung stehen, dürfen nur mit der richtigen Schnitttechnik eingeschnitten werden! Druckseite und Zugseite unbedingt beachten! Bei Seitenspannung immer auf der Druckseite des Holzes stehen. Droht der Stamm aufzuplatzen oder aufzureißen, dann empfiehlt sich beim Fällschnitt die Halteband-Technik. Räumen Sie vorher die Zufahrtswege, damit im Falle eines Unfalls die Rettungswägen durchkommen. Arbeiten Sie nie alleine bzw. halten Sie geeignete Notrufsysteme vor. Informieren Sie im Unglücksfall am besten zusätzlich noch Feuerwehr oder Bergwacht, um eine schnelle Rettung sicherzustellen.

Dächer nicht betreten!

Noch ein Wort zu verschneiten Dächern: Gerade jetzt, wo die Schneelast auf die Dächer drückt, dürfen Dächer nicht betreten werden! Nicht nur wegen der Gefahr des Absturzes seitlich oder an der Traufe sondern auch wegen Durchbrechens durch die Dachfläche bei nicht begehbaren Flächen, wie zum Beispiel Oberlichter. Diese sind unter Schnee nicht mehr erkennbar. Um beispielsweise die Solaranlagen vom Schnee und Eis zu befreien, müssen Hubarbeitsbühnen oder ähnliche sichere Arbeitsplätze wie teleskopierbare Arbeitsgeräte eingesetzt werden. Sollte wirklich das Dach aus welchen Gründen auch immer bestiegen werden müssen, so ist dies nur unter Zuhilfenahme geeigneter Sicherungsmittel oder Personenabsturzsicherungen, die an tragfähigen Anschlagpunkten befestigt sind, zulässig.

Betriebsflächen räumen und streuen!

Schnell können saubere Wege bei Eis und Schnee zur Rutschbahn werden. Überlegen Sie, welche Wege auf Ihrem Hof wann und wie häufig benutzt werden, welche Wege zuerst schneefrei sein müssen und wer sie benutzen soll. Auf landwirtschaftlichen Anwesen müssen die benutzten Betriebswege und Hofflächen vor Arbeitsbeginn geräumt und gestreut werden – vor allem auch die Milchsammelstelle! So vermeiden Sie das Risiko schwerer Unfallfolgen – bis hin zu Pflegebedürftigkeit und dauerhaften Bewegungseinschränkungen, zum Beispiel nach Oberschenkelhalsbrüchen und Schulter-/Handverletztungen.

Verwenden Sie geeignetes Streumaterial, beispielsweise Splitt. Vergessen Sie nicht das Nachstreuen bei Tauwetter. Die Verwendung von Streusalz macht übrigens nur dann Sinn, wenn Sie nach dem Antauen erneut räumen, damit der Matsch nicht wieder anfriert. Räumen Sie den Schnee auf den Betriebswegen jedes Mal vollständig weg! Vermeiden Sie das Festfahren, denn hier entstehen später Eisplatten! Bedenken Sie auch, dass ausgebrachtes Streumaterial häufig auf glatten vereisten Wegen beiseite gefahren wird, schlecht haftet oder bei Tauwetter im Untergrund versinkt.

Gehen Sie bei einer Gefahr von glattem oder rutschigem Untergrund bewusst und passen Sie ihr Gehtempo den Witterungs- und Bodenverhältnissen an. Gutes Schuhwerk mit einer rutschfesten Profilsohle  ist die „halbe Miete“. Wichtig ist, dass Sie einen sicheren Halt darin haben. Im Fachhandel gibt es außerdem Spikes, die Sie bei Bedarf an die Sohlen schnallen können.

Ein paar Minuten Räumen und Streuen bringt ein Maximum an Sicherheit für die ganze Familie. Übrigens: Kommen Sie Ihrer Verpflichtung zum Räumen nicht nach, kann das im Extremfall haftungsrechtliche Folgen haben.

Weitere Informationen

Faltblätter, Broschüren und Tipps zur Waldarbeit finden Sie in unserem Internetauftritt unter www.fob.lsv.de (im Bereich Prävention / Unfallverhütung). Fragen Sie auch Ihre LBG-Sicherheitsberater! Sie erreichen uns unter 0921 / 603 -345 (Bayreuth).