Jubi­lä­ums­jahr 2011: „90 Jah­re Schach­be­zirk Ober­fran­ken“

Groß­mei­ster Dr. Hel­mut Pfle­ger ist der Schirm­herr

Dr. Helmut Pfleger

Dr. Hel­mut Pfle­ger

Der Schach­be­zirk Ober­fran­ken fei­ert im Jahr 2011 sein 90-jäh­ri­ges Bestehen – und hat dafür einen pro­mi­nen­ten Schirm­herrn gewon­nen: Der Bam­ber­ger Groß­mei­ster Dr. Hel­mut Pfle­ger, den vie­le aus Schach­sen­dun­gen im Fern­se­hen ken­nen, über­nimmt die­se ehren­vol­le Auf­ga­be. Er will im Lau­fe des Jah­res das Jubi­lä­um aktiv beglei­ten und selbst ans Brett gehen.

Die Ant­wort auf die Anfra­ge aus dem Schach­be­zirk ließ nicht lan­ge auf sich war­ten. „Ich füh­le mich schach­lich Ober­fran­ken und vor allem Bam­berg sehr ver­bun­den“, sag­te Pfle­ger in einem Tele­fo­nat mit dem Bezirks­vor­sit­zen­den Tho­mas Carl. Des­halb sei es ihm eine Ehre, die Schirm­herr­schaft für das Jubi­lä­ums­jahr zu über­neh­men. „Ich mache das sehr ger­ne“, erklär­te der 68-Jäh­ri­ge in einer ersten Stel­lung­nah­me. Er sei stolz dar­auf, den Namen Ober­fran­kens – gemein­sam mit WM-Schieds­rich­ter und Schach­be­zirk Ehren­mit­glied Lothar Schmid aus Bam­berg – hin­aus in die (Schach-)Welt getra­gen zu haben.

Gleich zum ersten Höhe­punkt des Jubi­lä­ums­jahrs wird Pfle­ger per­sön­lich ver­tre­ten sein. Bei den ober­frän­ki­schen Schach­ta­gen in Schney bei Lich­ten­fels vom 3. bis 6. Janu­ar 2011 wird er erst­mals als Schirm­herr auf­tre­ten. Sei­ne Zusa­ge liegt bereits vor; ob er zur Eröff­nung der Mei­ster­schaf­ten oder zur Sie­ger­eh­rung nach Schney kom­men wird, ist der­zeit noch offen. Auf jeden Fall dür­fen sich die Ver­ant­wort­li­chen des Schach­be­zirks über eine Auf­wer­tung der Schach­ta­ge freu­en; zu die­sem Event strö­men all­jähr­lich die besten ober­frän­ki­schen Schach­spie­ler nach Schney und ermit­teln 14 Mei­ster inner­halb von vier Tagen.

Damit aber noch nicht genug: Dr. Hel­mut Pfle­ger wird die zahl­rei­chen Mei­ster­schaf­ten des Jah­res 2011 in Ober­fran­ken beglei­ten. Auch für eine Simul­tan­vor­stel­lung steht der wohl bekann­te­ste deut­sche Schach-Groß­mei­ster bereit. Zwei Gewin­ner gibt es schon jetzt: den Schach­be­zirk, der sein ohne­hin gutes Image mit dem Schirm­herrn noch­mals kräf­tig auf­po­liert, und Pfle­ger selbst, der vie­le Sym­pa­thien in sei­ner schach­li­chen Hei­mat ein­heimst.

Zur Per­son:

1977 stand Dr. Hel­mut Pfle­ger erst­mals für eine Schach­sen­dung vor der Kame­ra. Seit­dem ist er gefrag­ter TV-Exper­te für den Denk­sport. Mit „Zug um Zug – Schach für jeder­mann“ brach­te er die Grund­zü­ge des könig­li­chen Spiels einem brei­ten Publi­kum nahe. Pfle­ger war immer zur Stel­le, wenn WM-Kämp­fe anstan­den; einen beson­de­ren Stel­len­wert hat­te für ihn den Fern­seh­schach­preis „Schach der Groß­mei­ster“.

Der Medi­zi­ner mach­te aber auch durch Erfol­ge am Schach­brett von sich reden. Er war deut­scher Natio­nal­spie­ler und war bis in die 90er-Jah­re hin­ein in der Bun­des­li­ga für den Schach­club 1868 Bam­berg aktiv, den älte­sten und auch mit­glie­der­stärk­sten Ver­ein des Schach­be­zirks. 1998 zog er sich aus dem akti­ven Tur­nier­schach zurück und wid­me­te sich ver­stärkt sei­ner Tätig­keit als Kom­men­ta­tor und Autor zahl­rei­cher Bücher. Noch heu­te schreibt der 68-Jäh­ri­ge wöchent­lich eine Kolum­ne in der Wochen­zei­tung „Die Zeit“.

Schreibe einen Kommentar