Stel­lung­nah­me des Bund Natur­schutz (BN) der Kreis­grup­pe Forch­heim zum Bericht vom 11.11.2010: „Mdl Nöth for­dert bal­di­ge Rea­li­sie­rung der West­um­ge­hung Neun­kir­chen am Brand“

Kein blin­des Ver­trau­en vor­han­den

Der Bund Natur­schutz stellt auf­grund des Berich­tes im Wie­sent­bo­ten vom 11.11.2010 fest, dass es Herr Nöth (MdL,CSU) nicht wahr­ha­ben will, dass längst nicht mehr ganz Neun­kir­chen Herrn Innen­mi­ni­ster Her­mann bei der Schen­kung einer West­umgehung zur Wah­rung eines Regio­nal-Pro­por­zes im Staats­stra­ßen­bau nach­bar­schaft­lich oder gar blind ver­traut.

Herr Nöth hat da näm­lich eine brei­te Alli­anz aus vie­len Neun­kirch­ner Bür­gern, aus Ebers­ba­cher Land­wir­ten, Mit­glie­dern der Bür­ger­in­tia­ti­ve Munk e.V. und der Neun­kirch­ner Orts­grup­pe des Bund Natur­schutz in Bay­ern e.V. bewußt igno­riert oder vor­sätz­lich über­se­hen, die sogar zuletzt ver­eint am 16.10.10 bei einer Akti­on zum Schutz des Ebers­bach­tals öffent­lich auf­ge­tre­ten waren!

Es fehlt die Not­wen­dig­keit

Nach wie vor, und es wird immer offen­sicht­li­cher, ist das Feh­len einer fun­dier­ten Notwendigkeitsbe­gründung. Die ohne­hin gerin­ge Ver­kehrs­be­la­stung, ist in fünf Jah­ren um fünf Pro­zent gesun­ken. Das Auf­kom­men an schwe­ren Last­zü­gen, die bei einer mög­li­chen Begeg­nung an einer kur­zen Eng­stel­le Schwie­rig­kei­ten haben könn­ten, wenn die Fah­rer das Spie­gel-Aus­weich­ma­nö­ver nicht beherr­schen, ist eher klein, die Wahr­scheinlichkeit, dass sich Last­zü­ge stän­dig in der Eng­stel­le fest­fah­ren, somit gering.

Lösung gibt es

Abhil­fe bei die­ser Pro­ble­ma­tik schaf­fen bau­li­che und verkehrstech­nische Maß­nah­men, was heu­te vie­le Bür­ger aus Neun­kir­chen und Ebers­bach sehen. Der pro­ble­ma­ti­sche Stau­be­reich der Linksab­bieger aus der Fried­hof- in die Forch­hei­mer Stra­ße ist leicht durch eine Aus­wei­tung ergänzt mit abknicken­der Vor­fahrt zu lösen. Eine bau­lich bestä­ti­gen­den Unter­su­chung aus 2006 eines Pla­nungs­bü­ro, ver­an­lasst vom Markt, liegt vor und Besei­ti­gungs­maß­nah­men von Gefah­ren­zo­nen sind gemacht, was die Umfah­rung nicht ver­mag.

Alter­na­ti­ven sach­lich prü­fen

War­um wol­len 17 von 20 Räten in Neun­kir­chen nicht ehr­lich über der­ar­ti­ge Möglich­keiten befin­den? Wür­den Alter­na­ti­ven sach­lich geprüft, ergä­ben sich pein­sa­me Zwei­fel am, ohne ech­te Begrün­dung, über Jahr­zehn­te immer wie­der gebets­müh­len­ar­tig wie­der­hol­ten Ver­lan­gen. Und bevor es die­se Zwei­fel­an­sät­ze gibt, for­dert MdL Herrn Nöth eine bal­di­ge Rea­li­sie­rung.

Gleich­zei­tig wird Anders­den­ken­den das demo­kra­ti­sche Recht abge­spro­chen, die­ses frag­würdige Ver­lan­gen zu kri­ti­sie­ren. Die Par­al­le­len zu ähn­li­chen Selbst­be­die­nungs­me­tho­den jen­seits begrün­de­ter Maß­nah­men lan­des- wie auch bun­des­weit und die dar­aus resul­tie­ren­de Politikver­drossenheit sind augen­fäl­lig.

Kein Gewinn für den Men­schen

So wird stur an einer Ver­kehrs­ver­la­ge­rung von einem Stra­ßen­zug zu einem ande­ren fest­ge­hal­ten unter dem Vor­wand ‘Erst kommt der Mensch’ und weil es ‘gut für die Regional­entwicklung’ sei. Ande­re Wer­te zäh­len fata­ler Wei­se nicht. Dabei ist es nicht ein­mal ein Gewinn für den Men­schen. Zer­schnit­ten wird land­wirt­schaft­li­cher Kul­tur­raum, die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung durch Zunah­me von Schwer­last­ver­kehr bela­stet und deren Erho­lungs­räu­me genom­men – Kon­se­quen­zen des Ein­mau­erns Neun­kir­chens zum natür­li­chen Lebens­um­feld.

Nach­den­ken über eine intak­te Natur, gar Bewah­ren der Schöp­fung? Gewis­sens­bis­se wären die Fol­ge. ‘Wei­ter und durch‘ ist die Devi­se, statt mach­ba­re Lösun­gen zu erar­bei­ten. Sie­ben Jahr­zehn­te lang wur­den Dring­lich­kei­ten für Staats­stra­ßen hinauf­geschraubt und Ver­fah­ren ent­wickelt, um sich die­se Ein­zel­schrit­te immer wie­der umwelt­technisch sank­tio­niert zu geneh­mi­gen. Heu­te stellt man bestürzt fest, dass mehr als 80 % der intak­ten Natur­räu­me ver­schwun­den sind.

BN-Kat­ten­beck for­dert: „Die Schöp­fung bewah­ren, das ist Ihr eigent­li­cher Auf­trag, Herr Nöth, hat das „C“ noch eine Bedeu­tung?! Las­sen sie nicht die Zügel schlei­fen, indem sie einer unbe­grenz­ten Wunsch­spi­ra­le mensch­li­chen­Ver­lan­gens nach­ge­ben! Das Unter­tan­ma­chen der Erde ist untrenn­bar ver­bun­den mit der Ver­pflich­tung des Bewah­rens – und dar­an haben sich ins­be­son­de­re christ­lich poli­tisch Füh­ren­den zu ori­en­tie­ren und auch dafür zu kämp­fen, was wir bei ihnen lei­der nicht erken­nen kön­nen!“

Hein­rich Kat­ten­beck,

1.Kreisvorsitzender

BN-Kreis­grup­pe Forch­heim

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