State­ment Anet­te Kram­mes zur heu­ti­gen Regel­satz-Debat­te im Bun­des­tag

Heu­te hat der Bun­des­tag abschlie­ßend über die Regel­sät­ze in der Grund­si­che­rung und das Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket ent­schie­den. Ins­be­son­de­re die bei­den Reden von Bun­des­ar­beits­mi­ni­ste­rin Ursu­la von der Ley­en (CDU) führ­ten zu tumult­ar­ti­gen Situa­tio­nen. Die Sit­zung des Deut­schen Bun­des­ta­ges wur­de zwi­schen­zeit­lich für eine Son­der­sit­zung des Älte­sten­ra­tes unter­bro­chen. Die Bay­reu­ther Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Anet­te Kram­me (SPD) kri­ti­siert das Ver­hal­ten der Bun­des­re­gie­rung.

„Die Bun­des­ar­beits­mi­ni­ste­rin ist heu­te als Staats­schau­spie­le­rin auf­ge­tre­ten. Mit ihrer Show­ein­la­ge hat sie gezeigt: CDU/CSU und FDP haben an einer sach­li­chen Debat­te zu den Regel­sät­zen und zum Teil­ha­be­pa­ket für Kin­der und Jugend­li­che kein Inter­es­se. Wahr­schein­lich will Mini­ste­rin von der Ley­en so von den Schwä­chen ihres unaus­ge­go­re­nen Gesetz­ent­wurfs ablen­ken. Schwarz-Gelb hat mit 30 Sei­ten Ände­rungs­an­trä­gen ver­sucht, ihren eige­nen Gesetz­ent­wurf glatt­zu­bü­geln – bes­ser wird er dadurch nicht,“ sag­te Kram­me.

Kram­me erneu­er­te ihre Kri­tik an der Regel­satz­be­rech­nung, die nicht den Vor­ga­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ent­spricht: „In der Exper­ten­an­hö­rung im Bun­des­tag haben 21 der 24 Sach­ver­stän­di­gen deut­lich gemacht, dass zum Teil erheb­li­che ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken gegen der Gesetz­ent­wurf bestehen. Die­se hat die Bun­des­re­gie­rung nicht aus­ge­räumt“, so Kram­me.

Beim Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket für Kin­der und Jugend­li­che sieht die SPD-Poli­ti­ke­rin die Bun­des­re­gie­rung auf dem fal­schen Weg: „Die SPD for­dert einen deut­li­chen Aus­bau der Infra­struk­tur für Kin­der und Jugend­li­che. Wir wol­len mehr Geld in die Schul­so­zi­al­ar­beit und in Betreu­ungs­an­ge­bo­te inve­stie­ren. Dafür brau­chen die Kom­mu­nen eine gute finan­zi­el­le Aus­stat­tung, damit alle Kin­der gemein­sam von Bil­dung und Teil­ha­be pro­fi­tie­ren kön­nen. Die Bun­des­re­gie­rung möch­te lie­ber die Job­cen­ter zu Hilfs­ju­gend­äm­tern machen, statt bestehen­de kom­mu­na­le Kom­pe­ten­zen zu nut­zen. Die Job­cen­ter sind in der orga­ni­sa­to­risch schwie­ri­gen Lage, das Gesetz in weni­gen Tagen umset­zen zu müs­sen.”

Anet­te Kram­mes Rede im Wort­laut (PDF-Datei)

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