Sexu­el­le Gewalt: War­um schwei­gen die Opfer?

Vor­trag in der Forch­hei­mer St. Gere­ons-Kapel­le, dar­ge­stellt aus der Sicht eines Opfers und des sie beglei­ten­den Helfers

In den Medi­en ist oft die Rede von Fremd­tä­tern, die einem Kind auf­lau­ern, es ver­schlep­pen und miss­brau­chen. Aber über den Miss­brauch in der eige­nen Fami­lie oder im Bekann­ten­kreis des Kin­des zu reden scheint noch immer tabu zu sein. Dabei geschieht sexu­el­le Gewalt zu über 90% genau hier. Und dort ist die Ver­un­si­che­rung sehr groß, sowohl bei den Opfern, als auch bei den Men­schen der Umgebung.

Außen­ste­hen­de fra­gen sich oft: War­um haben sie nichts gesagt? War­um haben sie sich kei­ne Hil­fe geholt? Es gab doch mit Sicher­heit eine Mut­ter oder eine Groß­mutter, einen ver­ständ­nis­vol­len Leh­rer, eine lie­be­vol­le Nach­ba­rin oder eine Freun­din. Betrof­fe­ne den­ken: Ich habe nichts gesagt, nur still gehal­ten, mit­ge­macht, nie­man­den um Hil­fe gebe­ten. Also ist das schlim­me Gesche­hen allein mei­ne Schuld. Ich schä­me mich zu Tode, und will auf kei­nen Fall, dass mei­ne Fami­lie, Freun­de oder Kol­le­gen davon erfahren.

Täter schaf­fen es mit sub­ti­len Mit­teln und kri­mi­nel­ler Ener­gie, dass sich die­se Vor­ur­tei­le fest­set­zen. Der inter­ak­tiv gestal­te­te Vor­trag wen­det sich sowohl an Betrof­fe­ne als auch an nicht Betrof­fe­ne sexu­el­ler Gewalt. Er will Hin­ter­grün­de auf­decken und Ver­ständ­nis schaf­fen – also dazu bei­tra­gen, Vor­ur­tei­le und Schuld­ge­füh­le abzu­bau­en. Ellen Rachut als Betrof­fe­ne und ihr Mann Sieg­fried Rachut wer­den die­se Pro­ble­me aus kom­pe­ten­ter Sicht beleuch­ten. Schon seit vie­len Jah­ren enga­gie­ren sie sich in ver­schie­de­nen Ver­an­stal­tun­gen zum The­ma sexu­el­le Gewalt.

Die­ser Vor­trag fin­det am 25. Novem­ber 2010 um 18.30 Uhr in der St. Gere­on Kapel­le am Land­rats­amt Forch­heim statt.

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