Deutsch­lands beste Lai­en­or­che­ster kom­men nach Bamberg

4. Aus­wahl­or­che­ster-Wett­be­werb mit 36 Orche­stern und 1700 Musi­kern am Sams­tag, 6. November/​Großes Mati­née-Kon­zert am Sonn­tag, 7. November

Deutsch­lands beste Lai­en­or­che­ster tref­fen sich am Sams­tag, 6. Novem­ber und Sonn­tag, 7. Novem­ber in Bam­berg – zum 4. Wett­be­werb für Aus­wahl­or­che­ster, der heu­er erst­mals in Bay­ern aus­ge­tra­gen wird. So rei­sen 36 Aus­wahl­or­che­ster mit rund 1700 Musi­kern aus dem gesam­ten Bun­des­ge­biet auf eige­ne Kosten in die Dom­stadt, um teil­neh­men zu kön­nen. Orga­ni­siert wird die Ver­an­stal­tung von der Bun­des­ver­ei­ni­gung Deut­scher Orche­ster­ver­bän­de (BDO). Im Inter­view spricht der Pro­jekt­lei­ter des Aus­wahl­or­che­ster-Wett­be­werbs und Orga­ni­sa­tor Prof. Hans-Wal­ter Berg (79) über die Idee des Wett­be­werbs, die Zusam­men­set­zung von Aus­wahl­or­che­stern und die Erfah­run­gen bei den bis­he­ri­gen Wettbewerben.

Der Wett­be­werb der Aus­wahl­or­che­ster wird heu­er zum vier­ten Mal ver­an­stal­tet. Was war die Grund­idee des Ganzen?

Prof. Berg: Aus­wahl­or­che­ster sind eine neue Erschei­nung in der Lai­en­mu­sik­sze­ne. Sie wur­den über­wie­gend erst in den 80er und 90er Jah­ren gegrün­det. Hier han­delt es sich nicht um Orche­ster eines ein­zi­gen Musik­ver­eins, son­dern um sol­che Orche­ster, deren ambi­tio­nier­te Spie­ler aus vie­len Musik­ver­ei­nen einer Regi­on oder sogar aus einem gan­zen Bun­des­land kom­men. Bei einem Lei­stungs­ver­gleich im Wett­be­werb wären sol­che Aus­wahl­or­che­ster Ver­ein­sor­che­stern über­le­gen. Des­halb schließt sie z.B. der Deut­sche Musik­rat beim Deut­schen Orche­ster­wett­be­werb aus. Damit Aus­wahl­or­che­ster aber doch eine Chan­ce bekom­men, sich unter ihres­glei­chen zu mes­sen, hat unse­re Bun­des­ver­ei­ni­gung Deut­scher Orche­ster­ver­bän­de erst­mals 1998 einen Wett­be­werb für Aus­wahl­or­che­ster ins Leben gerufen.

Wie setzt sich ein Aus­wahl­or­che­ster zusammen?

Prof. Berg: Hier mag ein Ver­gleich mit begab­ten Schü­lern in Schul­klas­sen zum Ver­ständ­nis die­nen. Es gibt Schü­ler, deren Bega­bungs­po­ten­ti­al so hoch ist, dass sie eine Schul­klas­se über­sprin­gen kön­nen oder deren Ener­gie aus­reicht, um neben den schu­li­schen Anfor­de­run­gen anspruchs­vol­len Hob­bys nach­zu­ge­hen. So ähn­lich ist es auch in Orche­stern von Musik­ver­ei­nen. Dort fin­den sich beson­ders flei­ßi­ge Musi­ker, die gern auch mehr als in ihrem Hei­mator­che­ster gefor­dert wer­den wol­len. Für die­se Talen­te ist ein Aus­wahl­or­che­ster zusätz­lich gera­de richtig.

Das heißt, in Aus­wahl­or­che­stern sind die besten Musi­ker vertreten?

Prof. Berg: Die besten und ambi­tio­nier­te­sten Musi­ker aus ver­schie­de­nen Ver­ei­nen oder Musik­schu­len­bil­den bil­den dort ein neu­es Orchester.

Wie wer­den die Musi­ker für Aus­wahl­or­che­ster ermittelt?

Prof. Berg: Aus­wahl­or­che­ster laden ambi­tio­nier­te Ver­eins­mu­si­ker zum Mit­spie­len ein. Als Vor­aus­set­zung müs­sen Musi­ker ihre Lei­stungs­fä­hig­keit unter Beweis stel­len. Die inter­es­sier­ten Musi­ker stel­len sich ent­we­der einem Vor­spiel und zei­gen dabei, was sie kön­nen, oder sie wei­sen nach, dass sie eine Ver­bands­prü­fung bestan­den haben. In der Regel wird die zwei­te von drei im Schwie­rig­keits­grad anstei­gen­den Prü­fun­gen mit der Bezeich­nung D2 verlangt

Wie unter­schei­den sich die drei Stu­fen vom Schwie­rig­keits­grad her?

Prof. Berg: Um ein Bei­spiel zu nen­nen: Bei der ersten Stu­fe muss ein jun­ger Instru­men­ta­list über vier Ton­ar­ten im Spiel und in der Theo­rie ver­fü­gen, in der näch­sten kom­men dann viel­leicht schon sechs Ton­ar­ten dazu und schließ­lich bei der drit­ten Stu­fe muss er über einen gro­ßen Kos­mos an Musik­theo­rie Bescheid wis­sen und dar­über ver­fü­gen und ent­spre­chend anspruchs­vol­le Musik­stücke spie­len können.

Gibt es ein Min­dest­al­ter für die Teil­neh­mer von Auswahlorchestern?

Prof. Berg: Nein, ein Min­dest­al­ter ist nicht vor­ge­ge­ben. Eine gewis­se Rei­fe und Erfah­rung im Orche­ster­spiel wird aber erwar­tet. In den Musik­ver­ei­nen begin­nen Kin­der in immer jün­ge­rem Alter ein Instru­ment zu ler­nen. Im Spiel­leu­te-Bereich ist es die Norm, dass Kin­der schon im Alter von sechs Jah­ren Flö­te ler­nen oder Klei­ne Trom­mel. Mit neun Jah­ren kön­nen sie schon die erste Prü­fung able­gen. Blä­ser und Akkor­de­on-Spie­ler sind etwas älter. Zwi­schen den Lei­stungs­stu­fen D1, D2, D3 lie­gen jeweils zwei bis drei Jah­re. In den Lan­des­or­che­stern spie­len auch Musik­stu­den­ten und in den Lan­des­ju­gend-Jazz­or­che­stern befin­den sich Instru­men­ta­li­sten, die Berufs­mu­si­ker wer­den wol­len. Des­we­gen bewe­gen sich die Lan­des­ju­gend – Big Bands lei­stungs­mä­ßig in der Nähe von Pro­fi-Big Bands. Wir dür­fen des­halb in Bam­berg Dar­bie­tun­gen auf höch­stem Niveau erwarten.

Wie waren die Erfah­run­gen bei den bis­he­ri­gen drei Auswahlorchester-Wettbewerben?

Prof. Berg: Man kann an den Lei­stun­gen der bis­he­ri­gen drei Wett­be­wer­be bestän­dig Fort­schrit­te fest­stel­len. Die Orche­ster wer­den immer noch lei­stungs­fä­hi­ger. Das liegt auch an der ver­bes­ser­ten Aus­bil­dung der jun­gen Musi­ker. Noch vor 20, 30 Jah­ren war es üblich, dass ein Kind oder ein Jugend­li­cher im Ver­ein von Ver­ein­s­an­ge­hö­ri­gen und nicht an einer Musik­schu­le aus­ge­bil­det wur­de. Meist waren das ein bis zwei Jah­re Unter­wei­sung am Instru­ment. Inzwi­schen arbei­ten immer mehr Musik­ver­ei­ne mit Musik­schu­len zusam­men, wie hier in Bam­berg und im Land­kreis Bamberg.

Wie oft tref­fen sich Aus­wahl­or­che­ster zur Probe?

Pro. Berg: Aus­wahl­or­che­ster tref­fen sich in der Regel sechs­mal im Jahr an unter­schied­li­chen Orten zur Pro­be, also etwa alle zwei Mona­te an einem Wochen­en­de. Mehr ist nicht mög­lich, weil die Aus­wahl­or­che­ster ihre Mit­spie­ler dem Ver­ein­sor­che­ster nicht öfter bei des­sen Pro­ben ent­zie­hen wol­len. Aus­wahl­or­che­ster geben min­de­stens ein Kon­zert pro Jahr, denn die Pro­ben haben immer ein Aufführungsziel.

Wo liegt der Unter­schied zwi­schen Lai­en- und Aus­wahl­or­che­stern bei der öffent­li­chen Wahrnehmung?

Prof. Berg: Es gibt etwa 20 000 Lai­en­or­che­ster in Deutsch­land. Sie fin­den sich über­wie­gend in klei­nen Gemein­den. Je klei­ner der Ort, desto bes­ser ist oft­mals die Musik des dor­ti­gen Lai­en­or­che­sters, weil ein gro­ßer Teil de Gemein­de dahin­ter steht. Im all­ge­mei­nen Kul­tur­be­trieb wer­den die­se 20 000 Lai­en­or­che­ster aller­dings noch wenig wahr­ge­nom­men. Das lässt sich auch dar­an able­sen, dass in den Feuil­le­tons über­re­gio­na­ler Tages­zei­tun­gen fast nie über Lai­en­or­che­ster berich­tet wird. Bei Aus­wahl­or­che­stern ist es anders. Immer mehr Aus­wahl­or­che­stern gelingt es, in das Kul­tur­ange­bot einer Stadt auf­ge­nom­men zu wer­den. Dar­über erschei­nen in den Lokal­re­dak­tio­nen Rezen­sio­nen. Das ist auch ein Grund für unse­ren Wett­be­werb. Die Aus­wahl­or­che­ster wer­ben durch ihre her­aus­ra­gen­den Lei­stun­gen für das gesam­te Laienmusizieren.

Der Aus­wahl­or­che­ster-Wett­be­werb ist in fünf Kate­go­rien unter­teilt: Akkor­de­on­or­che­ster, Blas­or­che­ster, Jazz­or­che­ster, Spiel­leu­te­korps sowie Sai­ten- und Zupfor­che­ster. Aus wel­chem Bereich kom­men die mei­sten Teilnehmer?

Prof. Berg: Die mei­sten Teil­neh­mer kom­men aus Blas­or­che­stern. Etwa 2/3 aller Lai­en­or­che­ster in Deutsch­land sind Blas­or­che­ster. Die näch­ste gro­ße Spar­te sind mit 3000 Ver­ei­nen Spiel­leu­te­korps. Sie sind meist mit Flö­ten und Trom­meln, zuwei­len auch mit Blech­blas­in­stru­men­ten besetzt, wie im Nord­baye­ri­schen Musik­bund. Akkor­de­on­or­che­ster exi­stie­ren in 1000 Ver­ei­nen, Zupfor­che­ster in 500 Ver­ei­nen. Die Anzahl der Jazz­or­che­ster ist schwer zu ermit­teln, da sie nicht unter­ein­an­der in einem Ver­band ver­netzt sind. Spit­zen­or­che­ster sind hier die Lan­des­jazz­or­che­ster, von denen es in fast jedem Bun­des­land eines gibt. Inge­samt exi­stie­ren in Deutsch­land 270 Aus­wahl­or­che­ster, die Hälf­te davon sind Jugend­or­che­ster. 36 die­ser 270 Aus­wahl­or­che­ster rei­sen nach Bam­berg, dar­un­ter erst­mals auch ein Hackbrettorchester.

Wie setzt sich die Jury zusam­men und wie bewer­tet sie?

Prof. Berg: Für jede Spar­te wird eine Jury mit drei Mit­glie­dern gebil­det. Dabei han­delt es sich um deutsch­land­weit ange­se­he­ne Exper­ten. Maxi­mal kann jeder Juror 100 Punk­te für einen Vor­trag ver­ge­ben. Es gibt ins­ge­samt zehn Kri­te­ri­en, nach denen beur­teilt wird. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se Stim­mung und Into­na­ti­on. Dabei wird bewer­tet, ob alle Instru­men­te exakt auf eine Tön­hö­he und sau­ber gestimmt sind und die­se Ton­hö­he auch wäh­rend des Spiels hal­ten. Dann wird die Klang­qua­li­tät beur­teilt, wie gut ist der Klang der Ein­zel­spie­ler, der sich dann zum homo­ge­nen Regi­ster­klang mischen soll­te. Die rhyth­mi­sche Aus­füh­rung der Noten­vor­la­ge unter­liegt eben­falls einer Qua­li­täts­kon­trol­le. Die Juro­ren haben die Par­ti­tur der Kom­po­si­tio­nen vor sich lie­gen. Sie ver­glei­chen das Noten­bild mit dem Klang­bild. Für jedes von zehn Kri­te­ri­en kann der Punkt­rich­ter bis zu zehn Punk­te ver­ge­ben. Am Ende führt die Addi­ti­on der Punk­te aus den zehn Kri­te­ri­en zu einem Ergeb­nis, das zwi­schen 60 bis 100 Punk­ten liegt.

Wur­de bei den bis­he­ri­gen Wett­be­wer­ben die Höchst­punkt­zahl von 100 schon ein­mal erreicht?

Prof. Berg: Ja, aber nur in sehr sel­te­nen Fäl­len für Spit­zen­lei­stun­gen, die abso­lut kei­ne Wün­sche zur Ver­bes­se­rung mehr offen lassen.

Wie lan­ge wer­den die Orche­ster bei ihren Auf­trit­ten spie­len und gibt es Mindestanforderungen?

Prof. Berg: Im Durch­schnitt spielt jedes Orche­ster im Wett­be­werb 20 Minu­ten. Es wer­den meist meh­re­re Stücke gespielt, wobei die Gesamt­dau­er des Auf­tritts zwi­schen 15 Minu­ten und 25 Minu­ten vari­ie­ren kann. Alle Kom­po­si­tio­nen wer­den von den Orche­stern selbst aus­ge­wählt. Es gibt kei­ne Vor­ga­ben, weil die Bedin­gun­gen unter denen ein Orche­ster arbei­tet, sehr unter­schied­lich sind. Bei­spiels­wei­se haben Kreisor­che­ster kei­ne so gro­ße Aus­wahl an Spie­lern in allen Regi­stern, um Musik mit hohem Schwie­rig­keits­grad zu rea­li­sie­ren. Min­dest­an­for­de­run­gen wer­den nicht gestellt. Aller­dings fließt die Stück­aus­wahl in eines der zehn Beur­tei­lungs­kri­te­ri­en mit ein, denn es wird auch beur­teilt, ob das gewähl­te Musik­stück zum Orche­ster und zu sei­ner Beset­zung passt.

Die Teil­neh­mer des Aus­wahl­or­che­ster-Wett­be­werbs müs­sen ihre Über­nach­tungs- und Anfahrts­ko­sten selbst finan­zie­ren. Bedeu­tet das, dass sich die Musi­ker aus Begei­ste­rung und Freu­de engagieren?

Prof. Berg: Ja, das wis­sen wir von den Orche­stern, die sich schon bei frü­he­ren Wett­be­wer­ben betei­ligt haben. Da exi­stiert eine hohe Moti­va­ti­on, die sich im Vor­feld schon über lan­ge Zeit auf­ge­baut hat. Die Orche­ster haben den Ehr­geiz, Musik­stücke best­mög­lich zu inter­pre­tie­ren. Z.B. die Spiel­leu­te aus Nord­rhein-West­fa­len, die man am Sonn­tag, 7. Novem­ber, in der Mati­née um 11 Uhr hören wird, bren­nen dar­auf sich bereits zum vier­ten Mal im Wett­be­werb zu bewähren.

Was wün­schen Sie sich für den Wett­be­werb am ersten November-Wochenende?

Prof. Berg: Ich wün­sche mir ange­sichts des enor­men Auf­wands an Kraft und Ener­gie, den die aus vie­len Tei­len Deutsch­lands ange­rei­sten Orche­ster auf­brin­gen, dass sich die Bam­ber­ger Bevöl­ke­rung für den Wett­be­werb und die abschlie­ßen­de Mati­née am Sonn­tag inter­es­siert. Sie wer­den in der wun­der­ba­ren Kon­zert– und Kon­gress­hal­le um 11.00 Uhr ein Kon­zert mit fünf Aus­wahl­or­che­stern aus ver­schie­de­nen Orche­ster­spar­ten ein­zeln und zusam­men erle­ben. Die­se ein­ma­li­ge Gele­gen­heit dürf­te in Bam­berg kaum noch ein­mal zu erwar­ten sein.

Zum Schluss: Was moti­viert Sie per­sön­lich, den Wett­be­werb zu organisieren?

Prof. Berg: Für mich ist es die Freu­de dar­über, dass Men­schen, die nicht aus Erwerbs­grün­den auf das Musik­ma­chen ange­wie­sen sind, durch das Musi­zie­ren eine glück­lich machen­de Lebens­be­rei­che­rung fin­den, und dass wei­ter­hin die Jugend im stei­gen­den Maße für das Sel­ber­mu­si­zie­ren gewon­nen wird, denn sie zieht aus dem Orche­ster­mu­si­zie­ren einen Gewinn fürs Leben.

4. Wett­be­werb für Aus­wahl­or­che­ster in Bam­berg – Übersicht

Sams­tag, 6. Novem­ber 2010

8.00 bis 19.00 Uhr Wettbewerbe

  • Kon­zert- und Kon­gress­hal­le Bam­berg, Joseph-Keil­berth-Saal, Hegel-Saal,
  • E.T.A.-Hoffmann Thea­ter Bam­berg, Spie­gel­saal Harmonie

20.00 Uhr Ver­kün­dung der Wett­be­werbs­er­geb­nis­se, Preisverleihung

  • Kon­zert- und Kon­gress­hal­le in Bam­berg, Joseph-Keilberth-Saal

21.30 Uhr Abend der Begeg­nung mit Ver­kö­sti­gung und Live-Musik

  • Kon­zert- und Kon­gress­hal­le in Bam­berg, Gro­ßes Foyer

Sonn­tag, 7. Novem­ber 2010

11.00 Uhr Mati­née-Kon­zert mit fünf Auswahlorchestern
in Koope­ra­ti­on mit dem Kreis­blas­or­che­ster Bamberg

  • Kon­zert- und Kon­gress­hal­le Bam­berg, Joseph-Keilberth-Saal

Wett­be­wer­be

E.T.A.-Hoffmann Thea­ter, Spie­gel­saal Harmonie

Akkor­de­on­or­che­ster
9.00 Uhr Lan­des­ju­gend­ak­kor­de­on­or­che­ster Brandenburg
10.00 Uhr Landesjugend–Akkordeonorchester Bayern
11.00 Uhr Auswahl–Akkordeonorchester Art AccA, NRW
12.00 Uhr Lan­des­Ju­gend­Ak­kor­de­on­Or­che­ster Nordrhein–Westfalen

Zupf– und Saitenorchester
13.00 Uhr Lan­des­zi­ther­or­che­ster Baden–Württemberg
13.45 Uhr Lan­des­ju­gend­zupfor­che­ster Sachsen
14.30 Uhr Bezirks­zupfor­che­ster Dortmund
15.15 Uhr Lan­des­zupfor­che­ster Thüringen
16.00 Uhr Jugend­zupfor­che­ster Baden–Württemberg
16.45 Uhr Hack­bret­tor­che­ster Ulm

Kon­zert– und Kon­gress­hal­le, Joseph–Keilberth–Saal

Blas­or­che­ster, Stu­fe B
8.00 Uhr Kreis­blas­or­che­ster Kronach
8.45 Uhr Kreis­blas­or­che­ster Bamberg
9.30 Uhr Jugend­aus­wahl­or­che­ster des Bezirks Oberfranken
10.15 Uhr Sin­fo­ni­sches Blas­or­che­ster Vorspessart
11.00 Uhr Blä­ser­phil­har­mo­nie Rhein–Neckar
11.45 Uhr Kreis­blas­or­che­ster Ostallgäu
12.30 Uhr Bezirks­ju­gend­blas­or­che­ster Mindelheim
13.15 Uhr Kreis­ju­gend­blas­or­che­ster Böblingen
14.00 Uhr Ver­bands­blas­or­che­ster Neckar –Alb
14.45 Uhr Sin­fo­ni­sches Jugend­blas­or­che­ster Karlsruhe
15.30 Uhr Kreis­blas­or­che­ster Borken
16.15 Uhr Jun­ge Blä­ser­phil­har­mo­nie Zollernalb

Blas­or­che­ster, Stu­fe A
17.00 Uhr Lan­des­blas­or­che­ster Nordrhein-Westfalen
17.45 Uhr Lan­des­ju­gend­blas­or­che­ster Niedersachsen
18.30 Uhr Nord­baye­ri­sches Jugendblasorchester

Kon­zert– und Kon­gress­hal­le, Hegel–Saal

Spiel­leu­te­korps
8.00 Uhr Lan­des­spiel­manns­zug des Nie­der­säch­si­schen Sportschützenbundes
8.45 Uhr Stab­füh­rer­korps des Nord­baye­ri­schen Musikbundes
9.30 Uhr Lan­des­spiel­leu­te­korps NRW
10.15 Uhr Pro­jek­t­Orche­ster NRW für Spielleute

Jazz­or­che­ster
11.00 Uhr Gout Big Band, Bietigheim
12.00 Uhr Lan­des­ju­gend­jazz­or­che­ster Brandenburg
13.00 Uhr ASM–BIG–BAND des Allgäu–Schwäbischen Musikbundes
14.00 Uhr Jugend Jazz Orche­ster Baden–Württemberg
15.00 Uhr SHR Big­band Heidelberg
16.00 Uhr Daim­ler Big­band, Stuttgart
17.00 Uhr Jugend Jazz Orche­ster NRW

4. Aus­wahl­or­che­ster-Wett­be­werb mit 36 Orche­stern und 1700 Musi­kern am Sams­tag, 6. November/​Großes Mati­née-Kon­zert am Sonn­tag, 7. November

Bam­berg. Deutsch­lands beste Lai­en­or­che­ster tref­fen sich am Sams­tag, 6. Novem­ber und Sonn­tag, 7. Novem­ber in Bam­berg – zum 4. Wett­be­werb für Aus­wahl­or­che­ster, der heu­er erst­mals in Bay­ern aus­ge­tra­gen wird. So rei­sen 36 Aus­wahl­or­che­ster mit rund 1700 Musi­kern aus dem gesam­ten Bun­des­ge­biet auf eige­ne Kosten in die Dom­stadt, um teil­neh­men zu kön­nen. Orga­ni­siert wird die Ver­an­stal­tung von der Bun­des­ver­ei­ni­gung Deut­scher Orche­ster­ver­bän­de (BDO). Im Inter­view spricht der Pro­jekt­lei­ter des Aus­wahl­or­che­ster-Wett­be­werbs und Orga­ni­sa­tor Prof. Hans-Wal­ter Berg (79) über die Idee des Wett­be­werbs, die Zusam­men­set­zung von Aus­wahl­or­che­stern und die Erfah­run­gen bei den bis­he­ri­gen Wettbewerben.

Der Wett­be­werb der Aus­wahl­or­che­ster wird heu­er zum vier­ten Mal ver­an­stal­tet. Was war die Grund­idee des Ganzen?

Prof. Berg: Aus­wahl­or­che­ster sind eine neue Erschei­nung in der Lai­en­mu­sik­sze­ne. Sie wur­den über­wie­gend erst in den 80er und 90er Jah­ren gegrün­det. Hier han­delt es sich nicht um Orche­ster eines ein­zi­gen Musik­ver­eins, son­dern um sol­che Orche­ster, deren ambi­tio­nier­te Spie­ler aus vie­len Musik­ver­ei­nen einer Regi­on oder sogar aus einem gan­zen Bun­des­land kom­men. Bei einem Lei­stungs­ver­gleich im Wett­be­werb wären sol­che Aus­wahl­or­che­ster Ver­ein­sor­che­stern über­le­gen. Des­halb schließt sie z.B. der Deut­sche Musik­rat beim Deut­schen Orche­ster­wett­be­werb aus. Damit Aus­wahl­or­che­ster aber doch eine Chan­ce bekom­men, sich unter ihres­glei­chen zu mes­sen, hat unse­re Bun­des­ver­ei­ni­gung Deut­scher Orche­ster­ver­bän­de erst­mals 1998 einen Wett­be­werb für Aus­wahl­or­che­ster ins Leben gerufen.

Wie setzt sich ein Aus­wahl­or­che­ster zusammen?

Prof. Berg: Hier mag ein Ver­gleich mit begab­ten Schü­lern in Schul­klas­sen zum Ver­ständ­nis die­nen. Es gibt Schü­ler, deren Bega­bungs­po­ten­ti­al so hoch ist, dass sie eine Schul­klas­se über­sprin­gen kön­nen oder deren Ener­gie aus­reicht, um neben den schu­li­schen Anfor­de­run­gen anspruchs­vol­len Hob­bys nach­zu­ge­hen. So ähn­lich ist es auch in Orche­stern von Musik­ver­ei­nen. Dort fin­den sich beson­ders flei­ßi­ge Musi­ker, die gern auch mehr als in ihrem Hei­mator­che­ster gefor­dert wer­den wol­len. Für die­se Talen­te ist ein Aus­wahl­or­che­ster zusätz­lich gera­de richtig.

Das heißt, in Aus­wahl­or­che­stern sind die besten Musi­ker vertreten?

Prof. Berg: Die besten und ambi­tio­nier­te­sten Musi­ker aus ver­schie­de­nen Ver­ei­nen oder Musik­schu­len­bil­den bil­den dort ein neu­es Orchester.

Wie wer­den die Musi­ker für Aus­wahl­or­che­ster ermittelt?

Prof. Berg: Aus­wahl­or­che­ster laden ambi­tio­nier­te Ver­eins­mu­si­ker zum Mit­spie­len ein. Als Vor­aus­set­zung müs­sen Musi­ker ihre Lei­stungs­fä­hig­keit unter Beweis stel­len. Die inter­es­sier­ten Musi­ker stel­len sich ent­we­der einem Vor­spiel und zei­gen dabei, was sie kön­nen, oder sie wei­sen nach, dass sie eine Ver­bands­prü­fung bestan­den haben. In der Regel wird die zwei­te von drei im Schwie­rig­keits­grad anstei­gen­den Prü­fun­gen mit der Bezeich­nung D2 verlangt

Wie unter­schei­den sich die drei Stu­fen vom Schwie­rig­keits­grad her?

Prof. Berg: Um ein Bei­spiel zu nen­nen: Bei der ersten Stu­fe muss ein jun­ger Instru­men­ta­list über vier Ton­ar­ten im Spiel und in der Theo­rie ver­fü­gen, in der näch­sten kom­men dann viel­leicht schon sechs Ton­ar­ten dazu und schließ­lich bei der drit­ten Stu­fe muss er über einen gro­ßen Kos­mos an Musik­theo­rie Bescheid wis­sen und dar­über ver­fü­gen und ent­spre­chend anspruchs­vol­le Musik­stücke spie­len können.

Gibt es ein Min­dest­al­ter für die Teil­neh­mer von Auswahlorchestern?

Prof. Berg: Nein, ein Min­dest­al­ter ist nicht vor­ge­ge­ben. Eine gewis­se Rei­fe und Erfah­rung im Orche­ster­spiel wird aber erwar­tet. In den Musik­ver­ei­nen begin­nen Kin­der in immer jün­ge­rem Alter ein Instru­ment zu ler­nen. Im Spiel­leu­te-Bereich ist es die Norm, dass Kin­der schon im Alter von sechs Jah­ren Flö­te ler­nen oder Klei­ne Trom­mel. Mit neun Jah­ren kön­nen sie schon die erste Prü­fung able­gen. Blä­ser und Akkor­de­on-Spie­ler sind etwas älter. Zwi­schen den Lei­stungs­stu­fen D1, D2, D3 lie­gen jeweils zwei bis drei Jah­re. In den Lan­des­or­che­stern spie­len auch Musik­stu­den­ten und in den Lan­des­ju­gend-Jazz­or­che­stern befin­den sich Instrumentalisten,

die Berufs­mu­si­ker wer­den wol­len. Des­we­gen bewe­gen sich die

Lan­des­ju­gend – Big Bands lei­stungs­mä­ßig in der Nähe von Pro­fi-Big Bands.

Wir dür­fen des­halb in Bam­berg Dar­bie­tun­gen auf höch­stem Niveau erwarten.

Wie waren die Erfah­run­gen bei den bis­he­ri­gen drei Auswahlorchester-Wettbewerben?

Prof. Berg: Man kann an den Lei­stun­gen der bis­he­ri­gen drei Wett­be­wer­be bestän­dig Fort­schrit­te fest­stel­len. Die Orche­ster wer­den immer noch lei­stungs­fä­hi­ger. Das liegt auch an der ver­bes­ser­ten Aus­bil­dung der jun­gen Musi­ker. Noch vor 20, 30 Jah­ren war es üblich, dass ein Kind oder ein Jugend­li­cher im Ver­ein von Ver­ein­s­an­ge­hö­ri­gen und nicht an einer Musik­schu­le aus­ge­bil­det wur­de. Meist waren das ein bis zwei Jah­re Unter­wei­sung am Instru­ment. Inzwi­schen arbei­ten immer mehr Musik­ver­ei­ne mit Musik­schu­len zusam­men, wie hier in Bam­berg und im Land­kreis Bamberg.

Wie oft tref­fen sich Aus­wahl­or­che­ster zur Probe?

Pro. Berg: Aus­wahl­or­che­ster tref­fen sich in der Regel sechs­mal im Jahr an unter­schied­li­chen Orten zur Pro­be, also etwa alle zwei Mona­te an einem Wochen­en­de. Mehr ist nicht mög­lich, weil die Aus­wahl­or­che­ster ihre Mit­spie­ler dem Ver­ein­sor­che­ster nicht öfter bei des­sen Pro­ben ent­zie­hen wol­len. Aus­wahl­or­che­ster geben min­de­stens ein Kon­zert pro Jahr, denn die Pro­ben haben immer ein Aufführungsziel.

Wo liegt der Unter­schied zwi­schen Lai­en- und Aus­wahl­or­che­stern bei der öffent­li­chen Wahrnehmung?

Prof. Berg: Es gibt etwa 20 000 Lai­en­or­che­ster in Deutsch­land. Sie fin­den sich über­wie­gend in klei­nen Gemein­den. Je klei­ner der Ort, desto bes­ser ist oft­mals die Musik des dor­ti­gen Lai­en­or­che­sters, weil ein gro­ßer Teil de Gemein­de dahin­ter steht. Im all­ge­mei­nen Kul­tur­be­trieb wer­den die­se 20 000 Lai­en­or­che­ster aller­dings noch wenig wahr­ge­nom­men. Das lässt sich auch dar­an able­sen, dass in den Feuil­le­tons über­re­gio­na­ler Tages­zei­tun­gen fast nie über Lai­en­or­che­ster berich­tet wird. Bei Aus­wahl­or­che­stern ist es anders. Immer mehr Aus­wahl­or­che­stern gelingt es, in das Kul­tur­ange­bot einer Stadt auf­ge­nom­men zu wer­den. Dar­über erschei­nen in den Lokal­re­dak­tio­nen Rezen­sio­nen. Das ist auch ein Grund für unse­ren Wett­be­werb. Die Aus­wahl­or­che­ster wer­ben durch ihre her­aus­ra­gen­den Lei­stun­gen für das gesam­te Laienmusizieren.

Der Aus­wahl­or­che­ster-Wett­be­werb ist in fünf Kate­go­rien unter­teilt: Akkor­de­on­or­che­ster, Blas­or­che­ster, Jazz­or­che­ster, Spiel­leu­te­korps sowie Sai­ten- und Zupfor­che­ster. Aus wel­chem Bereich kom­men die mei­sten Teilnehmer?

Prof. Berg: Die mei­sten Teil­neh­mer kom­men aus Blas­or­che­stern. Etwa 2/3 aller Lai­en­or­che­ster in Deutsch­land sind Blas­or­che­ster. Die näch­ste gro­ße Spar­te sind mit 3000 Ver­ei­nen Spiel­leu­te­korps. Sie sind meist mit Flö­ten und Trom­meln, zuwei­len auch mit Blech­blas­in­stru­men­ten besetzt, wie im Nord­baye­ri­schen Musik­bund. Akkor­de­on­or­che­ster exi­stie­ren in 1000 Ver­ei­nen, Zupfor­che­ster in 500 Ver­ei­nen. Die Anzahl der Jazz­or­che­ster ist schwer zu ermit­teln, da sie nicht unter­ein­an­der in einem Ver­band ver­netzt sind. Spit­zen­or­che­ster sind hier die Lan­des­jazz­or­che­ster, von denen es in fast jedem Bun­des­land eines gibt. Inge­samt exi­stie­ren in Deutsch­land 270 Aus­wahl­or­che­ster, die Hälf­te davon sind Jugend­or­che­ster. 36 die­ser 270 Aus­wahl­or­che­ster rei­sen nach Bam­berg, dar­un­ter erst­mals auch ein Hackbrettorchester.

Wie setzt sich die Jury zusam­men und wie bewer­tet sie?

Prof. Berg: Für jede Spar­te wird eine Jury mit drei Mit­glie­dern gebil­det. Dabei han­delt es sich um deutsch­land­weit ange­se­he­ne Exper­ten. Maxi­mal kann jeder Juror 100 Punk­te für einen Vor­trag ver­ge­ben. Es gibt ins­ge­samt zehn Kri­te­ri­en, nach denen beur­teilt wird. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se Stim­mung und Into­na­ti­on. Dabei wird bewer­tet, ob alle Instru­men­te exakt auf eine Tön­hö­he und sau­ber gestimmt sind und die­se Ton­hö­he auch wäh­rend des Spiels hal­ten. Dann wird die Klang­qua­li­tät beur­teilt, wie gut ist der Klang der Ein­zel­spie­ler, der sich dann zum homo­ge­nen Regi­ster­klang mischen soll­te. Die rhyth­mi­sche Aus­füh­rung der Noten­vor­la­ge unter­liegt eben­falls einer Qua­li­täts­kon­trol­le. Die Juro­ren haben die Par­ti­tur der Kom­po­si­tio­nen vor sich lie­gen. Sie ver­glei­chen das Noten­bild mit dem Klang­bild. Für jedes von zehn Kri­te­ri­en kann der Punkt­rich­ter bis zu zehn Punk­te ver­ge­ben. Am Ende führt die Addi­ti­on der Punk­te aus den zehn Kri­te­ri­en zu einem Ergeb­nis, das zwi­schen 60 bis 100 Punk­ten liegt.

Wur­de bei den bis­he­ri­gen Wett­be­wer­ben die Höchst­punkt­zahl von 100 schon ein­mal erreicht?

Prof. Berg: Ja, aber nur in sehr sel­te­nen Fäl­len für Spit­zen­lei­stun­gen, die abso­lut kei­ne Wün­sche zur Ver­bes­se­rung mehr offen lassen.

Wie lan­ge wer­den die Orche­ster bei ihren Auf­trit­ten spie­len und gibt es Mindestanforderungen?

Prof. Berg: Im Durch­schnitt spielt jedes Orche­ster im Wett­be­werb 20 Minu­ten. Es wer­den meist meh­re­re Stücke gespielt, wobei die Gesamt­dau­er des Auf­tritts zwi­schen 15 Minu­ten und 25 Minu­ten vari­ie­ren kann. Alle Kom­po­si­tio­nen wer­den von den Orche­stern selbst aus­ge­wählt. Es gibt kei­ne Vor­ga­ben, weil die Bedin­gun­gen unter denen ein Orche­ster arbei­tet, sehr unter­schied­lich sind. Bei­spiels­wei­se haben Kreisor­che­ster kei­ne so gro­ße Aus­wahl an Spie­lern in allen Regi­stern, um Musik mit hohem Schwie­rig­keits­grad zu rea­li­sie­ren. Min­dest­an­for­de­run­gen wer­den nicht gestellt. Aller­dings fließt die Stück­aus­wahl in eines der zehn Beur­tei­lungs­kri­te­ri­en mit ein, denn es wird auch beur­teilt, ob das gewähl­te Musik­stück zum Orche­ster und zu sei­ner Beset­zung passt.

Die Teil­neh­mer des Aus­wahl­or­che­ster-Wett­be­werbs müs­sen ihre Über­nach­tungs- und Anfahrts­ko­sten selbst finan­zie­ren. Bedeu­tet das, dass sich die Musi­ker aus Begei­ste­rung und Freu­de engagieren?

Prof. Berg: Ja, das wis­sen wir von den Orche­stern, die sich schon bei frü­he­ren Wett­be­wer­ben betei­ligt haben. Da exi­stiert eine hohe Moti­va­ti­on, die sich im Vor­feld schon über lan­ge Zeit auf­ge­baut hat. Die Orche­ster haben den Ehr­geiz, Musik­stücke best­mög­lich zu inter­pre­tie­ren. Z.B. die Spiel­leu­te aus Nord­rhein-West­fa­len, die man am Sonn­tag, 7. Novem­ber, in der Mati­née um 11 Uhr hören wird, bren­nen dar­auf sich bereits zum vier­ten Mal im Wett­be­werb zu bewähren.

Was wün­schen Sie sich für den Wett­be­werb am ersten November-Wochenende?

Prof. Berg: Ich wün­sche mir ange­sichts des enor­men Auf­wands an Kraft und Ener­gie, den die aus vie­len Tei­len Deutsch­lands ange­rei­sten Orche­ster auf­brin­gen, dass sich die Bam­ber­ger Bevöl­ke­rung für den Wett­be­werb und die abschlie­ßen­de Mati­née am Sonn­tag inter­es­siert. Sie wer­den in der wun­der­ba­ren Kon­zert– und Kon­gress­hal­le um 11.00 Uhr ein Kon­zert mit fünf Aus­wahl­or­che­stern aus ver­schie­de­nen Orche­ster­spar­ten ein­zeln und zusam­men erle­ben. Die­se ein­ma­li­ge Gele­gen­heit dürf­te in Bam­berg kaum noch ein­mal zu erwar­ten sein.

Zum Schluss: Was moti­viert Sie per­sön­lich, den Wett­be­werb zu organisieren?

Prof. Berg: Für mich ist es die Freu­de dar­über, dass Men­schen, die nicht aus Erwerbs­grün­den auf das Musik­ma­chen ange­wie­sen sind, durch das Musi­zie­ren eine glück­lich machen­de Lebens­be­rei­che­rung fin­den, und dass wei­ter­hin die Jugend im stei­gen­den Maße für das Sel­ber­mu­si­zie­ren gewon­nen wird, denn sie zieht aus dem Orche­ster­mu­si­zie­ren einen Gewinn fürs Leben.

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