Qualitätsoffensive beim Neuen Geistlichen Lied (NGL) mit Band-Coaching

NGL soll genauso niveauvoll sein wie die klassische Kirchenmusik

Florian Donaubauer am Piano, Dorothea Tauscher hinter den  Sängern der Domband Hannah Öchsner, Thomas Vogel und Amelie Rosenthal

Florian Donaubauer am Piano, Dorothea Tauscher hinter den Sängern der Domband Hannah Öchsner, Thomas Vogel und Amelie Rosenthal

(bbk) Der Referent für das Neue Geistliche Lied (NGL) in der Erzdiözese Bamberg, Tobias Lübbers, will die Qualität der modernen Kirchenmusik verbessern. Lübbers startete jetzt offiziell das Projekt „Band-Coaching“. „Keine Band ist so gut, dass sie nichts mehr lernen könnte, aber auch keine Band ist so schlecht, dass sie nicht den Mut haben sollte, einen Referenten einzuladen“, sagte Lübbers.

Er versteht das NGL als „den neuen Sound für die Gemeinde“. Das Band-Coaching, wie es nun im Erzbistum Bamberg angeboten wird, ist laut Lübbers in katholischen Bistümern in Deutschland einzigartig.

Beim Band-Coaching kommen die Referenten der Werkstatt Neues Geistliches Lied zu den Gruppen in die einzelnen Pfarreien. Dies bedeutet, dass normalerweise das Band-Coaching in den Räumen stattfindet, in denen auch regulär geprobt wird. Für eine Gruppe, die erst beginnt, könne das Band-Coaching auch ein Anfangsimpuls sein. Auf diese Weise könnten die ersten Schritte und die ersten Lieder erarbeitet werden.

Lübbers bezeichnete die Voraussetzungen für das NGL im Erzbistum Bamberg als geradezu „paradiesisch“. Dies sei auch der Grund gewesen, warum sich der studierte Trompeter und Theologe auf die Stelle als NGL-Referent hier beworben habe. Er bedauere, dass der modernen Kirchenmusik manchmal der Ruf anhafte, sie sei schlecht gemacht und wenig inhaltsreich.

Deswegen hat sich Lübbers zwei Ziele gesetzt, die er mit dem Band-Coaching erreichen will: Die Qualität der modernen Kirchenmusik verbessern, und den Mitgliedern der Bands soll es vor allem Spaß machen. Dass dies nicht unbedingt ein Spagat sein muss, beweisen die beiden Referenten Dorothea Tausch (28) und Florian Donaubauer (25), die die Domband Bamberg auf „Vordermann“ bringen sollen. Insgesamt 29 nebenamtliche Referenten stehen für das Band-Coaching zur Verfügung. „Ohne die könnte ich einpacken“, räumt Lübbers ein.

„Du machst dich kleiner als du bist. Entspann dich, wenn du singst“, fordert Dorothea von Thomas Vogel (14), einem der drei Sänger. „Kuck´ mal, du hast hier zwei hübsche Mädels neben dir stehen, das heißt, du kannst sagen: ‚Okay, ich bin hier der Chef. Ich möchte, dass du diese Player-Attitüde raushängen lässt. Nicht, dass du so werden sollst, aber dass du so tust als ob, okay?“ Allein mit Worten belässt es Dorothea Tausch, eine ausgebildete Musical-Sängerin, aber nicht. Gestikulierend fordert sie Thomas und seine beiden Mitsängerinnen Hannah Öchsner (14)  und Amelie Rosenthal (14)  auf, sich zu trauen und aus sich herauszugehen.

Inzwischen hat Florian Donaubauer, der Jazz & Pop-Piano studiert, begonnen mit den Instrumentalisten zu proben. „Wir spielen das jetzt erst mal vom Blatt, bekommt ihr das hin?“, fragt er. Mehrere Stunden dauert üblicherweise ein Band-Coaching, das pro Referent 100,00 Euro kostet. „Das könnte auch eine Form von Dankeschön für das Engagement der Musikerinnen und Musiker sein“, sagt Lübbers. Das Dekanat Erlangen hat schon drei Band-Coachings für den Herbst gebucht.

„Es war schon sehr viel Spaß dabei“, resümiert Thomas nach etlichen Stunden das Band-Coaching. Und seine Mitsängerin Hannah ergänzt: „Ich finde echt toll, was uns Doro und Flo gezeigt haben. Ich finde, wir haben echt viel dazu gelernt.“

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