Pestel-Insti­tut: “Land­kreis Forch­heim braucht 2.580 Senio­ren-Woh­nun­gen bis 2025”

Senio­ren haben schlech­te Chan­cen, in den eige­nen vier Wän­den alt zu wer­den – im Land­kreis Forch­heim droht eine “graue Woh­nungs­not”: Bereits in 15 Jah­ren wer­den im Land­kreis Forch­heim 2.580 alten­ge­rech­te Woh­nun­gen benö­tigt. Das geht aus einer aktu­el­len Regio­nal-Unter­su­chung zur „Wohn­si­tua­ti­on im Alter“ her­vor. Damit haben Ver­bän­de der Bau- und Immo­bi­li­en­wirt­schaft gemein­sam mit der IG BAU erst­mals den Wohn­be­darf älte­rer Men­schen für die Kom­mu­nen in Deutsch­land ermit­telt. Sie haben sich dazu in der Kam­pa­gne „Impul­se für den Woh­nungs­bau“ zusam­men­ge­schlos­sen.

Die vom Pestel-Insti­tut durch­ge­führ­te Unter­su­chung kommt zu dem Schluss, dass es im Land­kreis Forch­heim einen enor­men Bedarf an senio­ren­ge­rech­ten Woh­nun­gen gibt. Das bedeu­te neben dem Sanie­ren für Senio­ren auch den Neu­bau von alten­ge­rech­ten Woh­nun­gen. Denn ein Teil der Alt­bau­sub­stanz las­se sich nicht mehr wirt­schaft­lich bar­rie­re­arm umbau­en: ohne Stu­fen in den Woh­nun­gen und mit einem Auf­zug im Haus.

Das Pestel-Insti­tut hat errech­net, dass es im Jahr 2025 im Land­kreis Forch­heim gut 26 Pro­zent mehr Haus­hal­te mit einem Über-70-Jäh­ri­gen geben wird als heu­te. Wenn man davon aus­ge­he, dass nur jeder Fünf­te der dann 12.900 Senio­ren-Haus­hal­te auf eine Woh­nung ohne Bar­rie­ren ange­wie­sen sei, müs­se drin­gend saniert und neu gebaut wer­den – mit Türen, durch die ein Rol­la­tor oder Roll­stuhl passt, und mit schwel­len­frei­en Duschen. „Es kann nicht sein, dass älte­re Men­schen nur des­we­gen ins Heim müs­sen, weil sie zu Hau­se kei­ne alten­ge­recht aus­ge­bau­te Woh­nung haben“, sagt Mat­thi­as Gün­ther vom Pestel-Insti­tut.

Neben der Schaf­fung von alten­ge­rech­tem Wohn­raum sieht das Pestel-Insti­tut im Land­kreis Forch­heim auch einen erheb­li­chen Nach­hol­be­darf bei der ener­ge­ti­schen Gebäu­de­sa­nie­rung. So weist die Kam­pa­gne „Impul­se für den Woh­nungs­bau“ auf den hohen Anteil älte­rer Bau­sub­stanz im Land­kreis Forch­heim hin: Rund 24 Pro­zent aller Wohn­ge­bäu­de sind dem­nach Nach­kriegs­bau­ten, die bis Ende der 60er-Jah­re errich­tet wur­den. „Es ist eine Mam­mut­auf­ga­be, die­se Bau­sub­stanz zu sanie­ren. Hier stecken aber erheb­li­che Reser­ven, die Haus­be­sit­zer und Woh­nungs­ei­gen­tü­mer nut­zen kön­nen, um Ener­gie ein­zu­spa­ren“, so Mat­thi­as Gün­ther.

Die Situa­ti­on in Städ­ten und Land­krei­sen wie dem Land­kreis Forch­heim zei­ge, dass För­der­pro­gram­me wie das der staat­li­chen KfW-Bank zur CO2-Gebäu­de­sa­nie­rung drin­gend not­wen­dig sei­en. Hier – wie von der Bun­des­re­gie­rung geplant – zu kür­zen, sei „umwelt- und bau­po­li­tisch ein völ­lig fal­sches Signal und kon­tra­pro­duk­tiv“, sagt Dr. Ronald Rast, Koor­di­na­tor der Kam­pa­gne „Impul­se für den Woh­nungs­bau“.

Der Bund dür­fe den Woh­nungs­bau nicht aus den Augen ver­lie­ren. „Es müs­sen drin­gend mehr Anrei­ze geschaf­fen wer­den, damit pri­va­te Inve­sto­ren stär­ker in ener­gie­ef­fi­zi­en­ten, alters­ge­rech­ten und bezahl­ba­ren Wohn­raum inve­stie­ren“, sagt Dr. Ronald Rast. Die Kam­pa­gne „Impul­se für den Woh­nungs­bau“ for­dert daher ins­be­son­de­re bes­se­re steu­er­li­che Rah­men­be­din­gun­gen für den Neu­bau – allen vor­an die Wie­der­ein­füh­rung der degres­si­ven Abschrei­bung.

Zur Kam­pa­gne „Impul­se für den Woh­nungs­bau“ haben sich der Bun­des­ver­band Deut­scher Bau­stoff-Fach­han­del (BDB), der Bun­des­ver­band Frei­er Immo­bi­li­en- und Woh­nungs­un­ter­neh­men (BFW), die Deut­sche Gesell­schaft für Mau­er­werks­bau (DGfM), die Indu­strie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Zen­tral­ver­band Deut­sches Bau­ge­wer­be (ZDB) zusam­men­ge­schlos­sen.

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