MdB Schar­fen­berg: “Pfle­gen kann eben nicht jede und jeder, Frau Merkel!”

Anläss­lich der Äuße­run­gen von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel zum Man­gel an Pfle­ge­kräf­ten und den mög­li­chen Ein­satz von Hartz-IV-Emp­fän­gern in der Pfle­ge erklärt die ober­frän­ki­sche Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Eli­sa­beth Schar­fen­berg, alten- und pfle­ge­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Bun­des­tags­frak­ti­on Bünd­nis 90/​Die Grü­nen: “Die Bun­des­kanz­le­rin benennt ein wich­ti­ges Pro­blem. Der Pfle­ge man­gelt es an Arbeits­kräf­ten. Doch die sug­ge­rier­te Hoff­nung, die­ses könn­te durch den Ein­satz von Hartz-IV-Bezie­hern aus­ge­gli­chen wer­den, ist ein Irrweg.”

“Der Kanz­le­rin fehlt das Gespür für die dort pro­fes­sio­nell Täti­gen und die zu Pfle­gen­den. Es han­delt sich um eine höchst ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­be, die es gilt wahr­zu­neh­men. Um eine sol­che Tätig­keit aus­üben zu kön­nen, bedarf es der wirk­li­chen Eig­nung und Bereit­schaft. Das mag auf eini­ge Per­so­nen, die der­zeit Hartz- IV-Bezie­her sind, zutref­fen, aber eben nicht auf alle 2,2 Mio. Auch müs­sen die­se auf ihre beruf­li­che Her­aus­for­de­rung in ange­mes­se­ner Wei­se vor­be­rei­tet werden.”

“In Zei­ten in denen im Bereich der Alten‑, Kran­ken- und Gesund­heits­pfle­ge die Krank­heits­bil­der kom­ple­xer wer­den, gera­de älte­re Men­schen zuneh­mend chro­nisch und mehr­fach erkrankt sind, bedarf es einer aus­rei­chen­den Qua­li­fi­zie­rung als auch einem medi­zi­ni­schen, sozia­len wie auch psy­cho­lo­gi­schen Ver­ständ­nis. Das kann man nicht eben von heu­te auf mor­gen oder in einem Wochen­end­kurs erlangen.”

“Es stimmt, der Pfle­ge man­gelt es an Per­so­nal – aber Frau Mer­kels Rechen­übung die offe­nen Stel­len in der Pfle­ge mit der Arbeits­lo­sen­quo­te auf­zu­rech­nen – ent­behrt jeg­li­cher Sen­si­bi­li­tät und Kennt­nis im Bereich der Pfle­ge. Wir for­dern daher die Bun­des­re­gie­rung auf, den Per­so­nal­man­gel in der Pfle­ge qua­li­fi­ziert zu dis­ku­tie­ren. Denn Pfle­ge geht uns alle an, heu­te und auch in Zukunft.”

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