Bünd­nis gegen Extre­mis­mus – Stel­lung­nah­me der Forch­hei­mer CSU

Lie­be Kol­le­gin­nen und Kollegen,
sehr geehr­te Damen und Herren,

aber­mals sehe ich kei­nen Anlass, auf die Aus­füh­run­gen der Par­tei DIE LIN­KE. ein­zu­ge­hen, die Aus­sa­gen des Ver­fas­sungs­schut­zes und des Baye­ri­schen Innen­mi­ni­ste­ri­ums spre­chen für sich. Aller­dings wen­de ich mich ger­ne noch­mals an die Stadt­rats­mit­glie­der der SPD, Grü­nen und der Frei­en Wäh­ler mit der Bit­te, fol­gen­des zu überdenken.

Sei­tens des Stadt­ra­tes erfolg­te anläss­lich einer rechts­ex­tre­men Ver­samm­lung per ein­stim­mi­ger Beschluss­fas­sung die Ver­ab­schie­dung einer Reso­lu­ti­on, die sich grund­sätz­lich und ohne wei­te­re Ein­schrän­kung gegen Extre­mis­mus richtete.

Kol­le­ge Albert Dorn ver­deut­lich­te in die­sem Zusam­men­hang, dass sprach­li­che Dif­fe­ren­zie­run­gen zu beach­ten sei­en. Aus Sicht der SPD sei die CSU rechts, aus Sicht der CSU sei die SPD links – dies habe aller­dings und selbst­ver­ständ­lich inner­halb die­ses Par­tei­en­spek­trums rein gar nichts mit irgend­wel­chen extre­men oder gar extre­mi­sti­schen Posi­tio­nen zu tun.

Nun wird nach Jah­ren das sei­tens des SPD-Genos­sen Schna­bel regie­ge­führ­te „Bünd­nis gegen Rechts“ reaktiviert.

Hin­sicht­lich des Sprach­ge­brau­ches darf ich dar­auf hin­wei­sen, dass hier­bei bereits auch auf­grund der rele­van­ten Sprach­re­ge­lung eine gewis­se Ver­wäs­se­rung statt­fin­det, mög­li­cher­wei­se nicht unbe­wusst – was nach­denk­lich stimmt. Gleich­wohl will ich der dor­ti­gen Regie­füh­rung zu Gute hal­ten, dass die­ses Bünd­nis mut­maß­lich nicht wert­kon­ser­va­ti­ve und wert­li­be­ra­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im Visier hat, also kei­ne Rech­te im von Albert Dorn gemein­ten, son­dern Rechts­ex­tre­me im eigent­li­chen Sinn. Aller­dings kann der Begriff „Bünd­nis gegen Rechts“ inso­weit durch­aus aus­gren­zend ver­stan­den wer­den, wobei die CSU hin­sicht­lich ihrer Abgren­zung gegen­über Rechts­ex­tre­mis­mus unver­däch­tig ist, ich ver­wei­se auf unser Grund­satz­pro­gramm, dort ins­be­son­de­re die ein­lei­ten­de Pas­sa­ge „Die Wur­zel der CSU“.

Die CSU-Stadt­rats­frak­ti­on ist eine sowohl wert­kon­ser­va­ti­ve als auch moder­ne bür­ger­li­che Kraft der Mit­te, des­halb haben wir ger­ne die genann­te Reso­lu­ti­on unter­stützt, wobei zur Kennt­nis genom­men wur­de, dass sich bestimm­te Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ande­rer Cou­leur schwer damit taten.

Die Reso­lu­ti­on sehen wir nun als Grund­la­ge unse­res Han­delns, rele­van­te Argu­men­te sind den Publi­ka­tio­nen des Ver­fas­sungs­schut­zes zu entnehmen.

Ich lade die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen der SPD, der Grü­nen und der Frei­en Wäh­ler herz­lich ein, ihre ggf. ein­sei­tig und aus­gren­zend zu ver­ste­hen­de Posi­tio­nie­rung noch­mals zu über­den­ken und sich als gleich­be­rech­tig­te demo­kra­ti­sche Kraft der Sicht­wei­se der CSU, der Jun­gen Bür­ger, des Forch­hei­mer Bür­ger­blocks sowie der FDP anzu­nä­hern. Ergän­zend darf ich mit­tei­len, dass die Initia­ti­ve mitt­ler­wei­le auch von der Baye­ri­schen Infor­ma­ti­ons­stel­le gegen Extre­mis­mus im Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz als begrü­ßens­wert bewer­tet wird.

Was spricht nun, lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, auch dage­gen, sich von Extre­mis­mus jeg­li­cher Art zu distanzieren?

Wie ver­hält man sich, wenn die Par­tei DIE LIN­KE. anklopft und sich als Ver­stär­kung eines „Bünd­nis­ses gegen Rechts“ anbietet?

Wer­den links­ex­tre­mi­sti­sche Gegen­de­mon­stran­ten von dem Bünd­nis ggf. als will­kom­me­ne Ver­stär­kung akzep­tiert oder gar ein­ge­la­den – was aus unse­rer Sicht abso­lut inak­zep­ta­bel wäre?

Udo Schön­fel­der

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