Würz­bü­schel bin­den am Wal­ber­la

Kräutersammler

Kräu­ter­samm­ler

Rie­chen, füh­len, schau­en, hieß es bei der Wal­ber­la-Kräu­ter­ex­kur­si­on des Bun­des Natur­schutz (BN). Gleich anfangs klär­ten sich die Fra­gen auf: Was ist ein Wurz­bü­schel und was macht man mit dem Wurz­bü­schel? BN-Orts­vor­sit­zen­der Hein­rich Kat­ten­beck freu­te sich über die sehr guten Wit­te­rungs­ver­hält­nis­sen und über Dipl. Bio­lo­gin Ute Gel­lent­hien, Herolds­bach, die als eine beson­de­re Ken­ne­rin von Heil­kräu­tern und Wurz­bü­schel die Kräu­ter­samm­le­rin­nen/-samm­lern aus Wie­sent­hau, Wei­lers­bach, Thurn, Herolds­bach und Kir­cheh­ren­bach beglei­te­te.

War­um Würz­bü­schel?

Ute Gel­lent­hien: „Unse­re Vor­fah­ren glaub­ten, dass man sich die­se Kräf­te der Heil­kräu­ter nutz­bar machen kann, wenn man bestimm­te Regeln und Ritua­le beach­te­te und so die Pflan­ze, oder den ihr woh­nenen Geist gün­stig stimmt. So las­sen sich zum Bei­spiel mit dem Johan­nis­kraut Unheil und böse Gei­ster abweh­ren. Bestimm­te Kräu­ter sind im Liebs­zau­ber hilf­reich wie der Bal­dri­an. Ande­re hei­len auf magi­sche Wei­se oder sol­len im Ora­kel ver­bor­ge­nes Gegen­wär­ti­ges oder Zukünf­ti­ges ent­hül­len.“

Kräf­te der Heil­kräu­ter

Gel­lent­hi­ens Erfah­rungs­schatz über die Viel­falt der Heil­kräu­ter, begin­nend am Weges­rand vom „Rent­ner­weg“, bis hin­auf zum Natur­schutz­ge­biet Wal­ber­la, auf dem Weg hin zur klei­nen Ruh, war unend­lich groß, auf der zwei­ein­halb­stün­di­gen Kräu­ter­ex­kur­si­on. Und alle waren begei­stert, sowohl die­je­ni­gen, die ihr Kräu­ter­wis­sen erwei­tern woll­ten als auch alle, die Kräu­ter und deren Ver­wen­dung in der Küche inter­es­sier­te und die­je­ni­gen die zum ersten Mal ein Heil­kraut in Hän­den hiel­ten, es bero­chen und es nach allen Sei­ten dreh­ten, um es zu bestau­nen.

Der Unter­schied zwi­schen einer blü­ten­rei­chen Blu­men­wie­se als mage­re Wie­se, was gut ist für duf­ten­des Heu und einem Halb­trocken­ra­sen, was gut ist für Scha­fe und Zie­gen als Fut­ter­platz wur­de beim Kräu­ter­sam­meln mit erleb­bar.

Wurz­bü­schel bin­den Frau­en­sa­che

War­um das Kräu­ter­sam­meln und Wurz­bü­schel­bin­den mei­stens Frau­en­sa­che ist erklär­te Ute Gel­lent­hien: „ Am Sams­tag, 15. August, Maria Him­mel­fahrt, bie­tet sich in den katho­li­schen Kir­chen wie­der ein far­ben­fro­hes Bild, wenn die Frau­en und Kin­der ihre Kräu­ter­bü­schel zur Kir­che tra­gen. „Frau­en 30iger“, oder „gro­ßer Frau­en­tag“ nennt man des­halb die Zeit vom 15. August bis 12. Sep­tem­ber, wo beson­ders die Frau­en Heil­kräu­ter und Pflan­zen heim­tru­gen.“ Zur Gret­chen­fra­ge: „Wie­vie­le Heil­kräu­ter gehö­ren in den Wurz­bü­schel?“ Ute Gel­lent­hien: Je nach Gegend, von der Zahl 3 oder 7 ein Mehr­fa­ches. Bis 77 oder 99 Pflan­zen könn­ten es sein.

Ins­ge­samt 42 Heil­kräu­ter fan­den die begei­ster­ten Kräu­ter­samm­le­rin­nen.

Mit einem kräf­ti­gen Applaus bedank­te sich der BN-Vor­sit­zen­de Hein­rich Kat­ten­beck und alle Kräu­ter­samm­ler bei Ute Gel­lent­hien, die aus­führ­lich, span­nend und hilf­reich zu erklä­ren wuß­te: wofür, wozu und woge­gen wel­ches Kraut gewach­sen ist und auch Mythos, Magie und Heil­kraft der hei­mi­schen Wild­kräu­ter am Weges­rand erleb­bar mach­te. Und beim anschlie­ßen­den Ein­kehr­schwung wuß­te sie noch span­nen­de Sagen zu den ver­schie­den­sten Heil­kräu­ter zu erzäh­len.