Jah­res­haupt­ver­samm­lung des Forch­hei­mer Mie­ter­bunds

Im Rah­men der dies­jäh­ri­gen Jah­res­haupt­ver­samm­lung des Mie­ter­bun­des Forch­heim stan­den haupt­säch­lich die geplan­ten Ände­run­gen der Bun­des­re­gie­rung rund um das The­ma „Mie­te“ im Fokus der Dis­kus­sio­nen.

Bei der dies­jäh­ri­gen Jah­res­haupt­ver­samm­lung des Mie­ter­bun­des am Win­ter­bau­er­kel­ler wur­de neben den übli­chen Regu­la­ri­en für Haupt­ver­samm­lun­gen auch die geplan­ten Ände­run­gen im Miet­recht dis­ku­tiert. Erster Vor­sit­zen­der Trau­gott Hüb­ner konn­te von stei­gen­den Mit­glie­der­zah­len im Mie­ter­bund – zur­zeit sind es rund 370 Mit­glie­der – und einem stei­gen­den Bera­tungs­be­darf berich­ten. Dies führt er unter ande­rem auf die vie­len feh­ler­haf­ten Neben­ko­sten­ab­rech­nun­gen und auf die stän­di­gen Ände­run­gen im Miet­recht zurück.

Kri­tik kommt vom Mie­ter­bund auch an der Strei­chung des Heiz­ko­sten­zu­schus­ses. „Die Strei­chung des Heiz­ko­sten­zu­schus­ses beim Wohn­geld ist unge­recht und falsch“, so Hüb­ner. Betrof­fen hier­von sei­en nur die ein­kom­mens­schwä­che­ren Haus­hal­te und vor allem die Rent­ner. Auch die Begrün­dung für die Wohn­geld­kür­zung sei falsch. „Der erst zum 01. Janu­ar 2009 ein­ge­führ­te Heiz­ko­sten­zu­schuss sei nicht wegen gesun­ke­ner Ener­gie­ko­sten über­flüs­sig gewor­den“, so Hüb­ner. Viel­mehr lie­ge der Ölpreis von heu­te im Gegen­satz vom Ölpreis bei Ein­füh­rung der Heiz­ko­sten­pau­scha­le um 34 Pro­zent höher.

Eigent­lich hät­te der Gesetz­ge­ber die Pflicht, das Wohn­geld so aus­zu­ge­stal­ten, dass ein ange­mes­se­nes und fami­li­en­ge­rech­tes Woh­nen wirt­schaft­lich gesi­chert sei. Gegen die­se Ver­pflich­tung ver­sto­ße der Gesetz­ge­ber nun. Die geplan­ten Kür­zun­gen wür­den bedeu­ten, dass Haus­hal­te durch­schnitt­lich zwi­schen 40 und 50 Euro weni­ger Wohn­geld pro Monat bekom­men. Für Hüb­ner nur eine Aus­ga­ben­ver­schie­bung die wenig Sinn macht. Dann muss eben die Sozi­al­hil­fe ein­sprin­gen.

Wei­ter kri­ti­siert der Mie­ter­bund die durch die Bun­des­re­gie­rung geplan­te Novel­lie­rung des Miet­rechts an. Dem­nach sol­len Kün­di­gungs­fri­sten für Ver­mie­ter und Mie­ter ver­ein­heit­licht wer­den. Bis­her kön­nen Mie­ter ein unbe­fri­stet abge­schlos­se­nes Miet­ver­hält­nis immer mit Drei­mo­nats­frist kün­di­gen. Die Kün­di­gungs­frist für den Ver­mie­ter hängt von der Wohn­dau­er des Mie­ters ab und schwankt zwi­schen drei und neun Mona­ten (Miet­ver­hält­nis bis fünf Jahre/​drei mona­ti­ge Kündigungsfrist/​Mietverhältnis zwi­schen fünf und acht Jah­ren sechs Mona­te und ab acht Jah­re gel­ten neun Mona­te Kün­di­gungs­frist für den Ver­mie­ter. Bis­her sei von der Bun­des­re­gie­rung aber nicht erklärt wor­den, ob Ver­ein­heit­li­chung der Kün­di­gungs­fri­sten bedeu­te, die Kün­di­gungs­fri­sten für Mie­ter zu ver­län­gern oder für Ver­mie­ter zu ver­kür­zen. „Miet­no­ma­den“ sol­len es zukünf­tig schwe­rer haben. Damit wol­le die Bun­des­re­gie­rung auf die stei­gen­de Anzahl an Miet­no­ma­den­fäl­le reagie­ren, so Hüb­ner. Zukünf­tig sol­le „Miet­no­ma­den­tum“ im Ver­fah­rens- und Pro­zess­recht und nicht wie bis­her im Miet­recht gere­gelt sein. Damit erhof­fe man sich eine „schnel­le­res Vor­ge­hen“ gegen Woh­nungs­be­trü­ger. Von Sei­ten des Mie­ter­bun­des unter­stüt­ze man sol­che strin­gen­ten Maß­nah­men, so Hüb­ner.

Kon­tra­pro­duk­tiv für den Miet­markt wir­ke sich auch die geplan­te Kür­zung für die Mit­tel des CO2-Gebäu­de­sa­nie­rungs­pro­gram­mes (Kür­zung 2010 um 535 Mil­lio­nen) und für die Städ­te­bau­för­de­rung (Kür­zung 2010 um 1,2 Mil­li­ar­den Euro) aus. Dies könn­te sich auch nega­tiv für das Pro­jekt „Sozia­le Stadt“ im Forch­hei­mer Nor­den aus­wir­ken. 2011 sol­len gera­de noch 450 Mil­lio­nen Euro für die CO2-Gebäu­de­sa­nie­rung zur Ver­fü­gung ste­hen. Die Bun­des­re­gie­rung bewer­be das Sanie­rungs­pro­gramm als „Erfolgs­pro­jekt“ und kür­ze gleich­zei­tig radi­kal. „Wider­sprü­che in sich“, so Hüb­ner.

Den Kas­sen­be­richt an der Haupt­ver­samm­lung ver­las Chri­sti­ne Bütt­ner. Nach Bekannt­ga­be des Revi­si­ons­er­geb­nis­ses der Kas­sen­prü­fung durch Lisa Hof­mann und Eli­sa­beth Brug, wur­de die Vor­stand­schaft ent­la­stet. Der Mie­ter­bund Forch­heim ist in der Bir­ken­fel­der Stra­ße 27 ansäs­sig und kann tele­fo­nisch unter 0919167474 zu den Büro­zei­ten erreicht wer­den.