Klas­sik am See am Dech­sen­dor­fer Wei­her

Foto: Thomas Langer, Nürnberg

Foto: Tho­mas Lan­ger, Nürn­berg

Sen­ta Ber­ger als mäd­chen­haf­te Sche­he­ra­za­de aus Tau­send­und­ei­ner Nacht und die jun­ge Vio­lin­so­li­stin Tian­wa Yang bezau­ber­ten zur Musik von Rim­ski-Kor­sa­kow knapp 3.500 Gäste bei „Klas­sik am See“ am Dech­sen­dor­fer Wei­her.

Petrus war mehr als gnä­dig. Vie­le Besu­cher des 8. Som­mer­nachts-Open­airs am Dech­sen­dor­fer Wei­her bei Erlan­gen sind noch im Regen ange­reist und konn­ten dann ent­ge­gen aller Erwar­tun­gen den gan­zen gest­ri­gen Abend im Trocke­nen, bei Tem­pe­ra­tu­ren um die 17 Grad, kei­ne hei­ße, aber den­noch betö­ren­de Som­mer-Kon­zert­nacht am See ver­brin­gen. Ver­an­stal­ter Jan-Peter Din­ger sah und hör­te man bei sei­ner Begrü­ßungs­re­de die Erleich­te­rung auch an.
„Die­ses Jahr war die Ent­schei­dung beson­ders schwer, noch einen Tag vor­her muss­ten wir genau über­le­gen, ob wir das Kon­zert statt­fin­den las­sen kön­nen. Der Ver­si­che­rer war schon auf dem Gelän­de.“ Nun, die gro­ße Wie­se für die Bestuh­lung hat dem Regen der ver­gan­ge­nen Tage gut stand gehal­ten, wie auch das treue Publi­kum, dass in wet­ter­fe­ster Klei­dung ange­reist kam und prompt auch mit gutem Wet­ter und atem­be­rau­ben­der Musik von den rus­si­schen Kom­po­ni­sten Nico­lai Rim­ski- Kor­sa­kow, Peter Tschai­kow­ski und Alex­an­der Boro­din belohnt wur­de.

Mit noch weni­gen nicht ver­kauf­ten Rest­kar­ten im hin­te­ren auf­ge­stock­ten Platz­seg­ment star­te­te das Klas­sik-Open­air dann pünkt­lich mit der Ein­füh­rung von Ober­bür­ger­mei­ster Sieg­fried Ball­eis als Ver­tre­ter der Schirm­herr­schaft. Ronald Scheu­er, der gemein­sam mit dem Ver­an­stal­ter das Open­air am Dech­sen­dor­fer Wei­her ins Leben geru­fen hat­te, mode­rier­te gewohnt elo­quent und über­gab geschmei­dig das Zep­ter bzw. den Takt­stock an Till Fabi­an Weser, der die Mit­glie­der der Nürn­ber­ger Phil­har­mo­ni­ker beflü­gelt durch die drei aus­ge­wähl­ten Wer­ke führ­te.

Mit der 23 Jah­re jun­gen Vio­lin­so­li­stin Tian­wa Yang aus Chi­na als Kon­zert­mei­ste­rin des Abends wie auch als Instru­men­tal­so­li­stin des Vio­lin­kon­zer­tes D‑Dur von Peter Tschai­kow­ski war das Publi­kum bereits in der ersten Kon­zert­hälf­te gewon­nen, so dass Star­gast Sen­ta Ber­ger mit ihrem Rezi­ta­tiv drei­er Geschich­ten aus dem Buch „Geschich­ten aus Tau­send­und­ei­ner Nacht“ in bester Atmo­sphä­re als mäd­chen­haf­te Sche­he­ra­za­de wei­te­re wun­der­ba­re Akzen­te und stim­mungs­vol­le Momen­te mit ihrer ange­neh­men und sinn­li­chen Stim­me set­zen konn­te. „Das Wort hat die Musik sti­mu­liert!“, so Till Fabi­an Weser, künst­le­ri­scher und musi­ka­li­scher Lei­ter bei Klas­sik­kul­tur e. V. nach dem Kon­zert. „Die Idee ist auf­ge­gan­gen. Sen­ta Ber­ger war als erzäh­len­de Sche­he­ra­za­de das Medi­um zum Publi­kum, wie auch Tian­wa Yang mit ihren Vio­li­nen­so­li in der Musik. Das hat einen ein­ma­li­gen Aus­tausch von Büh­ne und Publi­kum ermög­licht. Wir auf der Büh­ne konn­ten das Erle­ben des Publi­kums nicht nur spü­ren, son­dern auch im direk­ten Feed­back bei den Lesun­gen hören.“ Die wohl­klin­gen­de Stim­me der erfah­re­nen Lese­rin Sen­ta Ber­ger trug das Publi­kum wei­ter zur Musik und so gelang es an die­sem Abend, eine Ein­heit ent­ste­hen zu las­sen aus Wort und Musik, die das Publi­kum mit­führ­te in die sinn­li­chen Wel­ten des Ori­ents.

Die Erlan­ger Sprach­wis­sen­schaft­le­rin und Ori­en­ta­li­stik-Dozen­tin Dr. Clau­dia Ott, aus deren Neu­über­set­zung der „Geschich­ten aus Tau­send­und­ei­ner Nacht“ Sen­ta Ber­ger drei Geschich­ten las, führ­te mit ara­bi­schen Sät­zen und deren Aus­füh­rung in die Rah­men­hand­lung und die Geschich­te der ori­en­ta­li­schen Prin­zes­sin Sche­he­ra­za­de ein. Auch hier waren die Ver­bin­dung und der Wech­sel von Wort und Musik stim­mig. Das Wort gab der Musik den Raum, ergänz­te, setz­te Akzen­te und ließ die Musik noch ein­dring­li­cher wir­ken.

Ein künst­le­risch beach­tens­wer­ter Abend wur­de dem Publi­kum zu Teil, auch dank der wei­ter ent­wickel­ten ein­ge­setz­ten Ton­tech­nik von Senn­hei­ser, mit deren Hil­fe, das Publi­kum bis in die hin­ter­sten Rei­hen mit einem gehalt­vol­len Klang erfasst wer­den kann. In den vor­de­ren Rei­hen waren wie­der vie­le pro­mi­nen­te Stamm­gä­ste aus Poli­tik, Wirt­schaft und Kul­tur zu ent­decken. Neben den Haupt­spon­so­ren wie Maria-Eli­sa­beth Scha­eff­ler, Fami­lie Beck und Dr. Peter Buch­mann von der Spar­kas­se Erlan­gen waren Gün­ther Beck­stein, der Baye­ri­sche Innen­mi­ni­ster Joa­chim Herr­mann, der erste Bür­ger­mei­ster von Her­zo­gen­au­rach, Ger­man Hacker, Land­rat Eber­hard Irlin­ger, der bei Klas­sik am See sei­nen 65. Geburts­tag fei­er­te, u. v. a. zu Gast. Mit dem abschlie­ßen­den See-Feu­er­werk und den unkon­ven­tio­nel­len Krea­tio­nen der neu­en Gastro­no­min auf dem Gelän­de, Bar­ba­ra Bach­mann aus Ems­kir­chen bei Neu­stadt an der Aisch, wur­de der Abend ein­mal wie­der zu einem beson­de­ren Gesamt­pa­ket für die Gäste und Freun­de von Klas­sik am See.

Impres­sio­nen dem­nächst unter www​.klas​sik​-am​-see​.com

Hin­weis: Der Kar­ten­vor­ver­kauf für 2011 star­tet am 1. Dezem­ber 2010.

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