Hans-Löwel-Preis geht an sie­ben Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­si­tät Bamberg

Micha­el Ober­län­der (li.) war einer von sie­ben Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern, denen Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Gode­hard Rup­pert (re.) den Hans-Löwel-Preis ver­lie­hen hat. Foto: Chri­sti­an Herse

Zum sieb­ten Mal zeich­ne­te die Hans-Löwel-Stif­tung her­aus­ra­gen­de Nach­wuchs­for­scher der Uni­ver­si­tät Bam­berg aus, die­ses Jahr mit einer Preis­sum­me von ins­ge­samt 25.500 Euro. Grund zur Freu­de für die Prä­mier­ten, aber auch für ihre Alma Mater: Sie sieht ihren Kurs als impuls­ge­ben­de und for­schungs­in­ten­si­ve Uni­ver­si­tät bestätigt.

Inno­va­ti­vi­tät und Inter­dis­zi­pli­na­ri­tät wer­den bei der Ver­ga­be des Löwel-Prei­ses groß­ge­schrie­ben, das mach­ten sowohl die Preis­trä­ger, die ihre Arbei­ten dem Publi­kum kurz vor­stell­ten, als auch die betreu­en­den Erst­gut­ach­ter in ihren Wür­di­gun­gen deut­lich. Dr. Paul-Bel­len­dorfs Dis­ser­ta­ti­on bei­spiels­wei­se trägt den Titel „Metal­le­ne Grab­plat­ten in Fran­ken und Thü­rin­gen aus dem 15. bis 18. Jahr­hun­dert – eine inter­dis­zi­pli­nä­re Stu­die zum Denk­mal­be­stand und sei­ner Gefähr­dung durch Umwelt­ein­flüs­se“. Die Arbeit ver­eint kunst­hi­sto­ri­sche, werk­stoff­wis­sen­schaft­li­che und denk­mal­pfle­ge­ri­sche For­schung und zeigt nach Lau­da­tor Dr. Rai­ner Dre­wel­lo, Pro­fes­sor für Restau­rie­rungs­wis­sen­schaft in der Bau­denk­mal­pfle­ge an der Uni­ver­si­tät Bam­berg, das Poten­zi­al der Ver­bin­dung von gei­stes- bzw. kul­tur­wis­sen­schaft­li­cher, natur­wis­sen­schaft­li­cher und inge­nieur­wis­sen­schaft­li­cher For­schung „zwi­schen den Welten“.

Ande­re Arbei­ten glän­zen mit nahe­zu tages­po­li­ti­scher Aktua­li­tät: Dr. Micha­el Ker­ler befass­te sich am Bei­spiel der Welt­bank damit, wie in inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen gut regiert wer­den kann und Dr. Dani­el Koh­lert über­prüf­te die Qua­li­tät der Anla­ge­be­ra­tung von Pri­vat­kun­den. Dr. Joa­chim Stem­pfle habe sogar die „Instru­men­te zur Ret­tung der Welt“ gelie­fert, mein­te sein Lau­da­tor Prof. Dr. Diet­rich Dör­ner, ehe­ma­li­ger Inha­ber des Lehr­stuhls für All­ge­mei­ne Psy­cho­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Bam­berg, mit einem Augen­zwin­kern. Die Fra­ge sei nur, ob die Erkennt­nis­se sei­ner Dok­tor­ar­beit „Die Psy­cho­lo­gie des Pro­blem­lö­sens – Was Kom­mu­ni­ka­ti­on in Ent­schei­dungs­grup­pen erfolg­reich macht“ von der Welt auch ange­nom­men wer­den wür­den, füg­te er ernst hinzu.

Auch Vere­na Kauf­mann, Dr. Flo­ri­an Mein­fel­der und Dr. Micha­el Ober­län­der durf­ten sich über einen Preis der Löwel-Stif­tung freu­en. Die Wich­tig­keit von regio­na­len Netz­wer­ken und bür­ger­schaft­li­chem Enga­ge­ment beton­te auch der Prä­si­dent der Uni­ver­si­tät Bam­berg, Prof. Dr. Dr. habil. Gode­hard Rup­pert. Damit erin­ner­te er an den Stif­tungs­grün­der Hans Löwel, der als erfolg­rei­chen Unter­neh­mer kurz vor sei­nem Tod 1996 zusam­men mit sei­ner Frau Edith die Hans-Löwel-Stif­tung mit einer Stif­tungs­sum­me von meh­re­ren Mil­lio­nen DM ausstattete.

Alle zwei Jah­re wird der Preis des Plaue­ner Unter­neh­mers Hans Löwel ver­lie­hen, der kurz vor sei­nem Tod eine Stif­tung grün­de­te und die­se mit meh­re­ren Mil­lio­nen Euro aus­stat­te­te. Prä­miert wer­den wis­sen­schaft­lich her­aus­ra­gen­de, span­nen­de, gut les­ba­re Arbei­ten, die pra­xis- und zeit­nah sind und dar­über hin­aus neue For­schungs­me­tho­den auf­wei­sen. Die Jury besteht aus hoch­ka­rä­ti­gen Ver­tre­tern aus Poli­tik und Wirt­schaft, dar­un­ter auch Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Starke.

Die Stif­tung been­det gemäß Stif­ter­wil­len Ende 2011 ihre Arbeit. Ihr Ver­mö­gen geht in die Uni­ver­si­täts­stif­tung über, die wei­ter­hin Wis­sen­schafts­prei­se ver­ge­ben wird. Rup­pert deu­te­te aber an, dass das Ver­mö­gen der Uni­ver­si­täts­stif­tung Bam­berg auch dazu genutzt wer­den sol­le, den lang geheg­ten Wunsch nach einem inter­na­tio­na­len Gäste­haus zu ver­wirk­li­chen. „Ein Gäste­haus mit­ten in der Alt­stadt, mit­ten im Welt­kul­tur­er­be – das ist das Fein­ste, was wir inter­na­tio­na­len For­schungs­gä­sten bie­ten können.“

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