“Kir­cheh­ren­bach, ein mit Schutz­pro­gram­men »geseg­ne­ter« Ort”

Pres­se­mit­tei­lung der CSU-Orts­grup­pe Kir­cheh­ren­bach

Schutzgebiete um Kirchehrenbach

Schutz­ge­bie­te um Kir­cheh­ren­bach

Kir­cheh­ren­bach ist mit Fau­na-Flo­ra-Habi­tat (FFH), mit Vogel­schutz­ge­bie­ten in Ver­bin­dung mit einer Viel­zahl von ande­ren Schutz­pro­gram­men, wie Wie­sen­brü­ter, Streu­obst, Natur­park, Bann­wald, Natur­schutz­ge­biet Ehren­bürg, usw. so reich­lich „geseg­ne­ter“ Ort, dass sich so man­cher Ein­woh­ner und Grund­stücks­be­sit­zer fragt, „wo darf ich was , wenn über­haupt noch eigen­stän­dig tun, ohne mit dem Gesetz in Kon­flikt zu kom­men?“

Sich die Begriffs­be­stim­mun­gen und deren Aus­wir­kun­gen wie­der ein­mal vor­zu­neh­men, war Gegen­stand eines Dis­kus­si­ons­abends der CSU-Kir­cheh­ren­bach mit Diplom­bio­lo­gen Dr. Johan­nes Bail. Micha­el Knör­lein, CSU Orts­vor­sit­zen­der und Gemein­de­rat konn­te hier­zu mehr als 30 inter­es­sier­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im Gast­haus „ zum Wei­ßen Lamm“ begrü­ßen.

Kir­cheh­ren­bach, so Dr. Bail ein­lei­tend, sei schon in Sachen Schutz­be­rei­che eine wahr­lich außer­ge­wöhn­li­che Gemein­de. Das ver­deut­li­che sich anschau­lich, wenn man nur im gro­ben Raster sehe, dass 10 Pro­zent der Gemein­de­flä­che Natur­schutz­ge­biet, 30 Pro­zent FFH-Gebiet, 15 Pro­zent Wie­sen­brü­ter Schutz­ge­biet und 75 Pro­zent Teil der Natur­park-Schutz­zo­ne sei­en (Über­schnei­dun­gen inklu­si­ve).

Allei­ne die­se auf­ge­führ­ten Tat­sa­chen genüg­ten, um eine leb­haf­te Dis­kus­si­on in Gang zu set­zen. Teil­wei­se konn­ten die Dis­ku­tan­ten sogar Ver­ständ­nis für die eine oder ande­re Not­wen­dig­keit auf­brin­gen. Wenig bis kein Ver­ständ­nis konn­te jedoch auf­ge­bracht wer­den, wenn man, wie in Kir­cheh­ren­bach kei­ne Sel­ten­heit, die Eigen­tü­mer in ihren Rech­ten der­art beschnei­de, dass ihnen kein Spiel­raum mehr blei­be und sie mit den Lasten allei­ne gelas­sen wer­den. Der Vor­wurf einer schlei­chen­den oder heim­li­chen Ent­eig­nung wur­de an den Tischen laut.

Der Refe­rent zeig­te jedoch die Not­wen­dig­keit und die Sinn­haf­tig­keit auf, eine euro­päi­sche Bio­top­ver­net­zung anzu­stre­ben. Die Art der Lasten­ver­tei­lung las­se jedoch teil­wei­se sehr zu wün­schen übrig, denn wäh­rend bei­spiels­wei­se man­che Län­der mit gro­ßen Was­ser­flä­chen es sich leicht machen wür­den, dies als FFH-Gebie­te aus­zu­wei­sen, müss­ten klein­struk­tu­rier­te Gebie­te wie bei uns, die ungleich grö­ße­ren Lasten und Ein­schrän­kun­gen tra­gen.

Das euro­päi­sche Natur­schutz­pro­jekt „Natu­ra 2000“ sei mitt­ler­wei­le seit 12 Jah­ren im baye­ri­schen Lan­des­recht ver­an­kert. Ein Bio­top-Ver­bund­netz für die Art- und Lebens­räu­me sei zwei­fels­oh­ne not­wen­dig, denn die Popu­la­ti­on kön­ne sich sonst nicht aus­tau­schen und folg­lich sin­ke die gene­ti­sche Viel­falt. Ohne die­ses Ver­bund­netz bräuch­ten wir auch kei­ne ande­ren Schutz­ge­bie­te.

In der Pra­xis bedeu­te dies, dass in all die­sen vie­len Schutz­ge­bie­ten ein Ver­schlech­te­rungs­ver­bot im Sin­ne des Natur­schut­zes bestehe und jeg­li­che Maß­nah­me in den betrof­fe­nen Berei­chen erst einer ent­spre­chen­den Über­prü­fung, respek­ti­ve Geneh­mi­gung bedür­fe.

Hef­tig bemän­gelt wur­de von den Dis­ku­tan­ten, dass sich in all die­sen Pro­gram­men der Natur­schutz, sei er nun amt­lich oder von „selbst­er­nann­ten Schüt­zern“, recht unbe­weg­lich zei­ge und der rei­che Erfah­rungs­schatz der Väter oft kei­ner­lei Berück­sich­ti­gung fin­de.

Dass sich das vor der „eige­nen Haus­tü­re“ zei­ge, wur­de anhand von Bei­spie­len ver­deut­licht. Es sei ein­deu­tig eine Fehl­ein­schät­zung gewe­sen, so Dr. Johan­nes Bail, wenn man sei­tens des Natur­schut­zes über einen lan­gen Zeit­raum hin­weg gemeint habe, dass es der Natur gut tue, wenn man die Men­schen fern hal­te. Das Gegen­teil sei der Fall, denn zum Erhalt der Kul­tur­land­schaft brau­che es not­wen­di­ger Wei­se den Men­schen.

Land­wirt Hans Kraus, der gegen­wär­tig mit­hilft, die Ehren­bürg zu ent­bu­s­chen und von Dor­nen zu befrei­en, brach­te es auf den Punkt, denn sei­ner Mei­nung nach wach­se der Berg und sei­ne schüt­zens­wer­te Berei­che ver­stärkt zu, seit die­ser unter Natur­schutz gestellt wor­den sei.

Grei­fe der Mensch nicht ein, so Dr. Bail, ver­wal­de als­bald der Berg und alles Schüt­zens­wer­te fie­le den Ver­drän­gungs­me­cha­nis­men der Natur zum Opfer.

Am Wal­ber­la sol­le der Halb­ma­ger­ra­sen geschützt wer­den. Gese­hen und berück­sich­tigt wer­de jedoch nicht, dass allei­ne schon von der Luft her der Nähr­stoff­ge­halt stän­dig zuneh­me und allei­ne schon die­se Tat­sa­che wir­ke sich ver­än­dernd auf den Trocken­ra­sen aus. Folg­lich wer­de auch die­ser Bestand in irgend­ei­ner Form per­ma­nent ver­än­dert.

Als Bei­spiel nann­te Bail die aktu­el­le Anord­nung der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de zur Auf­las­sung des Park­plat­zes am Wal­ber­la. Dar­in sei zu lesen, dass die­se Flä­che der Suk­zes­si­on über­las­sen wer­den sol­le. Wenn dies von der Natur­schutz­be­hör­de ernst gemeint sei, bedeu­te dies, dass dort letzt­end­lich ein Wald ent­ste­hen wer­de. Man müs­se sich fra­gen, ob die­se „Exper­ten“ über­haupt wis­sen, was sie in die­ses Pro­gramm geschrie­ben haben.

Wenn näm­lich Suk­zes­si­on statt­fin­den sol­le um den Trocken­ra­sen zu schüt­zen, dann sei dies grund­le­gend falsch, denn Suk­zes­si­on müs­se im Gegen­teil unter­bun­den wer­den um die gegen­wär­ti­ge Situa­ti­on mög­lichst erhal­ten zu kön­nen.

Resü­mie­rend wur­de fest­ge­stellt, dass sich die Bevöl­ke­rung von ihrem christ­li­chen Men­schen­bild her der Ver­ant­wor­tung durch­aus bewusst sei, die Schöp­fung zu bewah­ren und zu erhal­ten. Was jedoch in jedem Fall wich­tig sei, dass alle Maß­nah­men und Ein­grif­fe noch mit nor­ma­lem, ver­nünf­ti­gem und mensch­li­chem Ver­stand nach­voll­zieh­bar blei­ben müs­sen. Und hier feh­le es lei­der des Öfte­ren.

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