Der Neue Wiesentbote

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Gegendarstellung von Gerhard Koller, Schulamtsdirektor in Forchheim

Datum: Dienstag, 05. Juni 2007, 20:18

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Galster,

die Presseberichte der letzten Tage (Erlanger Nachrichten, Nordbayerische Nachrichten, Fränkischer Tag), die vor bzw. nach dem Gespräch am 30.5.2007 in der Hauptschule Baiersdorf erschienen sind, enthalten eine Reihe von Äußerungen auch Ihrerseits, die ich auf das Schärfste zurückweisen muss.

Deshalb sende ich dieses Schreiben auch an die eingeladenen Bürgermeister, Herrn Landrat Glauber, Herrn MdL Nöth sowie an die Presse, um die in den Berichten gegen mich erhobenen Vorwürfe richtig zu stellen.

  1. Seit mehr als drei Jahren sind die beteiligten Gemeinden des Schulverbandes Poxdorf- Effeltrich-Langensendelbach und das Staatliche Schulamt im Landkreis Forchheim in intensiven Gesprächen mit der Regierung von Oberfranken und teilweise auch mit der Regierung von Mittelfranken bemüht, eine schulorganisatorische tragbare Lösung für den Schulstandort Poxdorf zu finden. In diese Gespräche waren auch immer wieder Vertreter der Stadt Baiersdorf und der Hauptschule Baiersdorf sowie des Staatlichen Schulamts Erlangen eingebunden, um eine gemeinsame, nachbarschaftliche Lösung zu finden. Zuletzt fand ein regierungsbezirksübergreifendes Gespräch im Dezember 2006 im Schulamt Erlangen unter Beteiligung der Landtagsabgeordneten Matschel und Nöth statt. Leider konnte auch hier keine gemeinsame Lösung gefunden werden, die der Hauptschule Poxdorf einen sicheren Bestand ermöglicht hätte.

    Im April 2007 fand ein Gespräch der Bürgermeister des Schulverbandes zusammen mit Herrn MdL Nöth bei Kultusminister Siegfried Schneider satt, in dem die Situation dargelegt und die inzwischen an der Volksschule Poxdorf entwickelte und erprobte "Tagesschule” (mit gemeinsamem Mittagessen und Unterricht bis 15 Uhr) vorgestellt wurde. An diesem Gespräch konnte ich aus dienstlichen Gründen nicht teilnehmen.

  2. Am 2.5.2007 teilte das Bayerische Staatsministerium für Unterricht mit, dass die Hauptschule Poxdorf ab 1.8.2007 M-Kurse und ein offenes Ganztagsangebot erhalten und als Vollhauptschule (Klassen 5 bis 9) geführt werden soll. Das entsprechende Anhörungsverfahren der Regierung von Oberfranken wurde im Mai eingeleitet.
  3. Aufgrund der dazu erschienenen Preseberichte hatte ich in der Folge mehrere Telefonate und Mail-Kontakte mit Herrn Bürgermeister Galster und Herrn Schulrat Schmolke, in denen ich meine Gesprächsbereitschaft anbot und die Situation aus Forchheimer Sicht schilderte. Mehrere Versuche, noch vor meinem Urlaub ein Gespräch auch mit dem Schulamt Erlangen zu führen, blieben unbeantwortet.
  4. Zu der Besprechung am 30.5.2007 in der Hauptschule Baiersdorf war ich im Vorfeld weder telefonisch noch schriftlich eingeladen worden. Zudem hatte ich vom 26.5. an Urlaub mit einer Auslandsfortbildung in Schweden, der seit mehr als einem Jahr geplant war. Am 29.5. ging bei uns im Schulamt die Einladung der Stadt Baiersdorf für das Gespräch am nächsten Tag ein (Anlage Kopie) – ohne Hinweis auf die Einladung ggf. eines Vertreters. Die Aussage, ich habe "die Einladung nicht angenommen” und "die Entsendung eines Vertreters abgelehnt” ist deshalb falsch und völlig aus der Luft gegriffen.
  5. Die weiteren persönlichen Angriffe, ich habe meine (!?) "Pläne in Poxdorf am Schulverband Baiersdorf vorbei” lanciert, treibe ein "Katz- und Maus-Spiel” und bin "in dieser wichtigen Schulfrage nicht kooperativ” sowie die angebliche Aussage einer Elternsprecherin, ich "blocke alles ab” entbehren jeder Grundlage und stellen für mich den Tatbestand der Rufschädigung, Verleumdung und übler Nachrede dar, weshalb ich mir hierzu rechtliche Schritte vorbehalte.
  6. Tatsache ist, dass aufgrund der in der Vergangenheit rückläufigen Schülerzahlen sowie der zusätzlichen Aufteilung in M-(Mittlere-Reife-)Schüler und Regelschüler an dere Hauptschule die Volksschule Poxdorf in den letzten Jahren vorübergehend keine Hauptschulklasse mehr bilden konnte. In einvernehmlicher Absprache zwischen den beiden Schulen und den Schulämtern wurden deshalb die Schüler der Hauptschule Baiersdorf als nächstgelegener Hauptschule zugewiesen. Inzwischen stammt die Mehrzahl der M-Schüler aus dem Landkreis Forchheim.
  7. Nachdem zum 1.8.2007 die Neuorganisation der Hauptschulen (Auflösung der Teilhauptschulen) vollzogen sein muss, stellt sich definitiv die Frage: Gibt es künftig überhaupt noch eine Hauptschule in Poxdorf? Denn nur wenn Poxdorf eine mindestens einzügige Hauptschule vorweisen kann, ist die (gesetzlich notwendige) Umgliederung der Teilhauptschüler aus dem Schulverband nach Poxdorf möglich. Ansonsten müssten künftig alle Hauptschüler aus dem Schulverband ab der 5. Klasse den (weiteren) Schulweg nach Baiersdorf auf sich nehmen und die Hauptschule in Poxdorf bliebe als Investitionsruine leer auf der grünen Wiese.

Für Baiersdorf geht es um die Einrichtung einer neuen M-Klasse (anstelle von M-Kursen, die in Baiersdorf ebenso wie in Poxdorf möglich wären), für Poxdorf geht es um die Existenz der gesamten Hauptschule.

Mit freundlichen Grüßen,
Gerhard Koller, Schulamtsdirektor


Weitere Informationen im Internet unter www.schulamt-forchheim.de
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