Totholz ist voller Leben
FORCHHEIM (eB) - Am Wanderparkplatz bei den Örtelbergweihern steht seit diesem Winter eine Infotafel "Totholz ist voller Leben". Anschaulich wird da die Vernetzung des Biotops Wald anhand absterbender und toter Bäume deutlich gemacht. Der Forchheimer Kellerwald in seiner seit dem Mittelalter bestehenden Struktur bietet einer Vielzahl an Tieren Lebens- und Nahrungsraum. In diesen Lebensraum vieler Tiere gehören nicht nur gesunde Bäume, sondern auch Totholz und absterbende Bäume. Totholz ist Nahrungsquelle, Fortpflanzungs- und Rückzugsgebiet für zahlreiche Arten des Waldes. Oft hängen die hier lebenden Tiere direkt voneinander ab. Es ist kein Zufall, warum so viele Frösche, Kröten und Molche jeden Frühling aus dem Kellerwald zu den Karnbaumweihern zum ablaichen wandern.
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Der Wald ist Überwinterungsgebiet dieser Amphibien. Sie ernähren sich von den zahlreichen Insekten, die sich besonders auch im Totholz entwickeln. So auch z.B. der Specht. Im Forchheimer Kellerwald kommen noch alle regionalen Spechtarten vor. Das sind Buntspecht, Mittelspecht, Kleinspecht, Schwarzspecht, Grünspecht und Spechtmeise (Kleiber). Und wo der Specht seine Höhlen baut, zieht im nächsten Jahr die Fledermaus ein. Bis zu acht Arten haben ihr Sommerquartier im Wald. Sehr gut sind der Große Abendsegler, Zwerg- und Wasserfledermaus zu beobachten, wenn sie aus dem Wald in ihr Jagdgebiet zu den Weihern fliegen. Wie bereits seit fünf Jahren, werden diese pelzigen Flieger vom BN bei einer Fledermausnacht, diesmal am 24. August, allen Interessierten vorgestellt und bei einer Exkursion beobachtet.
Der Arbeitskreis Fledermaus der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz Forchheim hat diese Infotafel initiiert und freut sich deshalb, damit auf die Wichtigkeit dieses Lebensraumes aufmerksam zu machen und seine Bedeutung darzustellen. Wie immer tatkräftig hat Naturschutzwächter Gunter Brokt aus dem Arbeitskreis die Tafel gezimmert, finanziell wurde die Aktion von Herrn Karnbau,Feinkost- Karnbaum, dem Besitzer der angrenzenden Weiher und der "Siglinde-Schöffl-Stiftung" unterstützt. Die Fotos stammen vom Landesbund für Vogelschutz, Edmund Abel, Pitt Stümpel von ARGE Natur- und Landschaftspflege hat die Grafik übernommen.
Die Mitglieder des Arbeitskreises Fledermaus, Helga Schramm, Dr. Friedrich Oehme, Gunter Brokt, Helmut Schwenkber (wie Gunter Brokt Naturschutzwächter) und Eduard Zöbelein freuen sich, neben der bereits bestehenden Tafel "Amphibien" auf den sensiblen Naturraum des Forchheimer Kellerwaldes aufmerksam machen zu können.
Mit dem entsprechenden Hintergrundwissen hat nun jedermann die Möglichkeit, einen Spaziergang im Forchheimer Kellerwald zu einer spannenden Exkursion zu machen.
Informationen im Netz unter www.bn-forchheim.de//
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