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Berichte: »Tag der offenen Brennereien« war ein voller Erfolg

Datum: Dienstag, 17. Oktober 2006, 21:54
Rubrik: Kultur
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RUND UMS WALBERLA (ad) - Zum vierten Mal jährte sich vergangenes Wochenende die Informations-Veranstaltung "Tag der offenen Brennereien und einer Brauerei", die der Tourismusverein "Rund ums Walberla" initierte und die seitdem ein Selbstläufer ist. Die gemeinsame Marketing-Aktion der Schnapsbrenner hat sich zum vielbesuchten Publikumsmagneten entwickelt. Bei schönstem Oktoberwetter drängten sich wahre Besuchermassen in die Höfe der Brenner, um sich über den Brennvorgang selbst und über die Produkte zu informieren. Natürlich wurde auch das eine oder andere Gläschen Edelbrand probiert - für die passende "Unterlage" dazu war jedenfalls ausreichend gesorgt, von "Blauen Zipfeln" über "Flammkuchen" bis "Auszogna Krapfn" war alles geboten, was die Gegend so an Spezialitäten aufzuweisen hat.

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Idyllische Atmosphäre

Die das Jahr über eher nüchternen Innenhöfe waren herausgeputzt und verwandelten sich in Biergärten mit eigenem, beinahe exotischem Flair. Wer hat je eine Brotzeit Aug' in Aug' mit einer stattlichen Kuhherde gemacht? Bei der Brennerei Kern in Schlaifhausen offenbarte sich das Landleben eben von einer ganz anderen Seite. In vielen Höfen entstanden malerische Winkel, in denen beinahe Festtags-Stimmung aufkam - man könnte meinen es wäre Kirchweih.

Fröhliche Wanderer

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Das Wetter lud natürlich zum Wandern oder auch Radwandern ein, und so fanden sich diesmal mehr Besucher auf Schusters Rappen oder Drahtesel, die von Brennerei zu Brennerei zogen. Da offenbarte sich auch das einzige Manko der Veranstaltung: Wandervorschläge für diesen Tag wären hochwillkommen, da viele Besucher mit der Gegend nicht soooo vertraut sind dass sie auf Anhieb einen Wanderweg von Dietzhof nach Ortspitz finden. Da wäre ein bisschen Hilfestellung von Seiten des Tourismus-Vereins sicher angebracht. Unter den vielen Radfahrern: Bernhard "Heizer" Lauger, Vorstand des legendären Sportvereins "Amboss 02, samt seiner Gattin. Sein Kommentar? "Einbohnfrei!"

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Fränkische Spezialitäten

Sehr erfreulich: Kulinarische Albernheiten wie "Pfannengyros" waren nicht zu finden, dafür gab es zb. beim "Peterhof" die schon erwähnten "Blauen Zipfel oder bei der Brennerei Siebenhaar "Bohnakern mit Rauchfleisch und Klöß". So muss das sein! Da wirft man doch jede Currywurst in die Tonne, wo sie hingehört. Und dann erst die Kuchen und Küchla! Das war jedenfalls keine Diät-Veranstaltung ...

Reiseveranstalter entdecken den "Event"

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Erstmals in diesem Jahr wurde ein Reisebus gesichtet, der aus der Kulmbacher Gegend die Freunde der geistigen Genüsse samt Kind und Kegel ankarrte. Ordentlich vorher angemeldet übrigens, denn der Veranstalter hat wohl schon geahnt dass eine normale Brennerei mit 40 Besuchern auf einmal vielleicht etwas "ausgelastet" sein könnte. So ein Bus ist natürlich eine feine Sache: kaum probiert man zwei-drei Gläschen, siehts mit der Fahrtüchtigkeit ja schlecht aus. Zwar steckt ein gestandnes Mannsbild drei Schnäpse weg wie nix, aber dem Alkomaten ist das ziemlich egal. Eine Bus-Tagestour zum »Tag der offenen Brennereien« - das könnte sich zum Renner entwickeln. Vielleicht denkt der Verein mal über entsprechende Pauschalangebote nach? Worüber man auch nachdenken sollte: Stellenweise wirds schon gefährlich eng, in Mittelehrenbach ging ab und zu nix mehr. Vielleicht ne Wiese ausserhalb des Dorfes als Parkplatz? Besser wärs, bevor was passiert.

Trittbrettfahrer

Bei so einer erfolgreichen Veranstaltung bleiben natürlich die Trittbrettfahrer nicht aus. Dass es aber ausgerechnet die Brenner-Vereinigung "Rosenhut" nötig hat, an eben diesem Tag nur ein Dorf weiter eine Konkurrenzveranstaltung aufzuziehen, verwunderte dann doch etwas. Aber wie sagte einer der Walberla-Brenner: "Das ist ja auch eine Art Bestätigung, wenn man kopiert wird. Seitdem ich das erfahren habe, weiss ich: die kochen auch nur mit Wasser!" Da hat er wohl recht.

Starke Marke?

Die Brenner rund ums Walberla wären gut beraten, für ihr Produkt eine Marke zu kreieren. Ein prägnantes Logo haben sie ja schon, fehlt nur noch das entsprechende Auftreten. Die Produkte halten mit allem mit was gut und teuer ist - Kleinbrenner können halt mit mehr Liebe brennen wie industriell organisierte Großbetriebe. Das sind ideale Voraussetzungen für ein exklusives Luxusprodukt, bei dem die Klasse entscheidet und nicht die Masse. Auf die Aldi-Schiene und die damit verbundenen Billigpreise schielen wäre das Verkehrteste - regional orientierte oder Spezialitäten-Restaurants wären die ideale Klientel. So einen Schnaps muss man schließlich genießen - wer ihn "kippt" ist ein schlicht und einfach ein Barbar.


Informationen im Netz unter www.schnaps-brennerei.com
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