Der Neue Wiesentbote

Die Online-Zeitung für die Fränkische Schweiz

www.wiesentbote.de

3. Forchheimer Bobbycar-Rennen lockte Besuchermassen in den Kellerwald

Datum: Montag, 11. September 2006, 14:42

Aufallend viele Frauen unter den Piloten - Auch TV Oberfranken war vor Ort

Anklicken zum Vergrößern

FORCHHEIM (ad) - "38.000 Zuschauer hier in der Lützelsberger Kurve, die Leute stehen Schlange bis zum Rathausplatz ..." so kommentierte Moderator Bernhard "Heizer" Lauger die Situation beim Rennen, und wenn er auch ein klein wenig übertrieben hat: Es war eine absolut gelungene Veranstaltung. Daher hier gleich an erster Stelle ein Lob an die Organisatoren! Im 3. Jahr sind fast alle Schwachstellen ausgebügelt, das Rennen und das Drumherum laufen wie eine geölte Maschine. Und die Moderation des Duos "Heizer" Lauger und "Kiko" Kiolbassa setzte dem Ganzen die Krönung auf. Dass das Rennen inzwischen "salonfähig" geworden ist wurde eindrucksvoll durch das erste Starterpaar bewiesen: Forchheims OB Franz Stumpf und sein Stellvertreter Franz Streit eröffneten das Rennen.

Leichtes Unwohlsein bei den "Öberen"

Anklicken zum Vergrößern

Die beiden Franzen treffen noch lächelnd im Fahrerlager ein, aber nach dem "Einkleiden" ziert doch die eine oder andere Sorgenfalte das Gesicht. Untrainiert die doch ziemlich herbe Strecke hinunterzubrettern ist ja nicht ganz ungefährlich, nicht umsonst sind Integralhelme Vorschrift. Der Pilot des "Safety Cars" gibt beiden einen "Crash-Kurs" in Sachen "Bedienungsanleitung", Franz Streit presst noch schnell ein "Angstweizen" rein, und dann kanns losgehen: Unter großem Medienrummel eröffnen die Stadtväter das Rennen, Franz Stumpf mit deutlichem Vorsprung ... und weg sind sie, um die Kurve beim Glockenkeller, und das Schicksal der Stadt Forchheim nimmt seinen Lauf ... der Moderator in der Lützelsberger Kurve berichtet vom Vorsprung Stumpfs ... ab dann "Funkstille". Was ist los? Warum hört man nichts mehr? Dann die Nachricht aus dem Ziel: "Beide leben noch ... Franz Stumpf war Erster." Glückwunsch.

Auch Stadträte wollen mal ran

Anklicken zum Vergrößern

Bei soviel geballter Politprominenz am Start kann der Stadtrat nicht nachstehen - fünf Stadträte fahren als nächstes, Udo Schönfelder mit CSU-Fahne auf einem Big Traktor. Gleich von Anfang an in Führung: Peter Kaiser, der einen mächtigen Sprint hinlegt, schließlich entscheidet meistens der Start das Rennen. Und so geschieht es denn auch, Peter Kaiser geht als Erster durchs Ziel. Udo Schönfelders lapidarer Kommentar zum Rennen: "Eine Grenzerfahrung."

Wie immer: Fantasie- und liebevoll aufbereitete Fahrzeuge

Anklicken zum Vergrößern

"Pimp my Bobbycar" lautete unzweifelhaft das Motto, und dementsprechend sehen die Boliden auch aus. Dabei beschränken sich die Änderungen nicht nur auf Farbgebung und Verkleidung: Wir haben auch ein Bobbycar mit funktionierenden Lichtern und Autoradio gesehen. Den Vogel aber schoss das - beim Rennen nicht mitfahrende - motorgetriebene Bobbycar ab, welches zum Erstaunen der Zuschauer den Berg *hinauf* bretterte. Ja richtig: bretterte, denn die Geschindigkeit die das kleine Geschoss erreichte war beachtlich. Kommentar eines Moderators: "Unglaublich - die sind ja noch verrückter als wir ...".

Wie im richtigen (Formel-1-)Leben

Anklicken zum Vergrößern

Nach jeder Runde bricht hektische Betriebsamkeit aus im Fahrerlager: Kleine Blessuren müssen geflickt, kaputte Reifen gewechselt, die Achsen müssen nachgeschmiert werden. Für manch ein Bobbycar bedeutet der Schaden das "Aus" - so auch für die Rennsemmel von Charlie Pichl, der wie bereits letztes Jahr in der ersten Runde an der Lützelsberger Kurve scheiterte. Wirtschaftlicher Totalschaden - Lenksäule gebrochen! Andere Defekte erfordern fantasievolle Lösungen: Das Fixieren des Reifens mit Gaffa-Tape zählt wohl zu den Klassikern. Hält wohl nur eine Runde, aber bevor gar nix mehr geht ...

Brennpunkt "Lützelsberger Kurve"

Anklicken zum Vergrößern

Wo tobt das pralle Leben? Wo wird das Rennen entschieden? Wo ist die meiste Action? Wo gibts die spektakulärsten Szenen? Natürlich in der "Lützelsberger Kurve", der 90-Grad-Kurve am Ende des Steilhangs vorbei am Schlössla-Keller. Diese Kurve ist eine Herausforderung für Mensch und Maschine (bei Insidern daher auch "Witwenhammer" genannt). Die kleinen Cars sind ja nicht für solche Belastungen gebaut, und auch die Fahrer kommen oft mit dem Massenträgheitsgesetz in Konflikt. "Action" prägt das Geschen in dieser Kurve. Dementsprechend ballen sich dort auch die Zuschauer - das wäre der richtige Platz für eine Tribühne!

Spektakuläre Stürze

Anklicken zum Vergrößern

Wie schon gesagt, das Trägheitsgesetz fordert seine Opfer. Daher auch die Doppel- und Dreierreihen von Strohballen, welche die Überflieger vor allem in besagter "Lützelsberger Kurve" auffangen sollen (und es auch tun). Die Fahrer sind mit Motorradkombis und Intergralhelm geschützt, und passiert ist trotz der oft eindrucksvollen Flugszenen nichts - außer einer gebrochenen Zehe, um die sich dann der ASB gekümmert hat. Für die Stürze gibt es Szenenapplaus von den begeisterten Zuschauern, als kleine Entschädigung für das Ausscheiden des Fahrers. Nebenbei bemerkt: In Sachen Sicherheit hat die Veranstaltung deutlich zugelegt, ein Lob an die Organisatoren!

Reifenteile, Sonnenbrillen, Kunstpenisse ...

Anklicken zum Vergrößern

In der berüchtigten Kurve sammeln sich mit der Zeit stapelweise Bobbycar-Teile, die bei den Karambolagen abgeplatzt sind oder abgerissen wurden, jede Rennrunde fordert ihren Tribut. Viele Cars sind wohl auf dreieinhalb Rädern ins Ziel gedonnert, Reifenteile sind jedenfalls zuhauf vorhanden und werden von den Fahrern wieder abgeholt. Nicht abgeholt wurde ein ominöses Teil, welches "Heizer" Lauger als "Kunst-Penis" identifizierte. In der Tat, man kann nur spekulieren wofür das eigenartige Teil an einem Bobbycar benötigt wurde ...

Getränkebude leergetrunken

Anklicken zum Vergrößern

Völlig unterschätzt wurde wohl der Besucheransturm beim Getränkestand unterhalb der "Todeskurve": Bereits am frühen Nachmittag war das Greif-Bier alle. Wie kann sowas passieren? In Franken?? Wie auch immer, ein Hilferuf an die Brauerei brachte die Rettung, und Brauerei-Chef Christian Schuster brachte persönlich den begehrten Gerstensaft. Dafür wurde sogar ausnahmsweise das Rennen unterbrochen! Das war wohl das erste Mal in der Brauereigeschichte, dass ein Bierlaster Szenenapplaus bekam.

Favoritensterben

Anklicken zum Vergrößern

Aufgrund der beiden letzten Rennen starteten eine Reihe von Fahrern als "klare Favoriten", einige als "selbsternannte Bobbycar-Sieger 2006" und mindestens Charlie Pichl als "Sieger der Herzen". Es blieben wenig übrig. Das hochgehandelte "Team Braun" schied nacheinender komplett aus, der "Sieger der Herzen" blieb es auch diesmal, und auch der "Selbsternannte" wurde es nicht. Sein Kommentar als frischgebackener "selbsternannter Bobbycar-Sieger 2007": "Ich habe 2004 gegen eine Frau verloren. Ich habe 2005 gegen eine Frau verloren. Ich habe 2006 gegen eine Frau verloren. Ich bin halt zu sehr 'Gentleman'. 2007 starte ich gegen keine Frau mehr." Mal sehen ob sein Wunsch in Erfüllung geht.

Team Wiesentbote

Unser "Team Wiesentbote" Peter Vogel, Cornell Vogel und Daniel Stummvoll schlugen sich für das erste mal tapfer. Zweimal 3.Platz in der ersten Vorrunde, ein 3. Platz in der 2. Vorrunde, mehr war dieses Jahr noch nicht drin. Aber "Nach dem Rennen ist vor dem Rennen" und so werden wir unsere Bobby-Cars in den kommenden langen Wintermonaten wieder aufbereiten und auch nächstes Jahr teilnehmen nach dem Motto "Dabei sein ist Alles, Hauptsache es macht Spaß".

Die Sieger

Anklicken zum Vergrößern

Nur einer trotzte dem Favoritensterben. Aufgrund seiner herausragenden Fahrweise kommentierten die Moderatoren mehrmals: "Mit diesem Mann muss gerechnet werden!". Und so kam es denn auch: Sieger wurde - wie bereits im Vorjahr - Mathias "Mad Max" Knoll, vor Holger "X Man" Axmann und Andreas Leiner. Schnellste Frau wurde - ebenfalls wie im Vorjahr - Syrova Denisa vom Team Potzi. "Zwerg Nase" Braun (Team Braun) erhielt einen Sonderpreis für das schönste Bobbycar. R.E.Porter (Anm.d.Red.: Wo war der überhaupt? Kann mich nicht erinnern ihm Urlaub gegeben zu haben!) würde jetzt sagen: "Glasse woäs!". Dem ist nichts hinzuzufügen.

Anklicken zum Vergrößern

Halt, ein Nachtrag - ich habs dem Alex versprochen. Alex konnte aufgrund einer Verletzung nicht starten - und das, obwohl seine beiden Kinder in den letzten Wochen mit viele Mühe und Aufwand das Bobbycar gestaltet hatten. Das Bild zeigt eindrucksvoll wie groß die Begeisterung bei allen Beteiligten für das Rennen ist - daher also hier das Bild. Man beachte: Das Licht und die "HiFi"-Anlage funktionieren wirklich ... und der Tacho geht bis 280!!


Informationen im Netz unter www.bobbycar.forchheim.info
Weitere Artikel zum Thema Bobbycar
Weitere Pressemitteilungen rund um Forchheim