POTTENSTEIN (tw) - 30 Kinder der Deutschen Schule im kolumbianischen Medellin hatte Gabriele Popp vom Kulmbacher ISPA Institut, einer Firma für Internationale Sprachkurse, drei Wochen lang bei Gastfamilien in Kulmbach, Bayreuth und Pottenstein zu betreuen. Alles Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 12 Jahren aus den drei sechsten Klassen der Deutschen Schule in der kolumbianischen Dreimillionenmetropole.
Ein Pilotprojekt der Schule um die Deutschlandreisen der Kinder das erste Mal bei Gasteltern auszuprobieren. Denn sie sollen die deutsche Lebensart, Kultur und Mentalität kennen lernen und ganz wichtig ist dabei auch der Umgang mit den Kindern der Gasteltern, mit denen sie während der letzten Woche ihres Besuchs auch die Schule besuchen konnten.
Sechstklässler von der Deutschen Schule in Medellin waren zwar schon oft in Deutschland, gastierten da aber immer in Jugendherbergen. Deshalb war es für Institutchefin Gabriele Popp auch eine ganz besondere Herausforderung die Kinder diesmal bei Gastfamilien unterzubringen. Ein Experiment, dass letztendlich mit kleineren Schwierigkeiten - einige der Kinder hatten großes Heimweh und manchmal auch Verständigungsschwierigkeiten - glückte. In Kulmbach wurde die Gruppe von dem 31-jährigen Kolumbianer Tomas Cabrera betreut. Er ist Spanisch- und Deutschlehrer an der Deutschen Schule in Medellin und war ebenso wie die Kinder begeistert von dem Programm das Gabriele Popp auf die Beine gestellt hatte. Ein umfangreiches Programm für die kleinen Gäste mit Besuchen der Pottensteiner Erlebnismeile, mit Sommerrodelbahn, Bootfahren, einem Zoobesuch in Nürnberg, dem Freizeitpark Geiselwind oder dem Zinnfigurenmuseum auf der Plassenburg und einem Ausflug nach Rothenburg ob der Tauber.
Die Kinder sind durchwegs aus gutem Hause und ihre Eltern müssen für sie auch Schulgeld bezahlen damit sie die Deutsche Schule, eine von vier dieser Art in Kolumbien, besuchen können. Die Deutsche Schule in Medellin ist vergleichbar mit einer Gesamtschule bei uns und hat 1000 Schüler. Sie liegt inmitten eines riesigen botanischen Gartens, hat ein eigenes Schwimmbad, Fußball-, Volleyball- und Basketballplätze, eine große Turnhalle und sogar eine Cafeteria in der die Kinder Mittagessen können. Bereits mit vier Jahren werden sie in den schulintegrierten Kindergarten aufgenommen in dem es bereits den ersten Motivationsunterricht, auch in deutscher Sprache, gibt. In der sechsten Klasse lernen sie dann sechs Stunden Deutsch pro Woche, aber auch Englisch. Schulbeginn ist täglich um 7.20 Uhr und um 15 Uhr endet dann der Unterricht. Die Deutsche Schule in Medellin wurde in den 60-ger Jahren von deutschen Auswanderern gegründet, damals mit insgesamt 12 deutschen Kindern. Später hat sie sich dann auch für kolumbianische Kinder geöffnet und heute gehört sie zu den größten Schulanlagen der Stadt. Das Deutsche Abitur kann dann aber nur in der Deutschen Schule in der Hauptstadt Bogota abgelegt werden. In der Deutschen Schule in Medellin besteht am Ende die Möglichkeit das kolumbianische Abitur zu absolvieren.
Die Abschiedsfeier mit dem Auftritt von Zauberer Heinz Bauer, mit einem kolumbianisch-deutschen Buffet, einer Fackelwanderung und einer Geisterstunde um Mitternacht fand am Wochenende auf Burg Waischenfeld mit den Gasteltern und Gastkindern statt. Und am Schluss, als dann eine Stunde nach Mitternacht der Bus kam der die kolumbianischen Kinder nach München zum Flughafen brachte, gab es auch die eine oder andere Träne. Mit den Aufenthalten auf den Flughäfen in München, Paris und Bogota werden die Kinder insgesamt 28 Stunden unterwegs sein bis sie ihre Heimatstadt Medellin erreicht haben. Übrigens: Gabriele Popp sucht schon jetzt Gasteltern mit Kindern im gleichen Alter für nächstes Jahr, die jeweils zwei kolumbianische Schüler aufnehmen. Erreichbar ist sie unter Telefon 09221/81847.
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