POTTENSTEIN (tw) - Wann wird es in Deutschland Sommer, wieso gibt es in Pottenstein kein Hochhaus und wie viele Bürgermeister gab es schon seit der Stadtgründung? Das waren drei der vielen Fragen einiger der 12 kolumbianischen Kinder, die von Bürgermeister Stefan Frühbeißer im Rathaus zu Beginn ihres dreiwöchigen Aufenthalts bei Gastfamilien in Pottenstein und Waischenfeld empfangen und herzlich begrüßt wurden. Es sind alles Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 12 Jahren aus den drei sechsten Klassen der Deutschen Schule in der kolumbianischen Dreimillionenmetropole Medellin.
Wie sich Frühbeißer freute, sei es keinesfalls selbstverständlich, dass "wir Gäste aus Südamerika bei uns haben, und noch dazu so junge". Insgesamt sind 30 Kinder aus der Deutschen Schule Medellin bei Gasteltern auch in Kulmbach und Bayreuth untergebracht. Ein Pilotprojekt der Schule um die Deutschlandreisen der Kinder das erste Mal bei Gasteltern auszuprobieren. Denn sie sollen die deutsche Lebensart, Kultur und Mentalität kennen lernen und ganz wichtig ist dabei auch der Umgang mit den Kindern der Gasteltern, mit denen sie während der letzten Woche ihres Besuchs auch die Schule besuchen können. Die Betreuerin der Kinder in Pottenstein ist die Lehrerin Eva-Maria Luthard, eine Deutsche aus Hannover die an der Schule in Medellin Spanisch und Deutsch unterrichtet.
Unterstützt wird sie von der Pottensteinerin Birgit Molinari die selbst zwei Gastkinder aufgenommen hat und organisiert hat alles Gabriele Popp, Chefin des Internationalen Sprachinstituts (ISPA) aus Kulmbach. Sie hat ein umfangreiches Programm für die kleinen Gäste mit Sommerrodelbahn, Bootfahren, einem Zoobesuch, dem Freizeitpark Geiselwind und dem Juramaar auf die Beine gestellt. Und von Bürgermeister Frühbeißer bekamen sie einen Besuch der Teufelshöhle, den Plüschhöhlenbären und viel Info-Material über Pottenstein sowie genügend Limonade geschenkt.
Die Kinder kommen durchwegs aus gutem Hause und die Eltern müssen für sie auch Schulgeld bezahlen damit sie die Deutsche Schule, eine von vieren dieser Art in Kolumbien, besuchen können. Die Deutsche Schule in Medellin ist vergleichbar mit einer Gesamtschule bei uns und hat 1000 Schüler. Sie liegt inmitten eines riesigen botanischen Gartens, hat ein eigenes Schwimmbad, Fußball-, Volleyball- und Basketballplätze, eine große Turnhalle und sogar eine Cafeteria in der die Kinder Mittagessen können. Bereits mit vier Jahren werden sie in den schulintegrierten Kindergarten aufgenommen in dem es bereits den ersten Motivationsunterricht, auch in deutscher Sprache, gibt. In der sechsten Klasse lernen sie dann sechs Stunden Deutsch pro Woche, aber auch Englisch. Schulbeginn ist täglich um 7.20 Uhr und um 15 Uhr endet dann der Unterricht.
Die Deutsche Schule in Medellin wurde in den 60-ger Jahren von deutschen Auswanderern gegründet, damals mit insgesamt 12 deutschen Kindern. Später hat sie sich dann auch für kolumbianische Kinder geöffnet und heute gehört sie zu den größten Schulanlagen der Stadt. Das Deutsche Abitur kann dann aber nur in der Deutschen Schule in der Hauptstadt Bogota abgelegt werden. In der Deutaschen Schule in Medellin besteht am Ende die Möglichkeit das kolumbianische Abitur zu machen.
Informationen zu Pottenstein unter www.pottenstein.de
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