Berichte: PETA legt Beschwerde gegen Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Altenploser Schafhalter ein
Datum: Samstag, 29. April 2006, 18:16Rubrik: Wirtschaft
Gerlingen/Bayreuth - Die internationale Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) hat eine Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft Bayreuth eingereicht, nachdem diese das Ermittlungsverfahren gegen einen Altenploser Schafhalter einstellte und stattdessen die Angelegenheit zur Verfolgung der Ordnungswidrigkeiten an die Verwaltungsbehörde abgab. Angezeigt hatte PETA den Tierhalter und Ex-Polizisten, da er nach Ansicht der Organisation systematisch seine Tiere nicht den gesetzlichen Regelungen entsprechend hielt und ihnen möglicherweise auch aus Rohheit erhebliche Schäden, Leiden und Schmerzen zufügte. PETA benannte Augenzeugen und legte Bildmaterial als Beweis vor.
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"Seit 2002 ist der Tierschutz durch den Art. 20a als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Damit steht das Leben eines jeden Tieres unter grundrechtlichem Schutz. Wenn 120 Schafe von 1000 bzw. 1500 verenden, dann stellt dies eine schwere Vernachlässigung dar und muss entsprechend geahndet werden", so Dr. Edmund Haferbeck von PETA, der promovierter Agrarwissenschaftler mit Spezialgebiet Tierproduktion ist.
Laut PETA litten ein Viertel aller Altschafe unter Lahmheiten unterschiedlichen Grades, manche Tiere hatten einen Netzbruch, verfaulte Klauen oder eitrige Augenentzündungen. Die Tiere seien erheblich verschmutzt und mit Parasiten befallen gewesen, die Stallungen marode und verdreckt, tote Schafe seien an Hunde verfüttert worden, was aus seuchenrechtlichen Gründen verboten sei. Im Übrigen spiele es keine Rolle, ob die bildlich und durch Augenzeugen dokumentierten Missstände bei einer späteren behördlichen Kontrolle nicht mehr im vollen Umfang vorgefunden werden konnten. Für die nachgewiesenen Tierquälereien hat in jedem Fall eine strafrechtliche Sanktionierung zu erfolgen.
Harsche Kritik äußert PETA auch an den örtlichen Verwaltungsbehörden, die den Beschuldigten über einen langen Zeitraum hätten schalten und walten lassen und erst jetzt aufgrund des öffentlichen Drucks handeln würden.
"Da schon rechtlich die Sachlage nicht richtig gem. §17 TSchG eingeordnet worden ist, ist das Verfahren aufgrund der eindeutigen Zeugenaussagen und Bilddokumente wieder aufzunehmen und Anklage zu erheben", schließt PETA sein Schreiben an die Staatsanwaltschaft Bayreuth.
PETA ist mit über 1 Million Unterstützern die weltweit größte Tierrechtsorganisation. Ziel der Organisation ist es, durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.
Informationen im Netz unter http://www.peta.de/
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