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Pressekonferenz des Bund Naturschutz Kreisgruppe Forchheim

Datum: Freitag, 24. Mrz 2006, 21:55

Gentechnikfreie Landwirtschaft in der Region gefordert

FORCHHEIM (hk) - Auf der Pressekonferenz, 23.03.06, in der Geschäftstelle des Bund Naturschutzes (BN) informierten Kreisvorsitzender Heinrich Kattenbeck, Agrarreferentin Marion Ruppaner, Stellv. Kreisvorsitzende Edith Fießer, Geschäftsführer Frieder Oehme und Umweltbeauftragter der kath. Kirche Erzbistum Bamberg Klaus Schwaab über geplante Aktionen: Sichern gentechnikfreie Landwirtschaft im Landkreis Forchheim, der Fränkischen Schweiz, und Landkreis Bayreuth, Gentechnikfreies genießen, keine Gentechnik im Essen und über bayernweite Proteste von Landwirten und Verbrauchern. Diözesanrat der Erzdiözese Bamberg untersagt bei neuen Pachtverträgen die Ausbringung von gentechnisch verändertem Saatgut oder Nutzpflanzen auch kircheneigenen, landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Fragen die Verbraucher und Erzeuger interessieren und vieles Wissenswerte zur Gentechnik werden beantwortet bzw. erklärt, am Freitag den 31.3. um 19:30 Uhr im Vortragssaal des DAV (Deutscher Alpenverein) im Magnesia-Kletterpark (WiesentCenter), Bayreutherstraße, Forchheim, in der ersten öffentlichen Infoveranstaltung der BN-Kreisgruppe Forchheim.

So z.B.: Wo werden gentechnisch veränderte Pflanzen kommerziell angebaut und welche Eigenschaften haben sie? Leistet Gentechnik einen Beitrag zur Ernährungssicherheit der Menschheit? Wie können wir gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Lebensmittel erkennen? Welchen Nutzen haben gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere für die Ernährung? Sind mit dem Verzehr genveränderter Nahrung gesundheitliche Risiken verbunden? Birgt Gentechnikanwendung Risiken für die Umwelt? Können konventionelle, biologische und Gentechnik anwendende Landwirtschaft nebeneinander existieren? Leistet Gentechnik einen Beitrag zur Ernährungssicherheit der Menschheit? Wem nützt die Agrogentechnik?

BN-Kreisvorsitzender Heinrich Kattenbeck: "Seit Anfang 2006 ist es in Deutschland möglich gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen. Die Folgen des Einsatzes der Gentechnik in der Landwirtschaft sind für Menschen, Tiere so wie Natur unkalkulierbar. Wir wollen deshalb erreichen, dass in unserem Landkreis und in den umliegenden Landkreise keine genmanipulierten Planzen in den Naturkreislauf gebracht werden und keine Gentechnisch veränderten Lebensmittel auf unserem Tisch landen." Ziel des BN der Kreisgruppe und ihren 12 Ortsverbänden im Landkreis Forchheim: Wir möchten erreichen, dass unsere Bauern unseres Landkreises ohne Gentechnik wirtschaften und sich freiwillig dazu verpflichten.

BN-Agrarreferentin Marion Ruppaner: "Wenn es nach dem Willen der CSU/CDU geht, dann soll durch die Änderung des deutschen Gentechnikgesetzes in den nächsten Monaten der Gentechnikanbau in Bayern und in Deutschland erleichtert werden. Dies möchte der BN mit weiteren Umwelt-Verbraucher-Imker-Kirchen-Landwirtorganisationen in Bayern verhindern. Deshalb wird es jetzt auch in Oberfranken Proteste geben. Nächste große Veranstaltung in Coburg ist am 1. April. Der BN ruft außerdem zu einem Sternmarsch für den 5. April nach Wien auf. Dort geht es um die Sicherung des Selbstbestimmungsrechtes Europäischer Regionen auf gentechnikfreien Anbau."

Gentechnik-Infostand am 1. April in Forchheim

BN-KG-Forchheim informiert in der Fußgängerzone am 1. April ab 9 Uhr zur Bantam-Mais-Aktion. Worum geht es? Die gentechnikfreie Gemüsesorte "Golden Bantam" soll an 100.000 Standorten in Deutschland von Hobbagärtnern angebaut und vermehrt werden. Die Vorstandsmitglieder der BN-KG Forchheim werden die gentechnikfreien Samen in kleinen Gebinden, die sie in dieser Woche eifrig eingetütelt haben, an Interessierte verteilen. Wer nämlich selbst Mais züchtet, kann dann genaue Auskunft über benachbarte Standorte von Gentechnik-Mais verlangen. Diese Aktionist erforderlich, weil Bestrebungen der Politiker im Gange sind über eine Gesetzesänderung im Standortregister die Angaben über den exakten Anbauort zu streichen. Mit der Aktion will man sich zur Wehr setzen und erreichen, dass Agromulti wie Monsanto nicht mehr z.B. mit ihren skrupellosen Methoden wie den Farmern in den USA und Kanada die Gentechnik aufzwingen können.

Aktion: Protestkarten an Seehofer

Agrarminister Horst Seehofer hat bereits einige Sorten Genmais zum kommerziellen Anbau in Deutschland zugelassen. Doch immer mehr Landwirte ziehen ihre Zusage zum Anbau zurück. Umso wichtiger ist es, wofür der BN auch kämpft, dass weder, die im Gentechnikgesetz verankerte strenge Haftungsregelung für den Schadensfall, noch die Veröffentlichung des Standortregisters von Genmaisäckern durch die neue Bundesregierung gekippt wird. Interessenterweise lehnt der Bundesverband der Haftpflichtversicherer nach wie vor eine Versicherungslösung für die Gentechnikfolgen ab, ..."da die Risiken nicht kalkulierbar sind."

Samentütchen für den gentechnikfreien Süßmais und Protestkarten:Stopp, keine Gentechnik im Essen, gibt es kostenlos, in der Geschäftstelle des BN-KG-Forchheim, Klosterstr. 17, Tel. 65960, und im Ökomarkt in der Birkenfelderstraße. Eine Spende ist herzlich willkommen. Eine Mitgliedschaft beim BN genau so.

Klaus Schwaab, Umweltbeaurtragter der Erzdiözese Bamberg, Katholische Landvolkshochschule Burg Feuerstein informiert über Gedanken und Beschlüsse des Gesamtrates, Sachausschuss Umwelt der Erzdiözese Bamberg: "Die häufig angeführte These, dass mit Hilfe der Gentechnik das Problem des Hungers für einer Milliarde Menschen gelöst werden könne, ist wenig stichhaltig, da nach Einschätzung der allermeisten Experten die vorhandenen Nahrungsmittel bzw. Nahrungsmittelressourcen ausreichend sind". "Durch die Anwendung von gentechnisch verändertem Saatgut, kommen die Landwirte in eine starke Abhängigkeit der "Agrarmultis". Die Abhängigkeit bezieht sich nicht nur auf das Saatgut, sondern wird durch speziell "designte" Dünger und Pestizide verstärkt. Aus dem Verzehr gentechnisch veränderter Lebensmittel sind im einzelnen Fällen Gesundheitsrisiken für den Verbraucher zu befürchten."Der Diözesanrat kommt zum Ergebnis: "....dass bis auf weiteres eine grüne Gentechnologie nicht weiter forciert wird und auf kircheneigenen, landwirtschaftlich genutzten Flächen die Ausbringung von gentechnisch verändertem Saatgut oder Nutzpflanzen bei neuen Pachtverträgen untersagt wird."


Informationen im Netz unter www.bn-forchheim.homepage.t-online.de/
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