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Sonniger Herbstsonntag bescherte Sturm auf die Brennereien

Datum: Montag, 17. Oktober 2005, 11:07

Bayerisches Fernsehen schickte Kamerateam

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RUND UMS WALBERLA (ad) - "Kaiserwetter" am "Tag der offenen Brennereien": Da strömten Besuchermassen in die kleinen Dörfer rund ums Walberla, dem Tafelberg bei Kirchehrenbach. Die Kennzeichen der Autos verrieten die mittlerweile überregionale Bekanntheit der Veranstaltung. Frankfurt, Neustadt an der Saale, Pforzheim, Heidelberg ... der halbe süddeutsche Raum (plus eine Handvoll Amerikaner und Japaner) traf sich auf ein paar Quadratkilometern, um sich über ein Gourmet-Produkt zu informieren: Über fränkischen Schnaps. Die Edelbrennereien am Walberla waren angetreten, um die jahrtausendealte Kulturtechnik des "Schnapsbrennens" zu erläutern und ihre Destillate vorzustellen. Sogar das Bayerische Fernsehen zeigte Interesse und schickte ein Kamerateam - der Beitrag wird am heutigen Montag, 17. Oktober, in der "Abendschau" (Bayerisches Fernsehen, ab 18:30) ausgestrahlt.

Keine zwei Brennereien gleichen sich

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Was sich sonst eher hinter verschlossenen Türen abspielt, wurde in Form von "Schaubränden" den neugierigen Besuchern demonstriert. Teils mit Hilfe von Taschenlampen boten die Brenner Einblick in die "Innereien" ihrer Brennanlagen, die allesamt ein wenig anders konstruiert sind. Jede Brennerei wird nach den örtlichen Gegebenheiten und nach den Vorstellungen und Wünschen des Auftraggebers gebaut. Wirkt sich das auf die Qualität des Schnapses aus? Nein, sagt Georg Beutner, Obstproduzent und Schnapsbrenner aus Weingarts. "Mit jeder Brennerei lässt sich ein hochwertiges Destillat erzeugen. Der Aufbau der Brennerei spielt da keine Rolle - man muss halt die Eigenheiten der Destillieranlage kennen." Beutner muss es wissen - seine Brennerei wurde noch von einem Schmied aus Hirschaid handgefertigt und sieht auch völlig anders aus als alle anderen. Die Brennerei im Beutner'schen "Feesenhof" ähnelt noch am stärksten einer einfachen, mittelalterlichen Brennerei, ohne "Verstärker", ohne "Rührwerk", ohne jede technische Spielerei. Dennoch erzeugt der erfahrene Obstbauer mit dieser einfachen Anlage einen ausgezeichneten Schnaps - ebenso wie Ernst-Jürgen Dahlmann, dessen historische Brennerei "heute in dieser Form nicht mehr genehmigungsfähig wäre. Reparieren - ja, neu bauen - nein."

Moderne Anlagen überwiegen

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Trotz der hohen Kosten eines Neubaus besitzen fast alle Brenner Anlagen neueren Datums. Eine der "jüngsten" ist die von Brenner Wilhelm in Dobenreuth, und deren schimmernde kupferne Oberfläche verrät, dass die Brennerei voller Stolz gepflegt und gehegt wird. Das imposante Ungetüm ist denn auch eine Augenweide, Technologie und Ästhetik brauchen sich auch beim Brennanlagenbau nicht ausschließen. Und die Destillate sind natürlich vom Feinsten. Meister Wilhelm präsentiert uns auch seine neueste Kreation: Ein Nußlikör aus noch unreifen grünen Nüssen. "Do däff mä nu kaa Nuss nu nedd sääng!" Der Likör duftet und schmeckt himmlisch. Das Rezept? "Naa, des värooddn mä nedd." ALLE Geheimnisse gibt wohl keiner den Brenner preis.

Viele Wanderer und kein Shuttle-Bus

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Das schöne Wetter lockt natürlich viele Wanderer an - bereits in den Vormittagsstunden treffen die ersten Gruppen beim "Peterhof" in Ortspitz ein, die dort angebotenen "Blauen Zipfel" (Für Nicht-Franken: Bratwürste im Essigsud) werden als Stärkung gerne angenommen. Brenner Reichold vertritt die Meinung, man hätte den Shuttle-Bus nicht so einfach "aufgeben" sollen. Der letztes Jahr organisierte Bustransfer von Brennerei zu Brennerei sei eine gute Sache gewesen, trotzdem er das erste Mal noch nicht so angekommen sei, hätte man den Service weiterführen sollen. "Sowas braucht seine Zeit, und Nachfrage ist vorhanden." (Das können wir bestätigen, bei uns haben schon Besucher in der Redaktion angerufen, was denn heuer mit dem Bus sei - auf den Webseiten sei gar kein Fahrplan?) Dem können wir uns nur anschließen, und auch eine andere Idee sollte endlich umgesetzt werden: Die Zusammenstellung von Wanderwegen zu diesem Tag. Bei so einem schönen Wetter könnte man einen Teil der Brennereien locker "erwandern", und auch dies wurde häufig nachgefragt. Nun, Verbesserungen des Angebots sind ja immer möglich, oder wie Gerhard Reichold sagt: "Nach dem Tag der offenen Brennereien ist vor dem Tag. Wir sollten uns gleich anschließend zusammensetzen und die noch frischen Eindrücke verarbeiten."

"Spione"?

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Ein Trend der letzten Veranstaltungen hat sich fortgesetzt: Unter den Besuchern finden sich auch viele Brenner, teils von weit her, um sich bei den Kollegen ein bisschen umzusehen. Wer weiß, vielleicht nimmt man ja doch die eine oder andere Erkenntnis mit nach Hause, vielleicht überdenkt man die eine oder andere Strategie, um ein noch besseres Produkt herzustellen. Aber im allgemeinen stehen die "Grobkonzepte" fest: Brennen mit mehr oder weniger Druck, Temperaturverlauf während des Brennes, Art der Feuerung ... vieles ist ja auch von der Bauart her vorgegeben. Dennoch macht es vielen sichtlich Spaß, mit den Kollegen zu fachsimpeln.


Informationen im Netz unter www.schnaps-brennerei.com
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