Schaubrennen, Schnapsverkostung, Fränkische Spezialitäten
RUND UMS WALBERLA (ad) - Selten hat eine Marketingmaßnahme vom Start weg eine derart große Resonanz gefunden. Als sich vor drei Jahren einige Mitglieder des Tourismusvereins "Rund ums Walberla" an das Experiment wagten, einen "Tag der offenen Tür" bei ihren Brennereien zu verkünden, hat wohl niemand geahnt, wie populär diese Aktion einmal werden würde. Mittlerweile ist der heuer am 16. Oktober stattfindende "Tag der offenen Brennereien und einer Brauerei" ein fester Bestandteil des fränkischen Kulturkalenders und lockt bei schönem Wetter hunderte von Neugierigen in die kleinen Dörfer rund um den Zeugenberg am Rande der Fränkischen Schweiz.
Kulturtechnik zur Erhaltung der Landschaft
Die Schnapsbrenner der Region legen viel Wert auf die Feststellung, dass es sich beim "Brennen" nicht um ein simples Handwerk zur Erzeugung von Alkohol handelt, sondern um eine uralte Kulturtechnik, deren Produkt mit dem was man im Supermarktregal als "Schnaps" angeboten bekommt wenig zu tun hat. Worin jetzt eigentlich die Unterschiede bestehen - das werden die Brenner am Sonntag gerne jedem Besucher erzählen. Ebenfalls erwähnenswert ist der Umstand, dass die Nutzung des in den Streuobstbeständen der Region anfallenden Obstes zum Erhalt eben dieser Bestände beiträgt. Was wäre unsere schöne Gegend ohne die Streuobstwiesen? Könnte man sich ein Walberla mit Hängen voller EU-Norm-gerechter Niedrigstammanlagen vorstellen? Wohl kaum, aber die Bewirtschaftung von Hochstammanlagen wird immer unrentabler, es sei denn, man verarbeitet das Obst zu edlem Schnaps. Das gilt auch für alte Obstsorten wie "Mollabusch", "Rambur" oder "Sußbirne", deren Geschmack nicht mehr dem "Zeitgeist" entspricht und die daher vollends von der Bildfläche verschwinden würden, gäbe es unsere fränkischen Brenner nicht.
Mehr Passion als Geschäft
Dennoch: Verdient dran ist "eigentlich nix", wie Fritz Sponsel, stellvertretender Vorsitzender des Tourismusvereins, verrät. Der enorme Arbeitsaufwand beim der Obsternte, der Zeit- und Energieaufand beim Brennen und nicht zuletzt die hohen Steuern sorgen dafür, dass "wemmä om end alles zammrechnäd, donn bleibd fei nimmer vill übrich". Daraus erklärt sich übrigens auch der - im Vergleich zur Industrieware aus dem Supermarkt - hohe Preis der heimischen Produkte: Es ist halt alles Handarbeit, liebevolle Handarbeit. Das sieht man auch an den Brennereien selbst: Zwar sind die meisten vom selben Hersteller, aber keine schaut aus wie die andere. Brennanlagen werden individuell zusammengestellt und gebaut, jede Anlage funktioniert ein klein wenig anders. Warum? Wo liegen die Unterschiede? Bei dieser Frage werden die Brenner seltsam einsilbig ... es will halt nicht jeder alle seine Geheimnisse verraten.
Informationen im Netz unter www.schnaps-brennerei.com
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