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Leserbrief: Leserbrief: »Nöthsche Weisheiten«

Ein Beitrag von Wolfgang Schreyer am Mittwoch, 16. Februar 2005, 20:07


Rubrik: Leserbriefe

Erstens: Das Straßenbauamt ist keine CSU Parteidienststelle und demzufolge bedürfen die dort Beschäftigten keinerlei Hinweise eines CSU-MdL, wie sie ihre Arbeit zu machen haben. Aber in einem Bayern, in dem sich Münchner Kultusbürokraten als heimliche CSU-Parteihelfer betätigen, ist das halt so.

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Zweitens: Die eigentliche Botschaft des MdL Nöth an "seine" BurkerInnen: So schnell wird's mit dem von ihm seit Jahrzehnten so oft versprochenen Baubeginn mal wieder nichts - bitte wählt mich und meinesgleichen aber trotzdem wieder, wenn ihr weiter meine Versprechungen hören und lesen wollt.

Drittens: Die unter dem Verkehrswahnsinn leidenden BurkerInnen könnten schon längst eine spürbare Entlastung haben - wenn, ja wenn Herr Nöth anstelle seiner sinnlosen Besuche im Straßenbauamt mit uns gemeinsam überlegt, wie wir Geschwindigkeitsbegrenzungen für den Schwerverkehr, großräumige Umleitungen und Fahrverbote im Wiesenttal zu einem Bruchteil der Kosten einer Südumgehung realisieren.

Viertens: Die Grünen haben in Berlin in der Koalition dem aktuellen Bundesverkehrswegeplan in Gänze zugestimmt - nach intensiven Diskussionen und einem "basargleichen" Verhandeln über die Priorisierung von Verkehrsprojekten. Daraus einen Widerspruch zwischen uns vor Ort und unseren Berlinern Mandatsträgern konstruieren zu wollen, ist ein mehr als hilfloser Versuch der Diskreditierung, analog der Mobilfunkdebatte.

Wahr ist, und das weiß Herr Nöth nur zu gut, dass sich Grüne massiv gegen viele Strassenbauvorhaben gewehrt haben und dies auch weiterhin auf allen Ebenen tun, sich jedoch den Mehrheitsverhältnissen im Berliner Verkehrsausschuss zu stellen haben. Wenn wir dabei mit der Aufnahme der Forchheimer Südumgehung andernorts noch Schlimmeres verhindert haben (z.B. die Fichtelgebirgsautobahn), dann ist das, ein, wenn auch immer noch unzureichender, Beweis für erste zaghafte Schritte hin zu einer wirklichen Verkehrswende, an der, wenn man so will, die ForchheimerInnen (zugegebenermaßen nicht immer freiwillig) ihren Anteil haben.

Unser Angebot bleibt bestehen: Angesichts der erneut und trotz Bundesverkehrswegeplan bestätigten Unsicherheit über die Realisierung der Südumgehung sollten wir endlich, endlich, endlich die nahe liegenden Lösungen angehen. Wenn, wie Herr Nöth es immer vorgibt, ihm die Sorgen und Nöte der betroffenen BürgerInnen wirklich am herzen lägen, würde er sich nicht länger diesen Ansätzen aus ideologischen Motiven verschließen. Von uns aus können er und seinesgleichen sich hinterher gerne mit dem u.E. sicheren Erfolg, den unsere Ideen haben werden, schmücken. BurkerInnen und Burker: Lasst uns nicht auf den Sankt Nimmerleinstag hoffen, sondern jetzt die Dinge in die Hand nehmen.

Wolfgang Schreyer, Kreulstr. 11, 91301 Forchheim

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