"Der Branntwein vertreibt die überflüssigen Säfte, belebt das Herz, heilt Koliken, Wassersucht, Fieber ...". An der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert pries der italienische Arzt Arnaldo de Vitanova eine neue Volksmedizin an. Auch die "Schnapsbrenner" zwischen Wiesent und Hetzles, meist im Tourismusverein "Rund ums Walberla-Ehrenbürg" organisiert, setzen auf die positive Wirkung ihrer Produkte. Rund um die frühkeltische Kultstätte des Walberla brauen diese Druiden nach uralten Rezepten ihre Zaubertränke. Keine Drogen für die Volkskrankheit Alkoholismus, sondern - in wohldosierter Menge genossen - "geist-reiche" Beiträge zu Gesundheit und Wohlbefinden. Die Streuwiesen, an deren Hänge Apfel, Mirabellen, Zwetschgen, Kirschen, Vogelbeeren und Schlehen wachsen, stellen zudem eine unersetzliche Hilfe für den Schutz von Umwelt und Landschaft dar.
Am Sonntag, 17. Oktober 2004, beim "Tag der offenen Brennereien und einer Brauerei" kann zwischen Kirchehrenbach und Weingarts von 10.00 bis 17.00 Uhr ein Stück fränkische Alltagskultur in vielen Varianten besichtigt werden.
In Dobenreuth wird in den Brennereien Lang und Wilhelm eine breite Palette von Spezialitäten angeboten - ebenso ein Schaubrennen und das Einmaischen von Obst. Das Kirchehrenbacher Gasthaus Sponsel lockt mit einem ähnlichen Programm, zusätzlich mit seiner Speisekarte und den Bildern und Graphiken des Nürnberger Designers Volker Hahn. Dessen Forchheimer Kollege Harald Hubl stellt in der Brauerei-Gasthof Drummer im benachbarten Leutenbach seine Werke aus. Um 10.00 , 14.00 und 16.00 Uhr finden Brauereiführungen statt. Mittelehrenbach ist im wörtlichsten Sinn der "Brenn-Punkt" eines uralten Kunsthandwerks. In der fünften Generation werden in der Brennerei Dahlmann-Schmidt Kirsch-, Mirabellen- und Reneklodenwasser erzeugt. Am 17. Oktober finden ganztägig Brennereiführungen und Schaubrennen statt - sowie ein Quiz "Erkennen Sie die Brände?". Die Obstbrennerei Oßmann gehört zur gleichnamigen Metzgerei. Um 10.00 Uhr startet das Anfeuern und Befüllen einer der größten in Privatbesitz befindlichen Brennblasen, deren Fassungsvermögen 260 Liter beträgt. Die Brennereien Willi Schmidt ("Bioland") und Reinhard Singer laden zum Schaubrennen, zur Schnapsverkostung, zur Obstsortenausstellung sowie zum Pressen von Apfelsaft ein. Hoch auf der Jurafläche in Ortspitz liegt die Brennerei Peterhof. Von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr wird dort der erste Williamsbrand 2004 destilliert. Apfelsaft und Apfelwein warten auf die Durstigen, ebenso Kaffee, selbstgebackene Kuchen, fränkische Brotzeiten. Um 15.00 Uhr harmonieren Technik und Muskelkraft beim Einmaischen von Äpfeln und Birnen. Zusatzinformationen liefert eine kleine Ausstellung: "Vom Obstgarten in die Flasche"."Zum Kern kommt man gern" - vor allem wenn die Brennerei in Schlaifhausen fränkische Küchla, Urrädla und Kränzla anbietet und die Kinder durchs Stroh hüpfen und Tiere streicheln dürfen. Weingarts, am Nordosthang des Schlösschens Regensberg gelegen, stellt ein weiteres Zentrum der Brennkultur dar. Zwischen dem "Feesenhof" von Georg Beutner und den Cafe "Geist-Reich" von Michaela Riegel-Engelhardt fährt eine Kutsche durch die Dorfflur. Zu Schnapsverkostung, Schaubrennen und Grillspezialitäten spielen im "Feesenhof" die Maigischer Jagdhornbläser auf. Im "Geist-Reich" wird eine Mittelalter-Show inszeniert, dazub werden eine deftige Erbsensuppe, Zwiebelkuchen und Federweiser gereicht.
Damit die Wege rund ums Walberla am "Tag der offenen Brennereien und einer Brauerei" nicht zu einer Tour de France werden startet am Kirchehrenbacher Bahnhof ein Sonderbus, der auf die An- und Abfahrtszeiten der Deutschen Bundesbahn abgestimmt ist. Er fährt ab 9.12 Uhr stündlich. Letzte Abfahrt 17.12 Uhr, Rückkehr 17.47 Uhr.
Weitere Informationen über Aktivitäten, Angebote und Busfahrplan unter www.schnaps-brennerei.com oder www.walberla.de