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Naturschutzwacht am Scheideweg - ein Fazit der regionalen Fortbildungen

Datum: Dienstag, 24. Februar 2004, 12:44

Eckhard W. K. Beck, zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Angehörigen der Naturschutzwacht Bayern e.V., zieht anlässlich der Jahrestagung 2004 in der Fränkischen Schweiz eine Bilanz der geleisteten Arbeit.

In den Jahren 2002 und 2003 waren jeweils drei regionale Fortbildungen geplant. Die Gründe sind die weiten Wege von Franken zur ANL nach Laufen und die Termine unter der Woche. So haben wir jeweils an einem Samstag mit einem Einzugsbereich von rund 50 km eingeladen.

Von diesen sechs Fortbildungen waren nur zwei (Velburg, Miltenberg) gerade mal mit einem Dutzend Teilnehmer an der unteren Grenze unserer Erwartungen. Einmal (Bayreuth) waren es gar nur drei Teilnehmer. Für zwei Veranstaltungen (Kitzingen, Bad Neustadt) gingen keine Anmeldungen ein, diese wurden abgesagt. Die Biber-Fortbildung im Donaumoos wurde daher nicht mehr durchgeführt.

Die Gründe für diese Misserfolge sind nicht ganz zu erklären. Die Fortbildungen sind sinnvoll und notwendig. Mit der Wahl des Samstages und der kurzen Anfahrt sollten Hemmnisse abgebaut werden. Die Veranstaltungen waren kostenfrei für Mitglieder und für Nichtmitglieder wurde ein Kostenbeitrag von 10 Euro verlangt. Die Fahrtkosten wurden in einigen Fällen von den unteren Naturschutzbehörden erstattet. Dies sollte Standard sein.

Der Unterzeichner war besonders enttäuscht in den Fällen, wo bei schon vorher bezahlten Teilnehmergebühren die gemeldeten Personen nicht kamen. In einem weiteren Fall waren vier Personen angemeldet (LRA Aschaffenburg), von denen nur ein Naturschutzwächter teilnahm.

Als Gründe kann man für die schlechte Annahme unseres Angebotes nur vermuten, dass, in einigen Fällen bekannt, die Weitergabe unserer Einladungen durch die untere Naturschutzbehörde unterblieben ist. Ebenso waren die Presseankündigungen sehr sporadisch. Obwohl in allen Fällen hier umfassende Meldungen herausgingen (in einem Fall haben wir sogar Mitarbeiter aus Jugendgruppen und Vereinen eingeladen) und auch vielfach Zusagen für überregionale Veröffentlichungen vorlagen. Der Unterzeichner hat daraus den drastischen Schluss gezogen: "Naturschutz interessiert keine Sau!".

Das Desinteresse der Presse, der mangelnde Wille bei einigen Naturschutzwächtern und von Landratsämtern gibt Grund auch einmal wieder über Grundsätzliches nachzudenken. Die Naturschutzwacht ist überaltert, es fehlen jüngere Mitglieder. In der Öffentlichkeit ist die Naturschutzwacht kaum präsent. Dies liegt auch an der Ausbildung, hier wären pädagogische und Methoden aus dem Marketing sehr hilfreich. Insgesamt eine deutlich längere Ausbildung. Im Rahmen von einem Qualitäts-Management müssen auch turnusgemäße Fort- und Weiterbildungen gefordert werden. Der Naturschutzwächter sollte immer auf dem neuesten Stand der Rechtsgrundlagen sein. Eine Naturschutzwacht, die nur für die Abfallbeseitigung zuständig ist, ist entbehrlich. Denn diese Steuergelder sollte man dann sparen. Bei einer Abschaffung wären diese Finanzmittel sicherlich bei projektbezogener Arbeit im Artenschutz oder als Werkverträge (z. B. Kartierungen) besser angelegt.

Danken darf ich noch an dieser Stelle, die bei den Fortbildungen dabei waren und sie mitgetragen haben. Dies sind Stefan Berner vom Landratsamt Neumarkt, Reinhart Herzog von der ANL und Frau Dr. Ulrike Garbe. Ebenso meiner Frau Anne-Rose, die mit der Organisation einige Arbeit abbekommen hat und Frau Bürgermeisterin Anne Zeissner von der Stadt Bad Neustadt, die sich sehr für eine Veranstaltung eingesetzt hat.

Eckhard W. K. Beck (2. Vorsitzender)

Informationen im Internet unter www.agna.de