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Berichte: Hightech-Stammtisch im Roten Ochsen - Reporter wurde »gebluetoothed«

Datum: Montag, 15. Dezember 2003, 19:50
Rubrik: FOnLine e.V.
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Nein, es geht nicht um ein Existenzgründertreffen, auch nicht um eine Veranstaltung der Wirtschaftsförderung (auch wenn hier eine Wirtschaft gefördert wird - der "Rote Ochs" ...) oder einen Workshop der WIR-BAFO: Der monatliche Stammtisch des Bürgernetz-Fördervereins Forchheim FOnLine e.V. lockte wieder einige Internetfreaks nach Burk in den "Roten Ochsen", seit Gründung des Vereins quasi das Vereinslokal. Diesmal zu Gast: Rainer Kersten, "Regular" bei DCIWAM, der USENET-Gruppe, in der sich die Creme der deutschen Webautoren trifft. Und wieder einmal zeigte sich, dass Hightech und Humor keinesfalls getrennte Wege zu gehen brauchen (Schön gesagt! Anm. d. Red.).

Bericht und Fotots: A. Dittrich

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Die mobile Arbeitswelt des 3. Jahrtausends

Beinharte Techniker werden einwenden, dass da ja nur "konventionelle" Technik aufgebaut war - für Forchheimer Verhältnisse jedoch war das alles andere als normal. Was war los? Rainer Kersten befindet sich derzeit auf einer Geschäftsreise durch Europa, und wie es sich für die arbeitende Klasse des 3. Jahrtausends gehört, hatte er sein komplettes Büro dabei. Schon Nicholas Negroponte, die "Graue Eminenz" des MIT und einer der Vorreiter der mobilen Arbeitswelt, antwortete vor vielen Jahren auf die Frage, wie er denn aus aller Welt zu seinem Büro Kontakt halte, er habe sein Büro in seinem tragbaren Computer - eine besondere "Kontaktaufnahme" sei gar nicht nötig ...

Anklicken zum Vergrößern Auch Kersten, einer der Webautoren ("Webdesigner" gilt in dieser Klasse als Schimpfwort), die sich zu Recht "Webmaster" nennen dürften, stand während des Abends ständig mit Kunden in Kontakt und arbeitete in den Gesprächspausen an einem Internet-Projekt, als wäre dies die normalste Sache der Welt. Wie sieht die Normalität des mobilen Lebens aus? Erskens etwas betagtes, aber top-konfiguriertes Notebook (mit Linux als OS, wie es sich gehört) wurde über einen PCMCIA-Netzadapter via BNC-Kabel mit einem Hub (Verteiler) verbunden, der wiederum mit dem iBook von Gerald Galster, dem Cheftechniker von FOnLine e.V. Das Apple iBook stand seinerseits per WLAN (Funkanbindung) mit Konni Schellers "Airport"-Basisstation im Stockwerk darüber in Verbindung. Und von dort ging es über T-DSL hinaus in die Weiten des Internets. Ein ganz normaler Aufbau also, wie er in den fränkischen Gasthäusern gang und gäbe ist ...

Anklicken zum Vergrößern Zuweilen trifft man auf FOnLine-Stammtischen ganze Rudel unterschiedlichster Geräte, die dann allesamt irgendwie ans Netz gebracht werden. Ein große Herausforderung für alle Beteiligten - natürlich ginge es einfacher, wenn alle eine WLAN-Karte in den Rechnern hätten und sich einfach einklinken würden, aber, wo, bitte, bleibt denn dann der Spaß? Und schließlich lernt man ja auch einiges vom Umgang mit lokalen Netzwerken, in einer Art, wie es ein trockener Workshop niemals vermöchte. Und so sitzen denn alle gemütlich inmitten des wachsenden Kabelsalats und diskutieren Vernetzungstechniken. Ein Stammtisch der besonderen Art.

"Ich wurde gebluetoothed!!!"

In der Tat. Man lernt so einiges. Der Knaller des Abends waren die zahlreich vertretenen "mobile Devices", sprich Handys. Fast aussschließlich Handys der neueren Generatíon, angesiedelt irgendwo zwischen "Handheld-PC" und halb-intelligentem "Telefon" (letzteres hört sich richtig altmodisch an). Und natürlich ausgestattet mit zahlreichen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme, unter anderem "Bluetooth", eine Funk-basierte Verbindungsart mit Reichweiten bis zu 10 Metern. Was die meisten Handybesitzer nicht wissen: Die Geräte sind werksseitig oftmals so eingestellt, dass dieser Service aktiviert und freigeschaltet ist. Die Überaschung des "Neuen Wiesentboten"-Reporters war groß, als ihm sein Handy signalisierte, dass da jemand gerade Kontakt aufnähme. Und schon wanderte ein Bildschirmschoner über den Äther, der gleich eine "Achtung! Speicher fast voll!" - Meldung des "gebluetoothten" Handys provozierte. Schon wurde scherzhaft überlegt, ob man nicht mal solche "Attacken" im Kino ausprobieren sollte ...

Anklicken zum Vergrößern Damit nicht genug: Gerald Galster packte seine neue, auf den Rechner aufsteckbare Videokamera aus und die Fanatiker stürzten sich begeistert darauf. Das Teil war ja auch todschick und lieferte beachtliche Bilder. Eines war sofort klar: Das nächste Mal gibts ne Webcam vom Stammtisch. Was sonst. Zu sehen gibts das dann im "Neuen Wiesentboten".

Der Stammtisch des Bürgernetzvereins FOnLine e.V. trifft sich jeden 2. Donnerstag im "Roten Ochsen" in Burk / Forchheim-West. Alle Internet-Fans sind herzlich eingeladen. Infos im Netz unter www.fonline.de, www.roterochs.de und dciwam.de.

Übrigens - das hier scherzhaft "bluetoothen" genannte Phänomen ist - wie eine entsprechende Suchmaschinen-Recherche ergab - offiziell bekannt unter dem Namen "Bluejacking" - Informationen dazu gibts u.a. beim Spiegel und bei der PC-Welt.

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