Erzbischof Schick am Papstsonntag im Bamberger Dom: Papsttum darf nicht überhöht und überfordert werden
Bamberg. (bbk) Mit deutlichen Worten wandte sich Erzbischof Ludwig Schick am Papstsonntag, 18. April 2010, im Bamberger Dom gegen Kritik und Rücktrittsforderungen an Papst Benedikt XVI. Der Papst in ein Mensch und damit auch nicht von Fehlern frei. Dass Rücktrittsforderungen an den Papst gestellt würden, sei lächerlich und offensichtlich von anderen Zielen her bestimmt. Realismus ist angesagt, nicht Überhöhungen und Überforderungen.
Als erster Christ gehe der Papst der Christenheit voran. Christen sind Menschen, die Gott lieben und den Nächsten wie sich selbst. Sie würden sich in die Gesellschaft einbringen, sie mit dem Evangelium durchdringen, damit sie möglichst menschenfreundlich werde. Christen tragen Gerechtigkeit und Frieden, Versöhnung und Barmherzigkeit in die Strukturen dieser Welt hinein. Sie bauen die Zivilisation der Liebe auf. Von diesen Christen müsse der Papst der erste sein, hob der Erzbischof hervor. Wie er diese Aufgabe erfüllt, daran muss er sich messen lassen. Und dafür brauche der Papst den Vatikan mit dessen Abteilungen und Einrichtungen. Als erster Christ und globaler Verkünder der Evangeliums auf Weltebene muss er mit den Staatsmännern und Regierungen, den Diplomaten und auch den nichtstaatlichen Organisationen zusammenwirken, und das weltweit. Zum Papst zu stehen bedeute für den Christen aber auch, im eigenen Bereich seine Aufgaben als Christ wahrzunehmen und als Verkünder des Evangeliums missionarisch zu wirken. Das gilt für Familie, Freunde und am Arbeitsplatz. Das muss sich auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene in Politik und Gesellschaft auswirken, national und international. Und das gilt für alle Milieus und Schichten, mahnte der Bamberger Erzbischof.
Der Papst gehöre zum Christentum wie das Amen in der Kirche. Die erste und wichtigste Aufgabe des Papstes ist, Erster der Christen und globaler Verkündiger des Evangeliums auf Weltebene zu sein, so Schick. Papst Benedikt XVI. nehme diesen Papstdienst in hervorragender Weise wahr. Schick wies auf die drei Enzykliken zu Glaube, Hoffung und Liebe, auf das Buch Jesus von Nazareth und die Pastoralreisen nach Afrika, Lateinamerika und Europa hin.
Die Erzdiözese Bamberg ist mit dem Nachfolger Petri in ganz besonderer Weise verbunden: Bamberg ist das einzige Bistum in Deutschland, das in seinem Dom ein Papstgrab beherbergt, das Grab von Clemens II.(1005-1047).
An dem Pontifikalamt im Bamberger Dom nahmen etwa 50 Ritter vom Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem aus den Komtureien Bamberg und Nürnberg, vom Deutschen Orden und vom Malteserorden teil.
Weitere Informationen unter www.erzbistum-bamberg.de
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