KIRCHEHRENBACH (pm) - Umweltrelevante Themen standen beim CSU Ortsverband Kirchehrenbach auf der Tagesordnung eines sehr gut besuchten politischen Dämmerschoppens im Gasthaus Pöhlmann zu dem Ortsvorsitzender Michael Knörlein begrüßte. Aber auch Ortstermine mit fachkompetenten Vorführungen durch Dipl. Biologe Dr. Johannes Bail lockten im Vorfeld zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aufs Walberla. Dort gibt es mit der Robinie eine Baumart, die ein ausgezeichnetes Holz mit einer Härte hat, die tropischen Hart- und Edelhölzern ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen ist. Ein Baum, dem Schädlinge nichts anhaben können und der auch auf kärgsten Böden hervorragend gedeiht, da er seine Nahrung weitestgehend aus der Luft nimmt. Seine Widerstandskraft gegen alle widrigen Umwelteinflüsse ist sagenhaft. Dieser Baum hängt mit all seinen Fasern am Leben, dass es selbst für den Menschen nicht einfach ist, ihm nach dem Leben zu trachten und ihn zu vernichten.
Und nun sind es gerade diese Robinien (derzeit ca. 75 Stück), die ins Fadenkreuz der Naturschutzbehörde geraten sind und beseitigt werden sollen, weil sie sehr dominant sowie keine heimischen und standortgerechten Pflanzen sind. (Ihre ursprüngliche Heimat ist Nordamerika.) Da einfaches Umsägen nur vermehrte Austriebstätigkeit zur Folge hätte, so Dr. Bail, greife man zur List des Ringelns und bewirke so ein langsames Absterben der Pflanze. Bei diesem Ringeln wird durch das ringförmige Entfernen der Rinde die Nahrungszufuhr von den Blättern zur Wurzel weitgehend unterbunden, während Wasser weiterhin von den Wurzeln nach oben transportiert wird. Die Hinterhältigkeit beim fachgerechten Ringeln besteht darin, dass die Rinde zirkulär nicht ganz entfernt wird sondern ein schmaler Rindenverbindungssteg bleibt. Dadurch, so Dr. Johannes Bail, werde ein verstärkter Stressaustrieb verhindert, weil Nahrungszufuhr in ganz geringer Menge noch möglich ist. Ein sehr langsames Verhungern ist die Folge.
In der Diskussion über die Sinnhaftigkeit dieser Beseitigung der Baumreihe am Walberlaparkplatz durch die Behörde gingen die Meinungen auseinander. Ein Großteil der Anwesenden sprach sich eher für den Erhalt der Bäume aus. Diese Robinien seien ihrer Meinung nach auf Anraten der Naturschutzbehörde und mit Sicherheit deshalb gepflanzt vor ca. 30 Jahren worden, weil sie auf dem kargen Boden gut gedeihen und mit ihren doldenartigen akazienähnlichen Blüten eine wichtige, erste und üppige Bienennahrungsweide darstellen. Der Akazienhonig, der sehr gerne gegessen werde stamme überwiegend von der Robinie.
Eine Gefahr für die Artenvielfalt wie im Sandachsenbereich werde aufgrund der relativ wenigen Bäume am Walberlahang absolut nicht gesehen. U.U. könne sich im Zuge der prognostizierten Klimaveränderung die Robinie aufgrund ihrer resistenten Art, als Baum der Zukunft entwickeln.
Diese Argumente müsse man sicherlich sehen, so Dr. Bail. Man dürfe aber auch nicht die Augen davor verschließen, dass man es hier mit einer invasiven Baumart zu tun habe die dazu neige, sich breit zu machen. Die robinia pseudoacacia wie sie lateinisch genannt werde, biete zwar keinen Schädlingen, gleichzeitig aber auch keinem sonstigen Käfern oder Kleingetier Nahrung oder Unterschlupf, da sie im Rindenbereich mit toxischen Bestandteilen behaftet sei. Seit dem 16. Bis 17. Jahrhundert gebe es bei uns bereits die Robinie und in manchen Gegenden gehöre sie schon zur Kulturlandschaft.
Resümierend war sich die Versammlung einig, dass mit der Beseitigung der Robinien am Walberla absolut kein akuter Handlungsbedarf bestehe. Die Gemeinderäte der CSU sollten darauf hinwirken, dass diese Meinung auch offiziell vom Gesamtgemeinderat mitgetragen und an die Naturschutzbehörde weitergeleitet werde.
Weitere Informationen unter www.csu-kirchehrenbach.de
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