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Bamberger Stadtarchäologe Stefan Pfaffenberger entdeckt beinahe 1000-jährige Eichenbohlen

Datum: Donnerstag, 11. März 2010, 10:19

Sand birgt weitere Überraschungen

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BAMBERG (pm) - Die derzeit laufenden Bauarbeiten im Bereich der Dominikanerstraße sowie im darauf folgenden Sanierungsabschnitt in der Herrenstraße, stehen erneut im Fokus der Archäologie. Die wissenschaftliche Betreuung der Baumaßnahmen liegt dabei in Händen des Stadtarchäologen Stefan Pfaffenberger, die Arbeiten vor Ort werden von dem Bamberger Büro für Archäologie ReVe durchgeführt. Die spannendste Entdeckung ist ein befestigter, hölzerner Weg aus dem 11. oder 12. Jahrhundert.

Den Hintergrund für den neuerlichen Einsatz der Archäologen bilden die Ergebnisse archäologischer Untersuchungen, die bereits im Vorjahr in den zur Leitungsverlegung geöffneten Kanaltrassen gewonnen werden konnten. Dabei wurde festgestellt, dass die archäologischen Befunde teilweise weniger als einen halben Meter tief unter dem heutigen Straßenniveau liegen. Neben frühneuzeitlichen Sandsteinkanälen und Latrinenschächten wurden im Verlauf der Herrenstraße auch umfangreiche Fundamentreste aufgedeckt.

Hierbei handelt es sich um Relikte einer abgebrochenen, mittelalterlichen Bebauung: die ursprünglich wesentlich schmalere „Herrengasse“ erlangte ihre heutige Breite erst 1832 durch den Abbruch einer Häuserzeile auf der Ostseite. Den spannendsten Befund stellt jedoch ein in einem Teilbereich erfasster, hölzerner Bohlenweg dar. Die bis zu 24 cm breiten Eichenbohlen waren dabei quer auf runden, ebenfalls eichenen Lagerhölzern verlegt. Dendrochronologische Analysen ergaben, dass die zum Bau des Weges verwendeten Eichen um 1099 gefällt worden waren! Der Befund steht dabei nicht allein: auch in der nahe gelegenen Lugbank konnten bei Bauarbeiten in der Vergangenheit mehrfach Ausschnitte eines Bohlenweges aus dem späten 11. und 12. Jahrhundert freigelegt werden. Die hölzernen Trassen stehen dabei stellvertretend für die zunehmende Bedeutung des Sandgebietes im Laufe des hohen Mittelalters, die sich nicht zuletzt durch die Anlage befestigter Wege manifestiert.

Bereits im Rahmen der ersten Bauabschnitte zur Erneuerung der Straßenoberfläche der Sandstraße, waren neben den Baufirmen auch immer wieder Archäologen tätig, um im Boden verbliebene Zeugnisse der Vergangenheit aufzuspüren und zu dokumentieren. Dabei konnten nicht nur die Fundamente des Sandtores ergraben, sondern darüber hinaus auch weitere wichtige Befunde zur mittelalterlichen Siedlungsentwicklung im Sandgebiet aufgedeckt werden.


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