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Wird das Andenken an die beliebte Baronin zum Spielball der Haushaltsklemme?

Datum: Freitag, 05. Mrz 2010, 10:01

Hofmann will die Gründung einer „Gudila Freifrau von Pölnitz-Stiftung“

FORCHHEIM (pm) - Mit der Gründung einer Stiftung will der Fraktionschef der Jungen Bürger (JB) im Kreistag, Michael Hofmann (Eggolsheim), die Lebensleistung der verstorbenen Freifrau von Pölnitz gewürdigt sehen. Bis jetzt habe er von den Kritikern dieser Idee noch kein überzeugendes Gegenargument gehört, so Hofmann. Einem Vorschlag des Kreiskämmerers, den Erlös des Pölnitz-Erbes in den Wildpark Hundshaupten zu stecken, hatte der 35jährige in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses eine Absage erteilt, wofür er von Teilen der Presse kritisiert worden ist. Seine Beweggründe erläuterte Hofmann nun in einer Pressemitteilung.

Seit langem, so der junge Eggolsheimer Kreisrat, liege ein Antrag der CSU-Fraktion vor, die Gründung einer Stiftung im Kreistag zu diskutieren. Offiziell sei der aber bislang nicht behandelt worden. Den Grund hierfür vermutet Hofmann in parteitaktischen Überlegungen des Landrates. Glauber sei es ein Dorn im Auge, dass diese Initiative nicht von ihm, sondern dem Landtagsabgeordneten Eduard Nöth und der CSU-Fraktion ausgegangen sei.

Seit er eingebracht wurde, versuche das Landratsamt mit oberflächlichen Überlegungen, der Behandlung des Antrags zu entgehen. So habe Toni Eckert, der Kulturbeauftragte des Landrates, vor einigen Monaten der CSU/JB-Fraktionsgemeinschaft vorgeschlagen, ein „Schild an einer sanierungsbedürftigen Scheune in der Gemeinde Egloffstein anzubringen“ und die Sanierung mit dem Pölnitz-Erbe zu bezahlen.

Hofmann verurteilte den Umgang des Landkreises mit dem Andenken an die beliebte Baronin als unwürdig. Dass der Landrat nun seinen Kämmerer nach vorn schicke, um einen derartigen Vorschlag zu unterbreiten, sei enttäuschend. Die politische Diskussion um die Verwendung des Erlöses um das Pölnitz-Erbe dürfe nicht im Vorbeigehen in einem Haushalt entschieden werden. Immerhin, so werde gespöttelt, habe sich inzwischen das Landratsamt am Streckerplatz dazu durchringen können, keine Scheune, sondern den Tierpark nach der Baronin zu benennen.

Dem Vorschlag fehle jedoch jede Ernsthaftigkeit, kritisiert der Befürworter des Stiftungsgedankens. Bis heute gäbe es am Eingang zum Wildpark nicht einmal ein einfaches Schild, mit dem auf die von-Pölnitz'sche Schenkung an den Landkreis hingewiesen werde. „Weit her kann es da mit der Notwendigkeit eines ehrenden Gedenkens nicht sein“, schüttelt der JB-Chef den Kopf.

Im Übrigen könne man das Eine tun, nämlich dem Wildpark Hundshaupten den Namen der Baronin zu geben, ohne das andere, die Gründung einer Stiftung vorzunehmen, zu lassen. Hier entlarve sich aber die Motivation, denn offenbar wolle man dies nur bei Gegenleistung in Form des Erberlöses. Es gehe also allein darum, den Haushalt zu entlasten, und nicht das Andenken an die Baronin und deren Leistung zu ehren.

Die Gründung einer Stiftung mit einem Vermögen von 360.000 Euro sei daher vorzuziehen. Landrat Glauber hatte dem entgegen gehalten, die daraus zu gewinnenden Erträge seien zu unbedeutend, um damit etwas anfangen zu können. Dies habe sich jedoch als unwahr herausgestellt, stellt Hofmann nun richtig. Er habe dies beispielhaft von der Sparkasse berechnen lassen. Demnach könnten jedes Jahr bis zu 9.000 Euro ausgeschüttet werden. Summen dieser Höhe seien sicher nicht unbedeutend, so Hofmann weiter. Andernfalls könne sich der Landkreis in Zukunft Auszeichnungen wie den Sportförderpreis, den Kulturpreis oder den Umweltschutzpreis sparen. Schließlich erhielten dort die Preisträger Dotierungen mit weit geringeren Beträgen. Dennoch denke keiner daran, diese Preise in Zukunft nicht mehr zu vergeben.

Welche Bereiche mit den Erträgen der Stiftung bedacht werden könnten, wollte Hofmann ausdrücklich offen halten. So habe der Heroldsbacher CSU-Kreisrat Edwin Dippacher in einem beachtlichen Vorschlag auf das Engagement der Baronin für Kultur und Heimatpflege im Landkreis hingewiesen. Dieses sei auch durch viele Ehrenmitgliedschaften in Vereinen belegt. Andererseits habe von Pölnitz zu Lebzeiten schon immer ein großes soziales Herz gezeigt. Vielleicht sei in der heutigen Zeit auch dieser Gedanke mehr wert denn je, gedacht zu werden. Diese Diskussion sei aber auch in der Fraktionsgemeinschaft von CSU und Jungen Bürgern erst noch zu führen.

Von Landrat Glauber forderte Hofmann, sich der politischen Diskussion zu stellen. Persönlich würde er es begrüßen, so Hofmann weiter, wenn der Landrat die beschämenden Überlegungen besser früher als später beende. Er könne nur davor warnen, dieses unwürdige Schauspiel weiter zu betreiben, da dadurch auch jene verletzt würden, die die Baronin als Wohltäterin erlebt und in dankbarer Erinnerung behalten haben.


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