BAMBERG (pm) - Anlässlich ihres 150. Gründungstages hatte die Bamberger Feuerwehr eine Spendenaktion für die Erdbebenopfer in Haiti ins Leben gerufen. Binnen weniger Stunden wurden rund 1.050 Euro gespendet. Das Geld überreichte Harald Hopfauer von der Ständigen Wache der Freiwilligen Feuerwehr Bamberg, der im Erdbebengebiet im Einsatz war, persönlich an die Hilfsorganisation U.S.A.R. Das Geld wurde hauptsächlich für Medikamente, Zelte, Moskitonetze und Beatmungsgeräte verwendet.
Nur drei Tage nach dem Beben erreichte Harald Hopfauer zusammen mit der Deutschen Erdbebenrettung U.S.A.R Team Port au Prince auf Haiti. Seine ersten Eindrücke waren erschütternd. Zu 80-90% war die Stadt völlig kollabiert, das öffentliche Leben gänzlich zum Erliegen gekommen. Zu dem Zeitpunkt war noch keine vernünftige Erkundungsarbeit möglich. Wohin man blickte: Not und Elend überall.
Sechs Tage lang durchsuchte die Rettungstruppe rund 70 Gebäude, darunter Schulen, Universitäten usw.. Am siebten Tag nach dem Beben gab es dann einen großen Erfolg: Dank des Suchhundes Pablo konnte in der Nähe der Kathedrale von Port au Prince ein Mensch lebendig gerettet werden. Im selben Gebäude wurde wenig später der Erzbischof von Port au Prince gefunden, der nur noch tot geborgen werden konnte. Dank der akribischen Erkundungsarbeit des Teams konnten in den darauf folgenden Tagen noch vier weitere Menschenleben gerettet werden.
Harald Hopfauer atmet tief durch, wenn er an die Tage auf Haiti zurück denkt. Obwohl wir als SAR Team angefordert waren, haben wir teilweise auf Medical Team umgeschwenkt. Der Bedarf in diesem Bereich war einfach zu groß, erklärt er. Bei Hunderten von Menschen habe man medizinische Hilfe leisten können., Die Umstände seien jedoch kaum vorstellbar gewesen. Behandelt und operiert wurde häufig direkt auf der Straße, ohne Narkose oder Beatmungsgeräte. Die Kliniken waren hoffnungslos überfüllt. Gearbeitet wurde allerorten bis die Medikamente und alles Material aufgebracht waren.
Harald Hopfauer ist wieder zurück und hat vor allem einen Wunsch: Es bleibt zu hoffen, dass wieder etwas Ordnung in das Chaos kommt und das die gespendeten Millionen für die Erdbebenopfer auch ihr Ziel erreichen.
Weitere Artikel rund um Bamberg