Berichte: Erzbischof Schick fordert beim Kunigundentag eine Stärkung von Frauenrechten
Datum: Montag, 01. März 2010, 10:43Rubrik: Familie
Frauen leisten „viel und Entscheidendes“
BAMBERG (bbk) - Eine Stärkung der Frauenrechte hat der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick gefordert. Frauen müssten in allen Bereichen unserer Gesellschaft und Kirche mitwirken können. Ohne die Frauen und ihre aktive Teilnahme könnten weder Kirche noch Gesellschaft leben. Dazu müssten vor allem die Partizipationsrechte der Frauen gestärkt werden. Es sollte aber auch anerkannt werden, was Frauen schon derzeit und seit langem leisteten. „Frauen leisten sehr viel und ganz Entscheidendes“, sagte Schick anlässlich der Feier des traditionellen Kunigundentages am Samstag, 27. Februar, im Bamberger Dom. Für ihr gesellschaftliches Engagement in den Bereichen Erziehung, Bildung und Soziales müsse es aber mehr ideelle und finanzielle Anerkennung geben.
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Schick erinnerte daran, dass Frauen im gesamten Bereich der frühkindlichen Erziehung und Bildung „an vorderster Front“ stünden. In Kinderkrippen, Kindergärten und Kinderhorten würden sie entscheidend für unsere Gesellschaft wirken. Ein großer Teil der Pädagogen an den verschiedenen Schularten seien Frauen. In sozialen Berufen wie in der Pflege seien überproportional viele Frauen beschäftigt. „Sie nehmen dies alles wahr, weil sie das besonders gut können“, so der Bamberger Erzbischof: „Dafür sollen wir dankbar sein und sie anerkennen.“
In Bezug auf Individualrechte wie Freiheit, Selbstbestimmung, Arbeit, Wohnen oder Bildung hätten Frauen mittlerweile die Gleichberechtigung erreicht, sagte Schick. Anders sähe es bei den Partizipationsrechten aus, die am gesellschaftlichen Leben, an Prozessen, Entwicklungen und Entscheidungen teilhaben ließen. Hier müssten Frauen für ihren Einsatz mehr Anerkennung und Freiraum bekommen. Dies gelte auch für kirchliche Entscheidungsgremien, wo Frauen nach der Ansicht von Schick noch mehr eingebunden werden sollten.
Die Stärkung der Frauenrechte ist für Schick nicht „von heute auf morgen zu machen. Aber wir müssen heute beginnen, damit wir morgen oder übermorgen diese Aufgabe für Gesellschaft und Kirche erfüllt haben.“ In diesem Zusammenhang ermutigte der Bamberger Erzbischof die Frauen, sich mit ihren Begabungen einzubringen und zu partizipieren. Nur so ließen sich größere Mitwirkungsmöglichkeiten verwirklichen.
Schick erinnerte an das historische Vorbild der heilig gesprochenen Bistumsgründerin Kaiserin Kunigunde (+ 1033). Sie habe sich um den Dombau bemüht und soziale Einrichtungen wie Schulen, Sozialstationen und Hospize an den Klöstern gefördert. So habe sie ihre Partizipationsrechte gesehen und wahrgenommen.
Weitere Informationen unter www.erzbistum-bamberg.de
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