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„Vielfalt tut gut“: Weitere Fördermittel stehen zur Verfügung

Datum: Donnerstag, 25. Februar 2010, 10:23

FORCHHEIM (pm) - Seit 1. Oktober 2007 ist der Landkreis Forchheim als einer von vier Lokalen Aktionsplänen in Bayern aufgenommen in das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestaltete Bundesprogramm „VIELFALT TUT GUT“ und erhält seitdem darüber Bundesfördermittel für präventive Angebote gegen Rechtsextremismus und für Vielfalt und Toleranz- und Demokratieerziehung. Mit Hilfe dieser Fördermittel konnten seit Oktober 2007 bereits 32 Projekte im Landkreis Forchheim erfolgreich unterstützt werden.

Der Schwerpunkt der Arbeit lag bisher darin, die breite Öffentlichkeit durch zielgruppengerechte Angebote über die Gefahren des Rechtsextremismus zu informieren und für Toleranz- und Demokratieerziehung zu sensibilisieren

Für das dritte Förderjahr sprach sich der Begleitausschuss, aufbauend auf die gemachten Erfahrungen in den ersten beiden Förderjahren, einstimmig dafür aus, verstärkt Projekte zu fördern, die insbesondere Verantwortliche in den Vereinen und Verbänden im Landkreis Forchheim dahingehend stärken, sich mit rechtsextremer Gewalt, menschenfeindlichen und alltagsrassistischen Einstellungen kritisch auseinanderzusetzten sowie das Engagement für Vielfalt, Toleranz und Demokratie zu stärken.

Das Argument, dass Vereine und Verbände sich nicht parteipolitisch betätigen dürfen und aus diesem Grund sich nicht am Programm beteiligen können, kennen die Mitglieder des Begleitausschuss. „Uns geht es nicht darum, Parteipolitik in den Vereinen zu betreiben“, erklärt Ursula Albuschkat, Lokale Koordinierungsstelle für das Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“. „Uns geht es darum die Multiplikatoren zu schulen und zu sensibilisieren genauer hinzuschauen und hinzuhören. Es geht darum Handwerkszeug zu vermitteln um z.B. auf antidemokratischen Aussagen konstruktiv reagieren zu können bzw. darum offen zu formulieren für welche Werte ein bestimmter Verein oder Verband steht.

„Für was stehen wir“? „Was bedeutet Demokratie“? „Worin liegen die Stärken und Chancen der Demokratie“? „Was muss eine Demokratie auch aushalten können“? „Wo sind die Grenzen demokratischen Verhaltens“? „Und wo ist der Punkt wo ich einschreiten und Stellung beziehen sollte“? All das sind Fragen die zielgruppenorientiert bearbeitet werden können.

Die Vereine und Verbände mit ihren zumeist ehrenamtlich engagierten Mitarbeitern sind ein wichtiger Bestandteil unseres demokratischen Rechtsstaates die es zu unterstützen und zu stärken gilt. Sie bieten unseren Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen mit ihren vielfältigen Angeboten wichtige Erfahrungs-, Begegnungs- und Erlebnisräume. Sie bieten wichtige Lernfelder, Räume zum Experimentieren und ums sich auszuprobieren. Diese Räume müssen geschützt bleiben.

Ziel des Lokalen Aktionsplanes ist es an dieser Stelle Unterwanderungsversuche Rechtsextremer bzw. alltagsrassistischer Tendenzen auch in Vereinen und Verbänden, durch gezielte Grenzsetzung konstruktiv zu begegnen und somit die demokratische und vielfältige Vereins- und Verbandsstruktur im Landkreis Forchheim zu stärken.

Von insgesamt bisher fünfzehn neu eingereichten Projektanträgen wurden aktuell neun Projektanträge vom Begleitausschuss genehmigt.

Für die weitere Projektorganisation, -begleitung und Koordination wurde die bisherige Lokale Koordinierungsstelle in ihrer Funktion bestätigt. Bei den weiteren bewilligten Projekten handelt es sich zum einen um das Projekt „Salto Democrazia – Demokratie im Zirkuszelt“ einem Projekt der gemeindlichen Jugendpflegerin in Heroldsbach sowie das Projekt „“Bring Dich ein – entscheide mit“ der gemeindlichen Jugendpflegerin in Hallerndorf. Des Weiteren wurden folgende Projekte genehmigt:

„Wie sag ich‘s meinem Kind – spielend (demokratische) Werte vermitteln“, vom Verein für Bildung und Sozialarbeit e.V.; „Fairness, Respekt und Toleranz im Sport – für eine demokratische Gesellschaft vom Verein zur Förderung von Demokratie, Toleranz und Menschenrechte Gräfenberg e.V.; „Jeder ist anders – Gewalt kein Thema“ vom Förderverein der Volksschule Effeltrich; „Schaut hin – Konfliktlösung unter Schülern“ vom Förderverein der Ritter-von-Traitteur Volksschule; „Starke Jungs“ von der AWO Forchheim sowie das Projekt „Songs für die Demokratie“ von der Offenen Akademie Kolping Nürnberg e.V..

In einem zweiten Projektaufruf sind nochmals interessierte Vereine, Verbände, Institutionen aufgefordert bis zum 9. April.2010 weitere Projektideen zu den oben genannten Zielideen für den Zeitraum 1.05.2010 bis 31.12.2010 einzureichen. Die max. Förderhöhe pro Projekt beläuft sich auf 10.000,00 €.

Der Begleitausschuss wird im April über die eingereichten Anträge entscheiden. Das Antragsformular (Stammblatt I) sowie den aktuellen Projektaufruf finden Sie unter www.vielfalt.kjr-forchheim.de

Sollten Sie weitere Fragen zum Bundesprogramm „VIELFALT TUT GUT“ bzw. zum Antragsverfahren haben, steht Ihnen Frau Ursula Albuschkat vom Kreisjugendring Forchheim gerne unter der Tel.: 09191 / 73 88 – 11 oder unter ursula.albuschkat@kjr-forchheim.de zur Verfügung.


Weitere Informationen unter www.kjr-forchheim.de
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