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SPD Kirchehrenbach: Besuch des Dokumentationszentrum in Nürnberg

Datum: Donnerstag, 11. Februar 2010, 10:00

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KIRCHEHRENBACH (pm) - Von Kirchehrenbach aus fuhren die SPD-Bürgergemeinschaft und interessierte Bürger mit dem Zug nach Nürnberg in das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Mit Audioguides ausgestattet folgten wir den gläsernen Pfeil der Ausstellung "Faszination und Gewalt".

Anders als die Gedenk- und Mahnstätten an Konzentrationslagern oder Gefängnissen, befasst sich die Institution mit dem NS-Regime als solches, das sich hier wie an keinem anderen Ort baulich und durch Veranstaltungen riesigen Ausmaßes in Szene setzte und das ganze Volk für sich zu vereinnahmen suchte. Fotografien, Exponate und Filme mit Originalaufnahmen zeigten uns anschaulich, auf welche Art und Weise die Reichsparteitage in Nürnberg der inneren und äußeren Selbstdarstellung des NS-Regimes dienten und wie sie die "Volksgemeinschaft" und den "Führer"-Mythos in Szene setzten. Nach soviel "schwerer Kost", schmeckte die Brotzeit beim Staffelgötz besonders gut.

Lesung zum Holocaust

Im Rahmen des Kulturprogramms der Kirchehrenbacher SPD-Bürgergemeinschaft trafen sich Bürgerinnen und Bürger in der Bücherei im alten Rathaus um am offiziellen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zu erinnern. Nachdem sich das Publikum den Aufstieg der Nazis und die schrittweise Verwirklichung ihrer menschenverachtenden rassistischen Politik - gipfelnd im Völkermord an Juden, Sinti und Roma in der Hölle von Auschwitz-Birkenau - ins Gedächtnis gerufen hatte, stand eine Lesung aus dem "Späten Tagebuch" von Max Mannheimer im Mittelpunkt der Veranstaltung. Max Mannheimer hat die KZs von Auschwitz und Dachau als junger jüdischer Mann überlebt und ist bis ins hohe Alter ein unermüdlicher Mahner geblieben. Ebenso erschütternd wie sein Bericht über die Leiden der Häftlinge wirkten die Verszeilen ("Der Tod ist ein Meister aus Deutschland") von Paul Celan aus seinem berühmten Gedicht "Todesfuge".

Weitere Stimmen von Inhaftierten der KZs zeugten davon, dass trotz der Barbarei der KZ-Aufseher die Menschlichkeit nicht gänzlich ausradiert werden konnte. Das kam abschließend in Rolf Schneiders Erzählung "Schmetterlinge" zum Ausdruck. Sie hatte die Geschichte eines jüdischen Jungen zum Inhalt, der nach seiner Befreiung aus dem KZ einem schwer verletzten deutschen Soldaten das Leben rettet, obwohl seine Familie von Nazis vernichtet worden ist.

Die Anwesenden waren sich einig, dass die Nachkriegsgeneration zwar keine Schuld an den Grauen der NS-Zeit trägt, dass sie es aber den Opfern schuldig ist, die Erinnerung daran zu bewahren, um eine Wiederholung der Schreckenszeit zu verhindern.


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