Berichte: Bürgerinitiative Kersbach gegen Ortsbildverschandelung
Datum: Dienstag, 09. Februar 2010, 10:54Rubrik: Kommunales
FORCHHEIM (pm) - Vor einem Jahr gründete sich am 31. Januar 2009 die Kersbacher Bürgerinitiative "Lebenswertes Forchheim" im Umfeld des damals geplanten Hochregallagers im Bereich Rittigfeld. Die Bürgerinitiative wandte sich gegen Landschaftszersiedlung und Ortsbildverschandelung, gegen die Beeinträchtigung der bestehenden Wohngebiete und der weiteren Wohnbauentwicklung (Point und Stampfäcker) Kersbachs durch Schwerverkehr und Lärm. Ebenso führte die Bürgerinitiative eine mögliche Beeinträchtigung für den geplanten Hochwasserschutz an und wies auf hohe externe, nicht umlagefähige Erschließungskosten ("Die Allgemeinheit zahlt") hin. Das wichtigste Argument gegen den bestehenden Bebauungsplan war jedoch die Größe der geplanten Baukörper für das gesamte Gebiet. Nicht zuletzt spielten auch naturschutzrechtliche Belange eine Rolle.
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Im Anschluss an eine von der Stadt einberufene Bürgerversammlung in Kersbach am 4. Februar 2009 entschloss sich der Investor, angesichts der überwältigenden Ablehnung der anwesenden Kersbacher Bürger, gegen den Willen der Stadt von den geplanten Maßnahmen Abstand zu nehmen. Seitdem ruht das Rittigfeld, obwohl nicht nur die Bürgerinitiative die Meinung vertrat, dass man sich dieses Gebiet als Gewerbegebiet vorstellen könne. Das Rittigfeld kann auf Grund seiner Lage zwischen Auto- und Eisenbahn nicht als Wohngebiet dienen, liegt jedoch verkehrsgünstig zwischen Erlangen und Forchheim mit direktem Autobahn- und demnächst auch S-Bahn-Anschluss.
Für jegliche Bebauung gilt: Man muss aktiv werden, um mittelständische Unternehmen zu akquirieren, die auf kleiner Fläche viele Arbeitsplätze schaffen. Das ist natürlich aufwändiger als zu warten, ob sich ein Investor meldet, der auf großer Fläche wenige Arbeitsplätze schaffen will. Hier ist die Stadt gefordert ihre städteplanerischen Visionen umzusetzen. Zu städteplanerischen Grundsätzen gehört auch, dass eine durch Schwerlastverkehr belastete Gewerbeansiedlung mit übergroßen Gebäuden keinen Platz neben einem bestehenden oder geplanten Wohngebiet hat. Das harmonische Nebeneinander von Wohnraum und Gewerbe darf nicht durch Lärm, Luft-, Gewässerverschmutzung oder ortsbildverschandelnde Gebäude zerstört werden.
Es bieten sich diverse ortsbildverträgliche Möglichkeiten an und andere Städte machen es vor. Eine Gewerbeansiedlung nach der "Formel" - allgemeine Standortverträglichkeit, Natur- und Umweltverträglichkeit (keine großflächigen Bodenversiegelungen), zukunftsorientierte Ausrichtung - hilft viele Arbeitsplätze bei gleichzeitig geringem Flächenbedarf schaffen zu können. Für Forchheim und hier speziell das Rittigfeld kämen z.B. Firmen im Bereich der Entwicklung, Produktion oder des Vertriebs regenerativer Energien in Betracht. Forchheim im Kerngebiet des “Medical Valley” böte sich auch für den Themenbereich “Medizintechnik” an. Im Gespräch war auch bereits die Stadtgärtnerei mit neuem Sitz im Rittigfeld.
Es wäre interessant etwas über die momentanen Aktivitäten der Stadt zu erfahren. Leider verhält sich die Stadt nicht immer öffentlichkeitsnah. Akzeptanz und Verständnis beim Bürger erfordern Offenheit der Stadt bezüglich ihrer Maßnahmen. Die Bürgerinitiative Kersbach „Lebenswertes Forchheim“ trifft sich an jedem ersten Dienstag im Monat um 19:00 Uhr im Gasthaus Linde in Kersbach. Interessierte Bürger sind immer willkommen. Weitere Informationen auf www.kersbach.com
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