Berichte: Bioenergie und Artenschutz Hand in Hand
Datum: Dienstag, 09. Februar 2010, 10:13Rubrik: Wirtschaft
Bioenergieregion Bayreuth und Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz erstellen gemeinsam ein Landnutzungskonzept zum Thema „Regenerative Energien“ - Steuergruppe tagte in Pottenstein - Bürgermeister Harald Mild (Stadt Creußen) zum Sprecher gewählt
BAYREUTH (pm) - Der vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ausgeschriebene Wettbewerb „Bioenergie-Regionen“, aus dem die Region Bayreuth als eine der 25 Siegerregionen hervorgegangen ist, zielt darauf ab, vorbildliche Netzwerke zur Förderung der Bioenergie aufzubauen.
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Die Städte Creußen, Pegnitz und Pottenstein sowie die Märkte Plech, Gößweinstein und Igensdorf, allesamt Mitglieder der kommunalen Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz, die als Partner der Bioenergieregion Bayreuth fungiert, bilden nun ein Netzwerk, um mit Hilfe eines „Kulissenplans“ ein Leitbild für die zukünftige Flächennutzung in ihren Kommunen zu erstellen. Dabei sollen sowohl Ansprüche einer effizienten Biomasseerzeugung, die Nutzung von Freiflächen-Solaranlagen als auch die Anforderungen eines nachhaltigen Arten- und Biotopschutzes berücksichtigt werden. Durch dieses neue „Leuchtturmprojekt“ können potenzielle Konflikte in den Kommunen frühzeitig entschärft, abgebaut oder gänzlich vermieden werden.
Die Konflikte in der Flächennutzung haben sich im Projektgebiet der beteiligten Kommunen in den letzten Jahren deutlich verschärft. Kontrovers diskutiert werden sowohl von den Landnutzern als auch von Verbandsvertretern und Behörden des Naturschutzes und der Landwirtschaft die Fragestellungen, in welchem Umfang zukünftig Nahrungsmittel angebaut oder Energiepflanzen erzeugt werden sollen, welche Standorte für Freiflächen-Photovoltaikanlagen geeignet erscheinen und welche Flächen als Vorranggebiete für Natur- und Landschaftsschutz einzustufen sind.
Zu einem Start-Workshop trafen sich die Bürgermeister Harald Mild (Stadt Creußen), Georg Lang (Markt Gößweinstein), Wolfgang Rast (Markt Igensdorf), Manfred Thümmler (Stadt Pegnitz), Karlheinz Escher (Markt Plech) und Stefan Frühbeißer (Stadt Pottenstein), um die gemeinsame Vorgehensweise und die Themen bei der Umsetzung des „Kulissenplans“ festzumachen.
Mit im Boot waren dabei auch der Projektmanager des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz, Michael Breitenfelder, Anne Wendl und Thomas Schwarz vom Beratungsbüro landimpuls, Bernd Rothammel, Bioenergiemanager der Region Bayreuth und Lothar Winkler vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken, das die Umsetzung des Projekte „Kulissenplan als eines von zwei Klimaschutzprojektes des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz maßgeblich unterstützt.
Als Grundlage für den zu erstellenden Kulissenplan ist zunächst eine Potenzialanalyse Bioenergie vorgesehen, in der Standorte, Kapazitäten und Mengenbedarf für bestehende und zukünftige Bioenergieanlagen auf Grundlage der vorhandenen Informationen zusammengefasst werden sollen. Aufbauend u. a. auf den Ergebnissen dieser Untersuchung wird ein Kulissenplan „Bioenergie - Biodiversität - Nachhaltige Landnutzung“ erstellt, in dem das Thema „Bioenergie“ nachhaltig in zukünftige Planungsaufgaben der Kommunen integriert ist. Gleichzeitig wird ein Leitbild „Bioenergie und nachhaltige Landnutzung“ entwickelt, das die Richtlinien für weitere landschaftsbezogene Planungen vorgeben soll.
Bürgermeister Manfred Thümmler, Sprecher der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz, betonte dabei, dass die einzelnen Teilprojekte als Vorstufe zu Investitionsprojekten zu sehen seien: Ziel sei es, dass die kommunalen Leitbilder „Bioenergie“ und „Nachhaltige Landnutzung“ zum Konfliktabbau führen und die Akzeptanz für den Einsatz der Bioenergie in der Region steigern sollten. Sie ebneten sozusagen dem verstärkten Einsatz von Bioenergie den Weg und seien damit Voraussetzung für eine Erhöhung der regionalen Wertschöpfung durch den Einsatz von Bioenergie. Gleichzeitig schaffe ein Kulissenplan Bioenergie auch die Basis für eine nachhaltige Landnutzung, damit im Projektgebiet die Ziele Klimaschutz und Biodiversität verwirklicht würden.
Vorgesehen ist dabei eine intensive Beteiligung aller relevanten Institutionen (Kommunen, Behörden, Verbänden, etc.), aber auch der Betroffenen (Landnutzer, Waldbesitzer, Tourismusverantwortliche, etc.) mit der Zielsetzung, einen gesellschaftlichen Konsens herzustellen. Diese sollen als Netzwerkpartner in Form von Workshops und Arbeitstreffen in das Projekt eingebunden werden. Die Bevölkerung wird durch eine gezielte und vielfältige Öffentlichkeitsarbeit über alle wichtigen Belange informiert.
Zum Abschluss der Sitzung, die Ende Januar im Rathaus in Pottenstein stattfand, wurde der 1. Bürgermeister der Stadt Creußen, Harald Mild, zum Sprecher der Steuergruppe Kulissenplan gewählt. Dabei fungiert er auch als Ansprechpartner für andere Kommunen, damit das beschriebene Modellprojekt auch in weiteren Gemeinden Nachahmung findet.
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