Berichte: Erzbischof Schick: „Die Weihnachtsbotschaft ist revolutionär; sie stellt den Mensch ins Zentrum des Kosmos“
Datum: Sonntag, 27. Dezember 2009, 19:08Rubrik: Familie
Erzbischof Schick ruft den Mittelstand zu größeren Anstrengungen auf: Ansteigen der Arbeitslosigkeit muss vermieden werden. Von stabilen Arbeitsverhältnissen hängt das Wohl der Menschen ab – Aufruf zu solidarischem Verhalten in der Gesellschaft
BAMBERG (pm) - Weihnachten müsse uns deutlich machen, dass Gott uns durch die Geburt seines Sohnes Jesus Christus sehr nahe gekommen ist und wir deshalb einander achten müssen. „Wir müssen und dürfen nicht gottlos leben. Gott steckt in jeder Menschenhaut“, betonte Erzbischof Ludwig Schick in der Mitternachtsmette im Bamberger Dom. Daraus müssten wir für unser Denken und Handeln, für unser Verhalten und unsere Arbeit Konsequenzen ziehen. „Wir dürfen keinen anderen Menschen ausnützen, schädigen, ihm Böses antun und ihn links liegen lassen.“ Dominik Brunner, der sich schützend vor Kinder gestellt habe und dabei im September in München tot geprügelt wurde, müsse uns ein Beispiel sein. „Wir dürfen uns nicht gottlos gegen einen anderen Menschen verhalten, weil in ihm Gott drinsteckt. Wer den Mitmenschen nicht ehrt, ehrt Gott nicht!“
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Mit deutlichen Worten wandte sich der Erzbischof an Unternehmer, vor allem von mittelständischen Betrieben, und forderte sie auf, alles für den Erhalt von Arbeitsplätzen zu tun. „Die Geisel der vermehrten Arbeitslosigkeit in nächster Zeit kann von uns abgewendet werden, wenn der Mittelstand alles tut, die Betriebe zu erhalten und damit Arbeitsplätze zu sichern.“ Schick wörtlich: „Wir brauchen Arbeit, auch um unsere anderen Probleme zu lösen. Von stabilen Arbeitsverhältnissen hängt das Wohl des Einzelnen, das Gemeinwohl und unser Sozialwesen ab.“ Jedem mittelständischen Arbeitgeber, der seinen Betrieb in schwierigen Zeiten mit seiner Belegschaft durchzieht, muss unsere Hochachtung gelten; er müsse sich auch jeder Hilfe der Politik sicher sein können.
Eine klare Absage erteilte der Erzbischof Drogen, Flat-Rate-Parties und Komasaufen, Sex and Crime-Videos sowie grenzenlosem Konsum. Damit verletze und schädige man sich auch selbst. Weihnachten stelle den Menschen ins Zentrum. Das bedeute: Achtung vor sich selbst und jedem Nächsten, egal, ob er arm oder reich, gesund oder krank, mit oder ohne Migrationshintergrund sei. Wir müssten eine solidarische Gesellschaft sein, so wie die Hirten und die Heiligen Drei Könige an der Krippe mit Maria, Josef und dem Kind.
Die Weihnachtsbotschaft sei revolutionär. „Die Krippe hat es in sich!“ Der Erzbischof ermunterte die Gläubigen, die Krippe in allen ihren Dimensionen zu betrachten. „Die Botschaft von Weihnachten bewirkt eine Revolution, die nicht Krieg, Blut, Untergang und Vernichtung bringt, sondern eine Revolution der Menschlichkeit darstellt.“ Dazu sei Gott Mensch geworden im Kind von Betlehem. „Wenn wir die Krippe genau betrachten und uns von ihr ansprechen lassen, nehmen wir uns und alle Menschen als Gottes geliebte Geschöpfe wahr und leben entsprechend. Dann ist Weihnachten ein gnadenreiches und gesegnetes Fest“, das der Erzbischof allen Gottesdienstbesuchern im Dom wünschte.
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