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Unser Tipp: Genuß für Puristen: der „Boohans“ in Wiesenthau

Datum: Freitag, 18. Dezember 2009, 10:34
Rubrik: Kultur
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WIESENTHAU - K.O.Mentator und seine Freunde

Für Freunde fränkischen Geniesens ein absoluter Tipp, sozusagen die nach Tiefenseebach zweitheimlichste Perle der fränkischen Schweiz: das Gasthaus „Zur Eisenbahn“, von Insidern „Boohans“ genannt. Leider derzeit eher wenig frequentiert, völlig unverdient, wie wir meinen: bei der diesjährigen Weihnachts-Redaktionssitzung des Wiesentboten waren wir den ganzen Abend im Alleinbesitz der Gaststube, welche in klassischer Einfachheit von nahezu zeitlosem Charme zu gefallen weiß.

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Hier kann man noch völlig unbehelligt sich wunderbaren Brotzeitgenüssen hingeben, ungestörte Zwiesprache mit Knoblauchwurst, Räucherschinken und Co. pflegen. Von den Redaktionsmitgliedern in näheren Augen (und Gaumen-)schein genommen wurden:

die „Bayrisch' Pizza“ (Spiegelei mit rohem Schinken) durch unseren „Verleger“ Axle: schon optisch ein Hochgenuss, auch in der sensorischen Prüfung Höchstnote, köstlich auf der Zunge und im Abgang.

Hausmacher Stadtwurst mit Musik durch „Gedanken eines Franken“-Caesar: Optisch eher schlicht anmutend, aber geschmacklichauf höchstem Niveau. Die kalte Knoblauchwurst mit Brot wurde gleich von drei Testern geprüft: R. E. Porter, Caesar, sowie K.O. Mentator schwelgten einhellig in Euphorie: gut luftgetrocknet, trotzdem leicht im Biss, runder Geschmack mit einer dezenten Knoblauchnote, gute Ausgewogenheit zwischen den Fleisch- und Speckanteilen.

Auch das alle Speisen begleitende Brot ist absolut lecker, es kann derzeit mal leicht trocken wirken, da offensichtlich eher geringer Publikumsverkehr herrscht, ist aber auch dann noch gut genießbar. Bratwürste mit Kraut von „King Alladooch“ (oder auch die vordere Hälfte von „Ulrich und Karl“). Auch diese kamen sehr verführerisch daher: ausgewogene und optimale Bräunung, gefälliges Aroma, sehr gute fränkisch-grobe Qualität, würzige Note und nicht zu fett wirkend.

Zu vorgerückter Stunde wurde noch „Backstaakäs' mit Musik geordert, ebenfalls fein, aber die Testergaumen arbeiteten zu dieser späten Stunde nicht mehr so differenziert, daher dazu kein ausführlicheres Urteil.

Das Pils von Löwenbräu Buttenheim kam wohltemperiert in klassischen „Schüttgläsern“ (Eingeweihten auch als „Willibecher“ bekannt) an unseren Tisch, auch da gibt es nichts zu meckern: ein Stoff von unaufdringlicher Eleganz, leicht und edel, aber bei alledem nicht unfränkisch. Wer es ausgeprägter fränkisch liebt, dem sei das Kellerbier (im Steinkrug) empfohlen.

Die Seniorchefin leistete uns zeitweise Gesellschaft und verblüffte durch das Wiedererkennen von R.E. Porter, der mehrere Jahrzehnte nicht mehr zu Gast gewesen war. Auf unsere Frage, ob es denn Recht sei, wenn wir der von uns sehr geschätzten Küche durch unser jounalistisches Streben etwas mehr Resonanz zu verschaffen versuchten, verblüffte sie uns noch mehr durch komplettes Vermeiden einer Antwort.

Somit loben wir diese Küche ausschließlich aus eigenem Antrieb heraus.

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